Krieg im Nahen Osten. Nach dem Angriff auf den Iran eskaliert die Lage. Wir halten euch über die aktuellen Ereignisse auf dem Laufenden.
Nahost-KriegNato-Luftabwehr fängt Rakete aus dem Iran ab
Aktualisiert
Der Iran-Krieg weitet sich nach der Tötung von Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei aus. Während Israel und die USA den Iran ins Visier nehmen, greifen der Iran und die Hisbollah Israel und weitere Ziele in der Region an. In unserem Liveblog halten wir euch über die wichtigsten Ereignisse auf dem Laufenden.
Mittwoch, 4. März
- Ein aus dem Iran abgefeuertes Geschoss ist nach Angaben des türkischen Verteidigungsministeriums von einem Nato-Abwehrsystem abgefangen worden. Das ballistische Geschoss war in Richtung des türkischen Luftraums unterwegs und durchquerte den Luftraum des Irak und Syriens, wie das Ministerium mitteilte. Ein Teil der Abwehrrakete fiel demnach in der Grenzprovinz Hatay auf eine freie Fläche, es gab keine Verletzten. Der Kommunikationschef des Präsidialamts, Burhanettin Duran, schrieb auf X, es habe sich um eine Rakete gehandelt. Die Türkei verhält sich im Krieg gegen den Iran neutral und hat sich lange um eine diplomatische Lösung des Konflikts bemüht.
- Für in Nahost gestrandete deutsche Urlauber und Urlauberinnen gibt es erste Zeichen der Entspannung. An den Flughäfen Frankfurt und München werden heute Linienmaschinen aus der Konfliktregion, unter anderem aus Dubai, erwartet. Kurzfristige Annullierungen seien jedoch kurzfristig möglich, heißt es. Am Donnerstag soll zudem der erste Evakuierungsflug im Auftrag der Bundesregierung ankommen.
- Nahe dem iranischen Atomtechnologiezentrum in Isfahan sind nach Angaben der UN-Atomwächter zwei Gebäude beschädigt worden. Es seien aber keine Gebäude betroffen, in denen sich nukleares Material befinde, und es bestehe daher auch aktuell kein Strahlungs-Risiko, teilte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien auf X mit. Deren Chef Rafael Grossi rief jedoch die Kriegsparteien an, maximale Zurückhaltung zu üben, um einen Atomunfall zu verhindern.
- Der Iran will nach offiziellen Angaben möglichst schnell einen Nachfolger für den getöteten obersten Führer Ayatollah Ali Chamenei benennen. Die Islamische Republik werde „ihr Bestes tun“, die Personalie rasch zu klären, teilte Ahmed Chatami, ein Mitglied des für die Auswahl des geistlichen Oberhauptes zuständigen Expertenrates. Zugleich deutete er an, dass die Auswahl länger in Anspruch nehmen dürfte. „Wir stehen kurz vor einer Entscheidung, aber es herrschen Kriegsbedingungen“, sagte Chatami im staatlichen Fernsehen.
- Eine iranische Rakete hat den größten US-Stützpunkt im Nahen Osten, Al-Udeid in Katar, getroffen. Verletzt wurde niemand. Angaben zum genauen Einschlagsort oder möglichen Schäden gibt es bislang nicht. Eine zweite ballistische Rakete wurde von der Luftabwehr abgefangen.
- Israel greift weitere Militäranlagen im Iran an. Die neuesten Attacken sollen sich gegen Abschussrampen und Flugabwehrsysteme richten. Von einer „breit angelegten Angriffswelle“ ist die Rede. Die US-Streitkräfte hingegen haben nach eigenen Angaben in den vier Tagen seit Kriegsbeginn fast 2000 Ziele in der Islamischen Republik angegriffen. Innerhalb von weniger als 100 Stunden wurden demnach auch 17 iranische Kriegsschiffe zerstört. In der Region seien nun mehr als 50.000 Soldaten/Soldatinnen, 200 Kampfflugzeuge, zwei Flugzeugträger und mehrere Bomber der USA im Einsatz, sagte Admiral Brad Cooper, Chef des US-Regionalkommandos für den Nahen Osten.
