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Anzeige auf MallorcaPromi-Zoff auf Malle: Was Deutschland vom Fall Fernandes gegen Ulmen lernen muss

Collien Fernandes und Christian Ulmen

Copyright: IMAGO / Sven Simon

Collien Fernandes und Christian Ulmen.

Krach im Paradies. Aber hinter dem Promi-Drama steckt eine ernste Botschaft.

Auf Mallorca eskaliert ein Promi-Konflikt vor Gericht. Collien Fernandes hat ihren Ex-Mann Christian Ulmen angezeigt. Der Vorwurf dreht sich um sogenannte Deepfakes, also gefälschte Videoclips. Es gilt die Unschuldsvermutung, und die Justiz in Palma untersucht den Sachverhalt auf eine mögliche Straftat. Doch diese Auseinandersetzung beleuchtet ein weitaus größeres Problem.

Dass die Anzeige ausgerechnet auf der Baleareninsel gestellt wurde, hat einen ernsten Hintergrund. Im Vergleich zu Deutschland ist Spanien beim Vorgehen gegen geschlechtsbezogene Gewalt und Cyber-Attacken deutlich weiter. „Besonders beeindruckend ist die Art und Weise, wie intensiv sich diese Gesellschaft mit dem Thema Gewalt gegen Frauen auseinandersetzt. Da können wir sehr viel von lernen“, äußerte die deutsche Botschafterin in Madrid, Maria Margarete Gosse, während eines Gesprächs. „Spanien hat sogar eine eigene Staatsanwaltschaft, die auf dieses Thema spezialisiert ist.“ Das berichtet „Mallorca Zeitung“.

Ein Blick auf die Statistik macht den Unterschied klar. Das Bundeskriminalamt legte 2024 erstmals ein „Bundeslagebild“ über Gewalt gegen Frauen vor. Die Bilanz für 2023 ist schockierend: 938 versuchte Tötungen und 360 vollzogene Morde an Mädchen und Frauen wurden aufgedeckt. In Spanien hingegen werden solche Daten schon lange öffentlich diskutiert. Auf den Balearen allein befanden sich im September 2025 ganze 4.295 Fälle von geschlechtsbezogener Gewalt in polizeilicher Untersuchung.

Ob es die Policía Nacional in den Metropolen Palma und Manacor ist oder die Guardia Civil in den Dörfern – alle Einsatzkräfte halten sich an ein striktes Vorgehen. Die ernste Situation in Palma verdeutlicht Eduardo Pérez, Leiter der Spezialeinheit UFAM (Einheit für die Betreuung von Familie und Frauen): „Hier vergeht kein Tag, an dem niemand kommt.“ Die Zahl der Anzeigen variiert: An manchen Tagen sind es vier bis fünf, an schlechten aber weitaus mehr.

Um Betroffenen rasch und wirksam beizustehen, setzen sämtliche Sicherheitsbehörden auf das digitale System VioGén2. Diese IT-Plattform erlaubt einen zügigen Informationsaustausch und stellt sicher, dass Schutzanordnungen sofort umgesetzt werden. Das „protocolo 2025“ des Innenministeriums garantiert, dass die Versorgung der mutmaßlichen Opfer inselweit einheitlich hohen Ansprüchen genügt.

Spanien zeigt sich auch bei Deepfakes fortschrittlicher. In Deutschland wird über entsprechende Gesetze erst debattiert, während die Regierung in Spanien schon am 13. Januar einen Gesetzesentwurf verabschiedet hat. Dieser Entwurf soll die nicht genehmigte Verwendung von Bild- oder Stimmmaterial einer Person mittels künstlicher Intelligenz für geschäftliche Zwecke für illegal erklären. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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