Beim Empfang von König Charles III. sorgte Donald Trump für einen peinlichen Moment: Seine Mutter war früher total in den Royal verknallt.
„Charles, er ist so süß“Trump blamiert sich – König winkt ab

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König Charles und Donald Trump während des Staatsbesuchs.
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Mit einer privaten Geschichte über seine Mutter sorgt Donald Trump während eines Staatsbesuchs für einen extrem unangenehmen Moment. Der König reagiert darauf eiskalt.
Am Dienstag (28. April 2026) fand in Washington der Empfang für König Charles III. und Königin Camilla statt. Die Veranstaltung war gekennzeichnet durch eine Mischung aus militärischem Pomp und unerwartet persönlichen Anmerkungen. US-Präsident Donald Trump wollte die Gelegenheit nutzen, um die enge Beziehung zwischen den USA und Großbritannien zu unterstreichen. Stattdessen erregte er mit einer befremdlichen Anekdote großes Aufsehen.
Trump sorgt für Stirnrunzeln im Weißen Haus
Vor dem Weißen Haus sprach Trump über die große Verehrung seiner verstorbenen Mutter Mary MacLeod für die britische Königsfamilie. Dabei ging er aber viel weiter, als es der protokollarische Rahmen eines Staatsbesuchs normalerweise zulässt. „Meine Mutter war verknallt in Charles“, teilte er den verdutzten Anwesenden mit.

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Donald Trump spricht, Charles III. reagiert mit kühler Miene – und überspielt den peinlichen Moment beim Staatsbesuch in Washington mit diplomatischer Gelassenheit.
Und er setzte noch einen drauf: „Kann man das glauben? Unglaublich, ich frage mich, was sie jetzt denkt.“ Seine Mutter, die im schottischen Stornoway geboren wurde, habe königliche Events immer mit Begeisterung verfolgt. Trump zitierte sie mit den Aussagen: „Schau Donald, wie schön das ist!“ und: „Charles, der junge Charles, er ist so süß.“
„Charles, der junge Charles, er ist so süß“
Die Bemerkung wirkte laut Medienberichten besonders deplatziert und seltsam, da Donald Trump und der König fast gleichaltrig sind. Die Mutter des Präsidenten gehörte einer wesentlich älteren Generation an. Charles' Reaktion war äußerlich unbewegt; er lächelte nur kurz. Mit einer kleinen Geste wischte er die Situation beiseite, ohne darauf verbal einzugehen. Beobachter interpretieren dies als stoisches Ignorieren eines Moments, der dem feierlichen Anlass nicht gerecht wurde.
Das US-Magazin „Mother Jones“ bezeichnete es offen als einen „Fremdscham-Moment“. In einem bissigen Kommentar hieß es: „Was zum königlichen Teufel redet Trump da eigentlich?“ Der König habe die peinliche Szene mit „königlicher Gelassenheit“ einfach übergangen.
Internationale Medien reagieren auf den Vorfall
Auch die Zeitung „The Independent“ stuft die Situation als „unangenehmen Moment“ ein. Charles habe diesen jedoch mit einem routinierten Lächeln und einer abwinkenden Handbewegung souverän gemeistert.

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Gelegentlich konnten Charles III. und Camilla (links neben Melania Trump) jedoch ein herzliches Lachen nicht unterdrücken.
Die britische Publikation „The Guardian“ bewertet die Szene etwas sachlicher. Sie hebt aber ebenfalls hervor, dass der außergewöhnlich persönliche Tonfall nicht zum formellen Charakter des Treffens passte. Gleichzeitig wird betont, wie beherrscht der Monarch darauf reagierte.
Politische Agenda trotz persönlicher Ausrutscher
Neben diesen persönlichen Einwürfen betonte Trump die Wichtigkeit der transatlantischen Partnerschaft. „Keine engeren Freunde als die Briten“ hätten die Amerikaner seit ihrer Unabhängigkeit gehabt. Über das Wetter witzelte er außerdem: „Was für ein schöner britischer Tag das ist.“

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König Charles III. während seiner Rede im Repräsentantenhaus des US-Kapitols in Washington.
Trotz dieser lockeren Einlagen war der Staatsbesuch von einer politisch angespannten Atmosphäre geprägt. Im weiteren Verlauf hielt Charles III. eine geschichtsträchtige Rede vor dem US-Kongress. Es war die erste eines britischen Monarchen seit 1991. In seiner Ansprache sprach er von der „besonderen Beziehung“ zwischen den beiden Ländern, machte aber klar, dass diese zwar gewachsen, aber „nicht selbstverständlich“ sei.
Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stand der Appell zu gemeinsamer Verantwortung in einer „volatilen und gefährlichen Zeit“. Charles unterstrich die Wichtigkeit von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und der Zusammenarbeit zwischen den Nationen. Er rief dazu auf, die gemeinsamen Werte aktiv zu verteidigen. Damit warnte er indirekt vor zunehmender politischer Spaltung und hob die Funktion multilateraler Bündnisse hervor. Die Rede im Kongress wurde mehrfach von stehenden Ovationen begleitet. (jag)
