Wahl-Chaos in Südkorea: Stimmzettel gingen einfach aus.
„Das war absurd“Präsident kritisiert Wahl-Chaos, Tausende fordern Neuwahlen

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Bei seiner Pressekonferenz zum 1. Jahrestag seiner Amtseinführung äußerte sich Südkoreas Präsident Lee Jae Myung zum Skandal rund um die kürzlich abgehaltenen Regionalwahlen im Land.
Ein unfassbares Organisations-Versagen erschüttert Südkorea. Weil bei Wahlen die Zettel ausgingen, kocht die Wut im Land hoch. Tausende sind auf der Straße, der Präsident ist fassungslos.
Stellt euch vor, ihr steht in der Wahlkabine, aber es gibt keine Zettel mehr. Was wie ein schlechter Witz klingt, wurde letzte Woche in Südkorea zur Realität. Bei den Wahlen für Regionen und Gemeinden gingen an sage und schreibe 50 Orten die Stimmzettel aus. In 22 Wahllokalen musste der Betrieb deshalb sogar zeitweise komplett gestoppt werden.
Präsident Lee Jae Myung (62) aus Südkorea fand für diese Panne bei einer Pressekonferenz in Seoul krasse Worte: „Das war absurd. Selbst für Menschen in weniger entwickelten Demokratien dürfte es kaum vorstellbar sein, dass Bürger nicht wählen können, weil keine Stimmzettel vorhanden sind.“
Tausende fordern auf der Straße Neuwahlen
Der Ärger über dieses Debakel ist riesig. In der Hauptstadt Seoul demonstrieren deswegen seit fünf Tagen ununterbrochen Menschen. Hauptsächlich junge Leute in ihren Zwanzigern und Dreißigern gehen auf die Barrikaden. Sie fühlen sich in ihren Rechten als Wähler verletzt und verlangen eine Wiederholung der Wahl. Manche äußern sogar den Verdacht, die Wahlen könnten manipuliert worden sein.

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Der südkoreanische Präsident Lee Jae Myung hat zum einjährigen Amtsantritt eine knapp dreistündige Pressekonferenz gegeben.
Untersuchung gegen Wahlkommission läuft
Als Reaktion auf den öffentlichen Druck haben die Behörden am Montag eine umfassende Untersuchung eingeleitet. Diese zielt auf Anordnung von Präsident Lee vor allem auf die nationale Wahlkommission ab. Der Präsident stellte aber auch klar, dass der Vorfall kein Beleg für Wahlbetrug sei.
Bei der Wahl hatte die linke Regierungspartei (DP) einen gewaltigen Erfolg gefeiert und sich in 12 von 16 Gebieten die Mehrheit gesichert. Die oppositionelle und konservative Partei PPP musste hingegen eine herbe Enttäuschung hinnehmen. (dpa/red)
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