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Luftwaffen-Chef mit Klartext„Bereit, heute Nacht gegen Russland zu kämpfen“

Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD, links) steht neben  Generalleutnant Holger Neumann, während er die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) am Flughafen BER in Schönefeld besichtigt.

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Der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD, links) steht neben  Generalleutnant Holger Neumann, während er die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) am Flughafen BER in Schönefeld besichtigt.

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Deutliche Töne aus Berlin: Luftwaffenchef Holger Neumann sagt, Deutschland sei „heute Nacht“ bereit, gegen Russland zu kämpfen – falls Moskau NATO-Gebiet angreift.

Die Botschaft ist unmissverständlich – und sie kommt von einem deutschen Spitzenmilitär: Der Oberbefehlshaber der Luftwaffe, Generalleutnant Holger Neumann, erklärt in einem Interview mit dem britischen „Telegraph“ am Montag (15. Juni), Deutschland sei bereit, „heute Nacht“ gegen Russland zu kämpfen, falls Moskau ein NATO-Land angreift.

Neumann erklärt weiter, die Luftwaffe werde „jeden Zentimeter“ NATO-Territorium verteidigen – ohne Zweifel.

„Keine unterschiedlichen Sicherheitszonen“ in der NATO

Der Inspekteur der Luftwaffe warnt: In der NATO gebe es „keine unterschiedlichen Sicherheitszonen“. Übersetzt heißt das: Ein Angriff auf Estland würde dieselbe Reaktion auslösen wie ein Luftangriff auf London. Sollte die Allianz gezwungen sein, sich zu verteidigen, würden mögliche Ziele wie die Kola-Halbinsel im Nordwesten Russlands, Kaliningrad oder auch der Schwarzmeerraum in den Fokus geraten.

Dass ein deutscher Militärchef so deutlich wird, ist bemerkenswert – und steht für den Kurswechsel in Berlin: Deutschland rüstet auf, will deutlich mehr Verantwortung in Europa übernehmen. Neumann selbst steuert diesen Umbau in der Luftwaffe. Er verweist auf milliardenschwere Investitionen, um die Bestände der Luftverteidigung massiv zu erhöhen – etwa mit Patriot-, Iris-T- und Arrow-3-Systemen.

Der Luftwaffen-Chef versucht damit auch ein altes Misstrauen zu zerstreuen: die Sorge, Deutschland könnte im Ernstfall zögern, wenn Russland die kleineren NATO-Staaten an der Ostflanke attackiert. Neumann betont, genau dort müsse das Signal besonders klar sein – in der Ostsee-Region und im Norden.

„Kampfbereit heute Nacht“

Und er wird noch konkreter: „Kampfbereit heute Nacht“ bedeute, dass die Luftwaffe sofort reagieren könne, wenn es einen Alarm gebe. Dann werde Deutschland „mit allem, was wir haben“ in die Verteidigung gehen – national und im NATO-Verbund. Neumann verweist dabei auch auf die schiere Wucht der Allianz: Im Ernstfall stünden „32 gegen X“, also die Luftstreitkräfte von 32 NATO-Staaten gegen den Angreifer.

Trotz der Kampfansage warnt Neumann aber auch: Man dürfe Russlands Luftwaffe nicht unterschätzen – auch wenn Moskau in der Ukraine bislang keine Luftüberlegenheit erreicht habe. Russland habe sich in vier Jahren Krieg angepasst, sagt er, und verfüge weiter über gefährliche Mittel – Kampfflugzeuge, aber auch Marschflugkörper, ballistische und hyperschallschnelle Raketen.

Am Ende steht eine klare Linie, die man in dieser Schärfe aus Berlin lange nicht gehört hat: Deutschland will im Bündnis nicht nur mitreden – sondern im Ernstfall auch liefern. Neumanns Schlusssatz zur Stimmung im Land klingt wie eine weitere Botschaft Richtung Moskau: Die Menschen seien oft „bereiter, als es scheint, wenn es darauf ankommt“. (mg)

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