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Dienstag, 3. März
- Ein Drohnenangriff hat am Dienstag ein Feuer in der Nähe des US-Konsulats in Dubai ausgelöst. Der Brand konnte nach Angaben der örtlichen Behörden unter Kontrolle gebracht werden. Es habe keine Verletzten gegeben. US-Außenminister Marco Rubio bestätigte den Angriff, der einen Parkplatz neben dem Gebäude getroffen habe. Das Personal sei wohlauf. Der Angriff erfolgte inmitten iranischer Vergeltungsangriffe auf die US-israelischen Attacken auf die Islamische Republik.
- Ein erstes Flugzeug der emiratischen Airline Emirates aus Dubai ist nach den zahlreichen Flugausfällen wegen des Iran-Krieges in Frankfurt am Main gelandet. Der Linienflug landete um kurz nach 13.30 Uhr, wie ein dpa-Fotograf beobachtete. Auch auf einer Anzeigetafel im Ankunftsbereich des Flughafens wurde die Landung angezeigt. Die Airline äußerte sich zunächst nicht dazu, wie viele Passagiere an Bord waren.
- Der Reisekonzern Tui plant die Rückholung seiner im Nahen Osten festsitzenden Kunden und Kundinnen. Geplant sei, die Urlauber und Urlauberinnen mit Partner-Airlines wie Emirates, Qatar Airways und Etihad nach Deutschland zurückzubringen. Das sagte Vorstandschef Sebastian Ebel im Programm von n-tv. Eine konkrete Zahl nannte er nicht. „Wir gehen aktuell davon aus, dass wir die ersten Flüge mit diesen Unternehmen und unseren Gästen heute durchführen können“, sagte Ebel. Erste Flüge sollten nach München gehen. Zudem stünden eigene Flugzeuge von Tui Fly bereit. Diese seien „standby, sobald wir die Erlaubnis bekommen, dorthin zu fliegen und Kunden auch möglichst zügig abzuholen“. Wie schnell die Rückholung abgeschlossen werden könne, hänge von der Sicherheitslage ab. „Das ist heute seriös nicht genau vorherzusagen.“ Er gehe jedoch davon aus, dass es „etwas ist, was einige Tage dauern wird“.
- Der Angriff auf den Iran spaltet Europa: Norwegen und Spanien betonen die Eskalationsgefahr sowie völkerrechtliche Bedenken. Die Regierung in Madrid untersagte den Einsatz von Kampfflugzeugen von spanischen Stützpunkten. „Missionen, an denen die Stützpunkte beteiligt sind, müssen im Rahmen des Völkerrechts erfolgen“, sagte die spanische Verteidigungsministerin Margarita Roblesauf einer Pressekonferenz auf dem Luftwaffenstützpunkt Armilla. Die USA zogen ihre Jets von den Basen Morón de la Frontera (Andalusien) und Rota (Provinz Cádiz) ab. Ein Teil der Maschinen wurde nach Ramstein in Deutschland verlegt. Dabei handelt es sich vor allem um Luftbetankungsflugzeuge. In den vergangenen Wochen hatten sich die Aktivitäten auf der strategisch Bedeutsamen Airbase in der Pfalz bereits erheblich intensiviert.
Montag, 2. März
- Die Zahl getöteter US-Einsatzkräfte ist von vier auf sechs gestiegen. Die Streitkräfte hätten die Überreste zwei vermisster Soldaten aus einer Einrichtung geborgen, die während der ersten Angriffe des Iran in der Region getroffen worden sei, teilte das für die Region zuständige US-Kommando (Centcom) auf X mit.
