Der Bund stößt den Energie-Giganten Uniper wieder ab.
Paukenschlag bei UniperBund startet Verkauf des verstaatlichten Energie-Konzerns

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Die Bundesregierung hat mit dem Verkaufsprozess des Energiekonzerns Uniper begonnen. (Symbolbild)
Uniper-Verkauf startet! Bund will Energie-Riesen loswerden – Poker um die Zukunft beginnt
Nach der Milliarden-Rettung vor rund dreieinhalb Jahren ist Schluss mit Staatshilfe! Der Bund stößt den Energie-Giganten Uniper ab. Doch wie der Konzern wieder in private Hände kommt, ist noch völlig offen.
Der Startschuss für den Wiederverkauf des Energiekonzerns ist gefallen. Wie aus einem Inserat in der „Financial Times“ vom Dienstag hervorgeht, erwägt die Regierung neben einer direkten Veräußerung auch einen Gang an die Börse. Eine finale Entscheidung über den Umfang, den Zeitplan oder die genaue Form der Transaktion steht laut der Anzeige aber noch aus. Der deutsche Staat besitzt zurzeit mehr als 99 Prozent der Anteile.
Auch die „Süddeutsche Zeitung“ meldete am Dienstag Vergleichbares und berief sich auf eigene Informationen. Demnach ist der Bund offen für den Verkauf von Aktienpaketen an Investoren, aber auch ein Börsengang oder eine Mischform sei denkbar. Interessierte Firmen können sich laut der Zeitung bis zum 12. Juni beim Finanzministerium melden. Gesucht werden aber nur Geldgeber mit langem Atem, die den Konzern als Einheit erhalten wollen.
Uniper-Chef: Konzern jetzt „stabiler und klarer aufgestellt“
„Uniper freut sich über die heutige Ankündigung des Bundesministeriums der Finanzen“, erklärte Uniper-Chef Michael Lewis in einem Statement. Der Konzern sei nun stabiler, widerstandsfähiger und strategisch klarer aufgestellt. Das Geschäft sei konsequent auf sichere Erträge getrimmt und Uniper weise eine robuste Bilanz auf.
Lewis weiter: „Damit sind wir nicht nur wieder in der Lage, Dividenden auszuschütten, sondern können zugleich gezielt in Wachstum und Transformation investieren - mit einer klaren Strategie für nachhaltigen Wert und Versorgungssicherheit.“ Wer das letzte Wort bei Form und Zeitplan der Reprivatisierung hat, ist aber klar: der Bund, wie der Konzern betonte.
Darum musste der Staat den Energie-Riesen retten
Als Deutschlands größter Gasimporteur war Uniper 2022 in eine existenzbedrohende Lage geraten. Der Grund: Nach dem Angriff auf die Ukraine stoppte Russland seine Gaslieferungen. Die Bundesrepublik bewahrte das Unternehmen mit Milliarden-Hilfen vor dem Aus und wurde so quasi zum alleinigen Eigentümer.
Die EU hatte die staatlichen Hilfen damals an zahlreiche Bedingungen geknüpft. Eine der wichtigsten Auflagen: Deutschland muss seine Beteiligung bis Ende 2028 auf höchstens 25 Prozent plus eine Aktie verringern. Mögliche Verkaufsabschlüsse sind bis November geplant, parallel wird an einem Börsengang für Januar 2027 gearbeitet.
Von Düsseldorf bis Schweden: Das steckt hinter Uniper
Bei der Stromerzeugung und im Gashandel gehört Uniper zu den größten Energiekonzernen in Europa. Rund 1.000 Stadtwerke und Firmen stehen auf der Kundenliste. Der Konzern mit Hauptsitz in Düsseldorf unterhält unter anderem Steinkohle- und Gaskraftwerke in Deutschland, Großbritannien und Schweden.
Der Konzern erzeugt auch Strom aus Wasserkraft. Ein überraschendes Detail: In Schweden ist Uniper Mehrheitseigentümer eines Atomkraftwerks. In Deutschland ist das Unternehmen obendrein der größte Betreiber von Gasspeichern. Ende März waren knapp 7.200 Menschen bei der Firma beschäftigt. (dpa/red)
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