Kubas Ex-Präsident Castro droht eine Anklage aus den USA.
US-Justiz jagt CastroDem 94-Jährigen droht Anklage wegen tödlichem Abschuss

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Die USA unternehmen laut Medienberichten Schritte, um den kubanischen Revolutionsführer Raúl Castro anzuklagen. (Archivbild)
Ein fast 30 Jahre altes Drama könnte für Kubas Ex-Präsidenten Raúl Castro (94) jetzt ein juristisches Nachspiel haben. Aus den USA kommen Signale, die auf eine Anklage gegen den hochbetagten Politiker hindeuten – es geht um einen tödlichen Vorfall in der Luft.
Der US-Sender „CBS News“ meldet unter Verweis auf amerikanische Beamte, dass die Vereinigten Staaten Schritte für eine Anklage gegen den 94-jährigen Ex-Staatschef vorbereiten. Auch das Blatt „USA Today“ bringt eine mögliche Anklageerhebung mit der damaligen Affäre in Verbindung und nennt zwei Quellen, die mit dem Vorgang vertraut sind.
In den USA bedarf ein solches Verfahren in der Regel der Zustimmung einer Grand Jury. Nachdem die Staatsanwaltschaft Beweismittel vorgelegt hat, befindet diese Gruppe von Geschworenen darüber, ob überhaupt ein Fall zur Anklage kommt.
Was geschah am 24. Februar 1996?
Der Hintergrund ist ein dramatischer Vorfall: Am 24. Februar 1996 holte die kubanische Luftwaffe zwei Maschinen der in Miami beheimateten Exil-Organisation „Hermanos al Rescate“ (Brüder zur Rettung) vom Himmel. Bei dem Vorfall kamen Menschen ums Leben, drei der Opfer besaßen die US-Staatsbürgerschaft.
Laut der Darstellung aus Havanna hatten die Cessna-Maschinen den kubanischen Luftraum verletzt. Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) gelangte jedoch zu der Einschätzung, dass der Abschuss über internationalen Gewässern stattfand. Die Organisation „Hermanos al Rescate“ löste sich 2003 auf.
US-Politiker fordern Konsequenzen
In den USA gibt es politischen Rückenwind für eine Anklage. Ron DeSantis, der republikanische Gouverneur von Florida, äußerte sich auf der Plattform X zu dem Bericht von CBS News mit den Worten: „Gib Gas, das hat lange auf sich warten lassen!“.
Schon in den letzten Monaten hatten diverse US-Medien von einem Schreiben berichtet. Darin sollen mehrere Abgeordnete des Kongresses die Regierung der USA zu einer Anklage gegen Raúl Castro gedrängt haben. Der Vorwurf lautet, dass er in seiner damaligen Rolle als Verteidigungsminister den Befehl zum Abschuss gab.
Castros Rolle heute: Graue Eminenz auf Kuba
Raúl Castro hat sich zwar aus dem politischen Alltagsgeschäft zurückgezogen, nachdem er 2018 sein Präsidentenamt und 2021 die Führung der Kommunistischen Partei niedergelegt hatte. Doch als jüngerer Bruder des Revolutionsführers Fidel Castro genießt er weiterhin hohe Wertschätzung.
Er wird als wichtiger Ratgeber für Präsident Miguel Díaz-Canel angesehen und verfügt als ehemaliger Verteidigungsminister über exzellente Kontakte innerhalb des einflussreichen Militärs. Sein letzter öffentlicher Auftritt war bei einer Kundgebung am 1. Mai, wo er neben seinem Nachfolger Díaz-Canel zu sehen war. (dpa/red)
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