Preis-Schock an der TankeÖl knackt 100-Dollar-Marke – das müssen Autofahrer jetzt wissen

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Der Transport von Rohöl aus den Förderregionen am Persischen Golf durch die Straße von Hormus ist faktisch zum Erliegen gekommen. (Archivbild)
Die Kosten für Öl setzen ihren rasanten Anstieg wegen des Nahost-Konflikts fort und haben erstmals seit 2022 die Marke von 100 US-Dollar überstiegen. Seit mehr als einer Woche sind die globalen Energiemärkte, wie die dpa berichtet, infolge der Angriffe von USA und Israel auf den Iran massiv gestört.
Die Beförderung von Rohöl aus den Fördergebieten am Persischen Golf durch die Straße von Hormus ist praktisch gestoppt. Einem Bericht der „Financial Times“ nach beraten die führenden westlichen Industriestaaten (G7) über eine mögliche Ausschüttung von Erdölreserven, um den Preisauftrieb auf dem Weltmarkt zu dämpfen.
Können die G7 mit ihren Reserven die Preise stoppen?
Wie die „Financial Times“ mit Verweis auf Insider meldet, streben die USA eine gemeinsame Freigabe von Reserven der G7-Staaten in Höhe von 300 bis 400 Millionen Barrel an. Das würde einem Anteil von ungefähr 25 bis 30 Prozent der gesamten Vorräte entsprechen, die auf 1,2 Milliarden Barrel geschätzt werden. Zum Vergleich: Der weltweite Konsum von Rohöl beträgt circa 100 Millionen Barrel pro Tag.
Am Ölmarkt reichte der Bericht der „Financial Times“ bereits aus, um den Anstieg der Notierungen spürbar zu verlangsamen. Nachdem der Preis für Rohöl der Sorte Brent in der Nacht zum Montag zeitweise auf beinahe 120 Dollar je Barrel geklettert war, gab er einen Teil der Zuwächse wieder ab und wurde am Vormittag bei 105 Dollar gehandelt. Das sind aber immer noch über 40 Prozent mehr als vor Beginn der Angriffe auf den Iran.
Was ist jetzt für die Ölpreise entscheidend?
Vor allem ein Punkt ist ausschlaggebend: Wie lange die Beförderung von Rohöl aus den Förderregionen am Persischen Golf durch die Straße von Hormus unterbunden sein wird. „Je länger die Straße geschlossen bleibt, desto mehr Produktion dürfte in der Region heruntergefahren werden müssen“, heißt es in einer Analyse vom Bankhaus Metzler. „Solange kein Öl durch die Straße von Hormus transportiert wird, werden die Ölpreise weiter steigen“, erklärte Rohstoffexperte Warren Patterson, Leiter der Rohstoffstrategie bei der Bank ING.
Es gibt momentan allerdings keine Anzeichen für ein schnelles Ende des Krieges im Nahen Osten und der damit verbundenen Störungen bei der Lieferung von Energierohstoffen. Mit den jüngsten Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, der vom Iran eine bedingungslose Kapitulation verlangt hatte, und mit der Benennung des Hardliners Modschtaba Chamenei zum neuen iranischen Führer „nehmen die Risiken für ein längeres Andauern weiter zu“, steht in einer Analyse der Dekabank.
Warum ist die Straße von Hormus so verdammt wichtig?
Für den Transport von Rohöl in der globalen Wirtschaft haben Öltanker eine zentrale Bedeutung. Sie bringen den Rohstoff über Wochen zu den Zielhäfen und stellen die weltweiten Lieferströme sicher. Neben dem Suezkanal gilt dafür die Straße von Hormus zwischen dem Iran und Oman als besonders wesentlich. Durch die Meerenge am Persischen Golf wurden 2023 beinahe 30 Prozent des global verschifften Öls befördert, etwa ein Fünftel des weltweiten Bedarfs.
Was bedeutet der Öl-Schock für uns in Deutschland?
Müssen wir in Köln und der Region jetzt mit explodierenden Spritpreisen rechnen? Deutschland bezieht sein Rohöl zum Großteil nicht aus dem Nahen Osten. Im Jahr 2025 waren es laut Angaben des Statistischen Bundesamts lediglich 6,1 Prozent. Das schließt unter anderem den Irak, die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien ein. Das Liefervolumen macht 4,6 Millionen Tonnen von 75,7 Millionen Tonnen Rohöl aus, die insgesamt von dort nach Deutschland eingeführt wurden. Andere Staaten des Nahen Ostens wie Oman, Katar, Kuwait oder der Iran lieferten 2025 kein Rohöl in die Bundesrepublik.
Der wichtigste Rohöllieferant für Deutschland ist Norwegen. Von dort kommen 16,6 Prozent der Lieferungen. Knapp dahinter folgen die USA mit 16,4 Prozent. Das drittwichtigste Land ist Libyen mit 13,8 Prozent. Weitere wichtige Lieferanten sind Kasachstan und Großbritannien.
Gibt es auf dem Weltmarkt überhaupt genug Rohöl?
In den vergangenen Monaten hatte die Opec+ mehrfach die Produktionsmengen erhöht und damit die Sorge vor einem zu großen Angebot befeuert. Dies ist auch einer der wesentlichen Gründe, warum die Ölpreise in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres tendenziell sanken. Im Dezember wurde Öl der Nordseesorte Brent noch bei ungefähr 60 Dollar je Barrel gehandelt.
Mit dem starken Preissprung seit Beginn des Iran-Kriegs könnte aber auch das hohe Angebot nicht ausreichen, um die Ölpreise wieder auf das Niveau des vergangenen Jahres zu bringen. Der aktuelle Höhenflug beim Ölpreis alarmiert Ökonomen, die vor Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung, auch in Deutschland, warnen. Entscheidend dürfte die Dauer des Krieges sein.
(red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

