Madrid sendet ein Vermögen, aber auf der Insel macht sich Ärger breit.
Milliarden-Regen für MalleDoch die Freude über das Entlastungspaket hält sich in Grenzen

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Pedro Sánchez lächelt vor blauem Banner.
Die Regierung in Madrid hat wegen der wirtschaftlichen Auswirkungen des Irankonflikts ein riesiges Hilfsprogramm aufgelegt. Die ersten Erleichterungen sind seit Sonntag (23. März 2026) in Kraft und für viele auf Mallorca sofort beim Tanken spürbar: Wer Super tankt, spart auf einen Schlag circa zehn Euro, bei einem vollen Dieseltank sind es ungefähr 8,60 Euro.
Ungefähr 80 einzelne Aktionen sind Teil des staatlichen Programms, das ein Gesamtvolumen von etwa fünf Milliarden Euro aufweist. Über 20 Millionen Haushalte sowie eine Vielzahl von Firmen sollen davon einen Vorteil haben. Für Mallorca und die umliegenden Inseln sind allein mehr als 70 Millionen Euro für unmittelbare Zuschüsse und steuerliche Vergünstigungen eingeplant. Die Mehrwertsteuer für Strom, Gas und Treibstoffe wurde von 21 Prozent auf 10 Prozent gesenkt. Das hatte zur Folge, dass der durchschnittliche Benzinpreis auf der Ferieninsel über Nacht von 1,872 auf 1,672 Euro je Liter abstürzte. Das berichtet „Mallorca Magazin“.
Trotz Milliarden-Hilfe: Wut bei Unternehmern und Spediteuren
Obwohl die Verbraucher eine deutliche Erleichterung spüren, ist die Laune bei den Unternehmen im Keller. Der Chef des balearischen Transportverbands sagte, die Wirkung sei „nicht der erwartete sein“. Andere reden sogar von „unzureichenden Maßnahmen“. Der Sektor hat mit einem „doppelten Problem“ zu kämpfen: teure Energie und die speziellen Frachtkosten, die durch die Inselsituation entstehen. Ein Sprecher des Sektors beklagte: „Für uns gibt es keinerlei direkte Hilfen“. Sollten Firmen weiterhin jeden Tag Miese machen, sei es möglich, dass sie „in Kürze nicht mehr weiterarbeiten“.
Weitere Wirtschaftsverbände verlangen ebenfalls Korrekturen. Es wurde geäußert, dass die Aktionen vor allem auf private Haushalte abzielen, aber die Unternehmen ebenfalls dringend zusätzliche Hilfe benötigen. Die langsame Auszahlung sorgt für zusätzlichen Unmut. Ein Zitat aus dem Sektor lautet: „Rabatte erst nach zwei Jahren zu erhalten, hilft in der Praxis nicht“. Lediglich die Arbeitnehmervertretungen UGT & CCOO heißen das Programm gut und preisen insbesondere die „sozialen Komponenten“.
Zoff um Mieten: Nächstes Krisen-Thema für die Regierung
Aber schon bahnt sich in der Wohnungspolitik der nächste Konflikt an. Eine zweite Verordnung, die eine Deckelung der Mieten sowie die selbsttätige Verlängerung von Mietverhältnissen beinhaltet, findet aktuell keine gesicherte parlamentarische Zustimmung. Vertreter der Immobilienbranche läuten die Alarmglocken und weisen auf nachteilige Auswirkungen für Vermieter und Mieter hin. Die vorgesehene Deckelung von Mieterhöhungen sei sowieso „faktisch wirkungslos“.
Das Maßnahmenpaket führt auch auf politischer Ebene zu einer massiven Auseinandersetzung. Der Repräsentant der Zentralregierung aus Madrid auf den Balearen macht der konservativen Regionalregierung den Vorwurf der „mangelnden Unterstützung“. Des Weiteren bemängelte er scharf das Fehlen der balearischen Ministerpräsidentin Marga Prohens bei entscheidenden Verhandlungen. Es ist „sehr schwer nachvollziehbar, dass sie nicht dort ist, wo sie sein sollte“. Das Kabinett von Ministerpräsident Pedro Sánchez beschreibt das Programm als einen „offenen Plan“, dessen Gültigkeit bis Juni befristet ist und der bei Notwendigkeit modifiziert werden kann. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

