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„Wir müssen zusammenarbeiten“CDU-Sieger will mit unterlegenem Rechtsextremen kooperieren

OB-Wahl in Aue- Bad Schlema

Copyright: Sebastian Willnow/dpa

CDU-Kandidat gewinnt OB-Wahl in Aue gegen Rechtsextremen.

Wahl-Krimi: CDU-Sieger will mit Rechtsextremen arbeiten

Was für eine Zitterpartie in Aue-Bad Schlema! Am Ende siegt der CDU-Mann – und seine erste Ansage an den Verlierer von den rechtsextremen „Freien Sachsen“ ist ein Hammer.

In Aue-Bad Schlema im Erzgebirge ging der Sieg bei der Oberbürgermeisterwahl hauchdünn an die CDU. Ihr siegreicher Kandidat Marcus Hoffmann (41) möchte dem geschlagenen Kontrahenten von den rechtsextremen „Freien Sachsen“, Stefan Hartung (37), trotzdem die Zusammenarbeit anbieten. Auf eine Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur, ob er auf Hartung zugehen würde, erklärte der Wahlsieger: „Ja natürlich, wir müssen zusammenarbeiten. Konkret im Stadtrat.“

Wahl-Drama mit Wende in letzter Minute

Die Abstimmung erregte sogar internationales Aufsehen – selbst die „New York Times“ berichtete. Nach der ersten Wahlrunde am 10. Mai hatte Hartung die Nase noch vorn. Am Sonntag kam es dann zur dramatischen Wende: Hoffmann bekam nach dem vorläufigen Resultat 5.007 Stimmen, während Hartung auf 4.499 Stimmen kam. Der Clou: Hartung, der im Stadtrat und Kreistag sitzt, lag auch am Sonntag lange in Führung. Erst die Auszählung der Briefwahlstimmen brachte die Entscheidung und Hoffmann zog an ihm vorbei.

Verlierer ist Vize einer rechtsextremen Partei

Wer ist der unterlegene Kandidat? Stefan Hartung war viele Jahre als Funktionär für die NPD tätig, die sich heute „Die Heimat“ nennt. Er gehört zu den Gründern der „Freien Sachsen“ und ist dort aktuell der Vize-Chef. Sowohl der Verfassungsschutz in Sachsen als auch der Bund stufen diese Kleinpartei mit ihren rund 1.200 Mitgliedern als rechtsextrem ein. Die „Freien Sachsen“ veranstalten regelmäßig öffentliche Proteste, wie zum Beispiel Fackelmärsche gegen Unterkünfte für Asylbewerber. Nach Angaben der Behörde will die Partei mehr Eigenständigkeit für Sachsen, zur Not auch durch einen „Säxit“ in Anlehnung an den Brexit. Ihr Sachsen-Begriff orientiert sich dabei an den historischen Grenzen des einstigen Königreichs.

So reagiert der Wahlverlierer

Hartung selbst sprach davon, auf eine gute Kooperation mit dem neuen Oberbürgermeister im Stadtrat zu setzen und wünschte ihm „im Sinne unserer Stadt ein glückliches Händchen.“ Direkt nach der Niederlage hörte sich das aber noch anders an. Da erklärte Hartung, Hoffmann sei von vielen nur gewählt worden, „um mich zu verhindern.“ Das wertete er als schlechtes Omen.

Das ist die Stadt Aue-Bad Schlema

Der Ort Aue-Bad Schlema befindet sich im Erzgebirge. Die Gegend ist über die Region hinaus für ihre Bergbautradition, das Kunsthandwerk und den Wintersport berühmt. Im nächsten Jahr richtet die Stadt außerdem die sächsische Landesgartenschau aus. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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