Um weiteren Atommüll abzuwehren, geht Ahaus den Klageweg.
Nuklear-Zoff spitzt sich zuStadt in NRW kämpft gegen Abfall aus dem Süden

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Der Forschungsreaktor München II (FRM II) steht auf dem Gelände der Technischen Universität München (TUM) im Norden der bayerischen Landeshauptstadt.
21 Castor-Behälter vor der Tür: Justiz muss Lagerung in Ahaus verhindern
Die Kommune Ahaus will gerichtlich unterbinden, dass 21 Castor-Behälter vom Versuchsreaktor München II in ihrem Zwischenlager deponiert werden. Aus diesem Grund hat die Stadtverwaltung das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht (OVG) in Münster angerufen.
Der Hintergrund für diese drastische Maßnahme: Vom Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (Base) wurde für August 2025 eine Genehmigung zur Aufbewahrung des Atommülls aus Bayern ausgestellt, so meldet die dpa. Der Hammer dabei: Diese Erlaubnis ist sofort wirksam. Die Stadt legte zwar Widerspruch ein, was die Situation aber vorerst nicht verändert.
Eilantrag gegen die Castor-Transporte
Der Widerspruch entfaltet keine aufschiebende Wirkung. Das heißt konkret: Die Transporte von München nach Nordrhein-Westfalen könnten jederzeit starten. Genau auf die Unterbindung dieses sofortigen Vollzugs zielt das Eilverfahren beim OVG ab. Laut einer Gerichtssprecherin gibt es für den Straßentransport der 21 Castor-Behälter aus Bayern nach NRW bereits rechtskräftige Bewilligungen.
Für Ahaus ist das keine neue Auseinandersetzung dieser Art. Das OVG hatte bereits 2024 verfügt, dass radioaktiver Abfall aus dem rheinischen Jülich in der münsterländischen Stadt gelagert werden darf. In dem Fall ging es um 152 Castor-Behälter. Auch hiergegen war die Kommune juristisch vorgegangen, blieb am Ende aber ohne Erfolg.
Betriebserlaubnis für Ahaus endet 2036
Das Zwischenlager in Ahaus verfügt über rechtskräftige Bewilligungen aus dem Jahr 1987, die ihre Gültigkeit am 31. Dezember 2036 verlieren. Diese gestatten die Lagerung von abgebrannten Brennelementen aus Leichtwasserreaktoren und von bestrahlten Kugelbrennelementen aus dem früheren Thorium-Hochtemperatur-Reaktor in Hamm. Falls weiterer Nuklearabfall hinzukommen soll, wie nun aus München, muss das Bundesamt dafür gesonderte Änderungsbescheide ausstellen.
Das Kernproblem bei der ganzen Sache: In Deutschland fehlt bis heute ein einziges Endlager, in dem hochradioaktiver Müll für Hunderttausende von Jahren sicher verwahrt werden kann. Stattdessen gibt es sechzehn Zwischenlager – und eines davon steht in Ahaus. (red)
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