Nach dem Gold-Dinner bei Trump lässt Bürgermeister Mamdani König Charles eiskalt abblitzen. Der Epstein-Skandal drückt.
Eiszeit im Big AppleBürgermeister lässt König Charles III. abblitzen

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New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani trifft König Charles nur kurz.
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Der Kontrast könnte kaum heftiger sein: Am Dienstagabend speiste König Charles III. noch bei Donald Trump im Weißen Haus von Goldtellern, am Mittwoch folgte der diplomatische Kälteschock in New York. Beim Besuch des 9/11-Memorials kassierte der britische Monarch eine handfeste Abfuhr von Bürgermeister Zohran Mamdani.
Protokollarische Klatsche am Ground Zero
Während Trump den König als engen Verbündeten feierte, zeigte Mamdani dem Gast aus London die kalte Schulter. Ein privates Treffen unter vier Augen? Abgelehnt! Der Bürgermeister ließ über sein Team ausrichten, dass er lediglich an der offiziellen Kranzniederlegung teilnehme.
Mehr als ein kurzer Händedruck und ein flüchtiges Lächeln für die Kameras war nicht drin. Mamdani nutzte die Bühne lieber für politische Forderungen: Er legte dem König öffentlich nahe, den legendären „Koh-i-Noor“-Diamanten aus den Kronjuwelen an Indien zurückzugeben – für Kritiker ein Symbol kolonialer Ausbeutung.
Epstein-Schatten über Manhattan
Doch nicht nur die koloniale Vergangenheit belastet den Staatsbesuch. Über dem Aufenthalt in New York schwebt unübersehbar der Schatten des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein. Dessen Missbrauchsnetzwerk hatte in Manhattan sein Zentrum – mittendrin Charles’ Bruder, Prinz Andrew.
Dass der König seinen Kranz kaum eine Meile entfernt von dem Gefängnis niederlegte, in dem Epstein 2019 starb, sorgt für Kritik. Opfer-Organisationen werfen dem Palast vor, kein Treffen mit Betroffenen eingeplant zu haben.
Flucht nach Harlem
Nach dem unterkühlten Termin am Ground Zero zog der König schnell weiter nach Harlem, um ein ökologisches Farm-Projekt zu besuchen. Es war Diplomatie auf Sparflamme: Während Charles in Washington noch mit britischem Humor punktete, stieß er in New York an die Grenzen der royalen Strahlkraft. Im Big Apple wird er nicht als glanzvolles Symbol empfangen, sondern mit den Fehltritten seiner Familie und der Geschichte seiner Institution konfrontiert.
Der Buckingham Palace schweigt beharrlich zu den Forderungen des Bürgermeisters und der Epstein-Kritik. Man versucht, die Aufmerksamkeit krampfhaft auf die Wohltätigkeitsprojekte in Harlem zu lenken. (jag)
