Kampf um Abtreibungspille: Supreme Court spricht Machtwort
Kampf um AbtreibungspilleGerichtshof erlaubt vorerst weiter den Versand per Post

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Der Oberste Gerichtshof in den USA hält den Zugang zur Abtreibungspille Mifepristone per Post zunächst aufrecht. (Archivbild)
Ein Urteil mit Gänsehaut-Faktor für Millionen Frauen in den USA: Der erbitterte Kampf um die Abtreibungspille Mifepriston erreicht die nächste Stufe. Jetzt hat der Supreme Court ein vorläufiges Machtwort gesprochen – mit enormen Konsequenzen.
Die Abtreibungspille Mifepriston kann in den Vereinigten Staaten auch künftig online angefordert und per Post zugestellt werden. Ein zwingender persönlicher Besuch beim Arzt ist zunächst nicht erforderlich. Dies verfügte der Oberste Gerichtshof am Donnerstag und stoppte damit Auflagen einer niedrigeren Gerichtsinstanz, solange das Hauptverfahren zu dem Medikament andauert.
Zuvor hatten die Produzenten des Präparats den Supreme Court in einem dringlichen Verfahren kontaktiert. Sie äußerten die Befürchtung, dass es zu gravierenden Konsequenzen für die medizinische Versorgung von Frauen im ganzen Land kommen könnte.
Streit um Abtreibungspille: Darum geht es
Anfang des Monats hatte ein Bundesberufungsgericht in New Orleans den Erhalt von Abtreibungspillen über den Postweg erheblich erschwert. Damit entsprach das Richtergremium einer Klage des von den Republikanern regierten US-Bundesstaats Louisiana. Louisiana brachte vor, dass die Vorgaben der US-Arzneimittelbehörde FDA, die eine Zusendung nach telemedizinischer Beratung gestatten, das beinahe totale Abtreibungsverbot des Staates aushöhlen.
Der Beschluss des Berufungsgerichts hätte bedeutet, dass das Mittel von Anbietern nur noch direkt in Kliniken oder Arztpraxen hätte ausgehändigt werden dürfen. Eine Verfügung des Obersten Gerichtshofs hatte diese Beschränkung allerdings schon in der Vorwoche temporär ausgesetzt. Durch die frische Entscheidung von diesem Donnerstag wird dieser Zustand nun vorerst beibehalten.
Nach Kippung von „Roe v. Wade“: Pille per Post immer wichtiger
Insbesondere in den letzten Jahren hat sich diese Vorgehensweise zu einer der zentralsten Optionen für Schwangerschaftsabbrüche in den USA gemausert. Nachdem der Supreme Court im Jahr 2022 das seit 1973 bestehende, landesweite Recht auf Abtreibung („Roe v. Wade“) aufgehoben hatte, war es den einzelnen Bundesstaaten möglich, eigene, zum Teil sehr rigide Verbote zu beschließen.
Dadurch wurde die telemedizinische Verschreibung mit anschließender Lieferung nach Hause explosionsartig wichtiger. Der kleine „Wie bitte?!“-Moment in dieser Debatte: Mifepriston wird mittlerweile bei der Mehrzahl aller Schwangerschaftsabbrüche in den USA angewendet. (dpa/red)
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