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Graue Zone des TodesExperte erklärt die brutale Pattsituation im Ukraine-Krieg

Ukrainische weitreichende Raketen-Drohne

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Die Ukraine macht mit ihren Gegenangriffen Russland in seinem Angriffskrieg zunehmend Probleme. (Archivbild)

Experte: So könnte der Ukraine-Krieg jetzt enden

Nach dem Ende der von US-Präsident Donald Trump ausgehandelten Feuerpause gehen Russland und die Ukraine wieder mit aller Härte aufeinander los. Es hagelt massive Luftangriffe. Nicht nur in Kiew, der Hauptstadt der Ukraine, sterben viele unschuldige Menschen, auch auf russischer Seite gibt es Todesopfer. Ein mörderischer Drohnenkrieg prägt das Bild, während am Boden fast nichts mehr geht. Die Front ist längst keine Linie mehr, sondern eine riesige „graue Zone“ des Todes – über 1.000 Kilometer lang und stellenweise mehr als 20 Kilometer breit.

Doch nicht nur die Kämpfe am Boden sind in einer Sackgasse, weil die Gegner sich belauern und jeden Vorstoßversuch von Truppen sofort mit Drohnenattacken beantworten. Auch die Verhandlungen für ein Ende des Krieges kommen nicht vom Fleck – und das nicht nur, weil die USA als Vermittler mit dem Iran-Konflikt beschäftigt sind. Nach Ansicht vieler Beobachter setzen Moskau und Kiew selbst weiter voll auf Kampf und einen militärischen Sieg.

Zwar ließ Kremlchef Wladimir Putin vor einer Woche beiläufig fallen, er denke, der Krieg nähere sich seinem Ende. Der Kreml stellte danach aber klar, dass dies auf Moskaus Hoffnung beruhe, Präsident Wolodymyr Selenskyj werde sich den russischen Bedingungen fügen – und seine Truppen früher oder später aus dem Donezk-Gebiet abziehen. Solche Geschenke lehnt Selenskyj aber strikt ab. Deshalb stehen die Zeichen weiter auf Kampf.

Abnutzungskrieg geht weiter

„Im Moment wird sich der Abnutzungskrieg erst einmal fortsetzen“, sagt der Russland-Experte und Historiker Matthias Uhl. Er skizziert in seinem neuen Buch „Wie stark ist Russland wirklich? Die Wahrheit über Putins Militärmacht“ (Herder) mögliche Entwicklungen. Die Geschichte sei voll von Beispielen, in denen Kriege trotz Erschöpfung und Friedensbekundungen noch Jahre andauerten, weil jede Seite dachte, sie stünde kurz vor dem Sieg.

„Auch der russisch-ukrainische Krieg birgt die Gefahr, dass eine der beiden Seiten zu spät erkennt, wann der Endpunkt erreicht ist“, sagt Uhl. Er hat mehr als 20 Jahre in Russland gelebt und war dort am Deutschen Historischen Institut tätig, das von Moskau inzwischen als „unerwünscht“ eingestuft wurde.

„Russland ist aufgrund seiner Ressourcen durchaus in der Lage, noch weiter Krieg zu führen“, erklärt Uhl, der für das Max Weber Netzwerk Osteuropa arbeitet und weiterhin nach Russland reist. Zwar gebe es wachsende wirtschaftliche Schwierigkeiten – nicht zuletzt durch die Sanktionen. Doch der im Westen erhoffte Systemkollaps bleibt aus.

Übermacht der Drohnen verhindert echte Bewegung der Front

Der russische Militärexperte Dmitri Kusnez von der kremlkritischen Nachrichtenplattform „Meduza“ sieht wegen der hohen Ölpreise momentan eine Entlastung für Putins Kriegskasse. Er hat jedoch Zweifel, dass der russische Generalstab unter den Gegebenheiten eines Drohnenkriegs und dem langsamen Vormarsch der Truppen den Donbass bis zum Herbst einnehmen kann. Kusnez hält die Ukraine mit ihren technologischen Fortschritten für besser gerüstet für den Drohnenkrieg als die Russen.

„Gegen die Übermacht der Drohnen scheint es gegenwärtig noch kein Instrument zu geben“, unterstreicht auch Uhl. „Die müssten erst einmal auf dem Gefechtsfeld eliminiert werden, damit wieder ein erfolgreicher Vorstoß möglich ist. Dafür kämen wegen der Kosten nur Laser oder Maschinenwaffen infrage“, äußerte er sich im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Ukraine-Krieg - Donbass

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An der Front gibt es im Ukraine-Krieg kaum noch Bewegung. (Archivbild)

„Hinzu kommt, dass die Ukrainer zunehmend die russische Luftabwehr zerlegen und versuchen, die Krim und die von dort laufende Versorgung der Truppen abzuschneiden“, erläutert er. Russland zu schaffen machten auch die zahlreichen ukrainischen Angriffe auf Anlagen der russischen Ölindustrie. Präsident Selenskyj hat angekündigt, diese Attacken im Hinterland noch zu verstärken, damit Moskaus Kriegskasse nicht weiter so stark vom Energieexport profitiert.

Kremlchef Putin könnte Einsatz im Krieg erhöhen

Hardliner in Russland machen unterdessen Druck auf den Kreml, den Einsatz im Krieg zu steigern. Uhl hält es auch für denkbar, dass Moskau bei einem möglichen Rückgang der Freiwilligen, die mit viel Geld gelockt werden, andere Wege findet, um Personal für die Front zu beschaffen. Vorstellbar seien eine weitere Teilmobilmachung oder die Umdeutung der „militärischen Spezialoperation“, wie der Krieg offiziell heißt, in eine „Anti-Terror-Operation“. „Damit werde der Einsatz von Wehrpflichtigen möglich“, sagt Uhl.

Im Gegensatz dazu sieht er die Ukraine personell mit ihrer wesentlich kleineren demografischen Basis im Nachteil. „Der Mangel an Soldaten und hier vor allem an Infanterie wird sich höchstwahrscheinlich noch weiter verstärken“, sagt er. „Letzter Ausweg wäre wahrscheinlich die Mobilisierung der 18 bis 25 Jahre alten Männer, die bisher vom verpflichtenden Kriegsdienst ausgeschlossen sind.“ Personell sei Kiew momentan nicht in der Position, großangelegte Offensiven wie in den ersten drei Kriegsjahren zu starten.

Zwar baut das Land seine eigene Rüstungs- und Drohnenproduktion aus. Aber Kiew sei für den Kampf weiterhin auf westliche Präzisionswaffen, Luftverteidigungssysteme und Aufklärungsdaten der Geheimdienste angewiesen, die es laut Uhl inzwischen vor allem von den Franzosen erhält. Insgesamt sei die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Ukraine durch die Flucht vieler Menschen und die Mobilmachung langfristig geschwächt, schreibt Uhl.

Experte: Auch „unvorhersehbares Ereignis“ möglich

Neben dem Zermürbungskrieg skizziert er drei weitere Szenarien, wie es zu einem Ende des Krieges kommen könnte: das Einfrieren des Konflikts ohne einen Friedensvertrag. Oder ein aufgezwungener Kompromiss, ein von außen herbeigeführter Waffenstillstand, wie ihn die USA anstrebten.

Als letztes Szenario benennt der Historiker ein „unvorhersehbares Ereignis“. „Es ist nicht auszuschließen, dass das System Putin durch den fortdauernden Krieg zu einem vorzeitigen Ende kommt, weil dessen Wille, eine militärische Entscheidung herbeizuführen, Kraft und Moral des Landes erschöpfen.“ (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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