- US-Präsident Donald Trump will die Angriffe auf den Iran noch verstärken. „Wir haben noch nicht einmal angefangen, hart zuzuschlagen“, sagte er in einem Interview dem Sender CNN. „Die große Welle kommt bald.“ Trump sagte, die Attacken liefen bislang sehr gut. „Wir prügeln sie windelweich.“ Er bekräftigte sein Ziel, den Krieg in etwa vier Wochen zu beenden. „Wir sind dem Zeitplan sogar voraus.“ Bislang hätten die USA 49 iranische Anführer ausgeschaltet. „Sie wissen nicht einmal, wer sie derzeit anführt.“ Als größte Überraschung nannte Trump die Angriffe des Irans auf die arabischen Staaten in der Region und deren Reaktion. „Sie wollten sich nur sehr geringfügig beteiligen. Und jetzt bestehen sie darauf, einbezogen zu werden.“
- TV-Star Verona Pooth (57) ist in Gedanken bei ihrem Sohn Rocco und der Freundin ihres Sohnes Diego, die nach der Schließung von Flughäfen derzeit in Dubai festsitzen. „Wir telefonieren stündlich, alles gut“, sagte Pooth nach einem Gerichtstermin in Düsseldorf. Rocco und Louisa hielten sich in einer Appartmentwohnung auf. Ihnen fehle es an nichts. „Das heißt, vor Ort sind die in Sicherheit, Gott sei Dank. Aber es ist eine sehr schwere und heikle Situation, deswegen trifft es mich hier heute doppelt und dreifach“, erklärte die Moderatorin. Erst wenn sie beide wieder zurück habe in Deutschland, gehe es ihr und ihrem Mann Franjo wieder gut, sagte die zweifache Mutter.
- Jetzt also doch: Bundesaußenminister Johann Wadephul sagte in Berlin, dass die Bundesregierung die Entsendung von Flugzeugen in den Nahen Osten vorbereitet, um dort gestrandete deutsche Touristen und Touristinnen nach Hause zu holen. Demnach sollen die Flieger in Maskat (Oman) und in Riad (Saudi Arabien) landen.
- Deutschland will sich nicht an militärischen Aktionen gegen den Iran beteiligen, wie Außenminister Wadephul im Deutschlandfunk klargestellt.
- Im Golfstaat Kuwait ist Berichten zufolge ein US-Kampfflugzeug abgestürzt. In sozialen Medien kursierten mehrere Videos, die den Vorfall zeigen sollen. Der Pilot des Kampfjets vom Typ F-15 sowie ein Waffenoffizier sollen sich örtlichen Berichten zufolge rechtzeitig aus der Maschine befreit haben. Der US-Nachrichtensender CNN lokalisierte die Videos und berichtete, der Absturz habe sich wenige Kilometer vom US-Luftwaffenstützpunkt Ali al-Salam entfernt ereignet. Es handle sich um ein Kampfflugzeug des Typs F-15 oder F/A-18. Allerdings hätten auch Kuwaits Streitkräfte solche Flugzeuge im Einsatz.
- In der gesamten Golfregion sitzen Tausende Urlauber und Urlauberinnen fest. Die Bundesregierung sieht keinen Handlungsbedarf – eine Rückholaktion ist laut Außenminister Johann Wadephul nicht geplant.
- Auf der Urlaubsinsel Zypern schlägt eine iranische Drohne auf einem britischen Militärstützpunkt ein. Die Drohne vom Typ Schahed habe „kurz nach Mitternacht“ (Ortszeit, 23.00 Uhr MEZ) die Basis Akrotiri im Süden Zyperns getroffen und dort „geringen Sachschaden“ angerichtet, bestätigt Präsident Nikos Christodoulides.
Sonntag, 1. März
- In der Kölner Innenstadt demonstriert die iranische Community mit einem Autokorso gegen das Mullah-Regime.
- Der Krieg hat Auswirkungen auf NRW. Der Flughafen Köln/Bonn streicht Flüge in die betroffene Region.
- Die Lage im Nahen Osten eskaliert. Influencer schildern ihrer Eindrücke.
Samstag, 28. Februar
- Wenige Stunden nach dem Angriff entwickelt sich ein Flächenbrand. Auch Dubai wird von Explosionen erschüttert.
- Am Abend bestätigt US-Präsident Donald Trump, dass der iranische Religionsführer Ajatollah Ali Chamenei tot ist.
- Israel und die USA starten einen gemeinsamen Angriff gegen den Iran. Der Präventivschlag erfolgte, nachdem eine weitere Verhandlungsrunde über das iranische Atomprogramm gescheitert war.

