Polizei NRW Rentnerin (71) an der Angel: Liebesbetrüger geht fast über Leichen

Eine rote Rose liegt auf einem weißen Laptop.

Eine Frau aus Windeck fiel auf einer Online-Partnerbörse auf einen Betrüger rein, der ihr Liebe vorgaukelte. Die Polizei berichtete am Dienstag (2. November 2021) über den Fall. Das Symbolfoto ist undatiert. 

Eine Rentnerin ist auf einen miesen Liebesbetrüger reingefallen. Der ging sogar fast über Leichen. 

Windeck. Wo die Liebe hinfällt ... kann es richtig teuer werden! Das musste eine Rentnerin (71) am eigenen Leib erfahren. Sie lernte auf einer Online-Partnerbörse einen Mann kennen, der ihr eine gemeinsame Zukunft versprach. Der angebliche Bauingenieur gaukelte ihr die große Liebe vor – und nahm sie dann aus wie eine Weihnachtsgans. 

Die Polizei berichtete am Dienstag (2. November 2021) über den typischen Fall des sogenannten Love-Scamming. Bei dieser modernen Form des Heiratsschwindels benutzen die Täter gefälschte Profile bei Single-Börsen. 

Frau aus Windeck lernt im Internet angeblichen Bauingenieur kennen

Die betagte Windeckerin lernte den Mann Ende April 2021 bei der Partnerbörse im Internet kennen. Er gab sich als 69-jähriger Stuttgarter aus, der als Bauingenieur in den USA arbeite. Nach einiger Zeit erzählte er, dass er nun in Ghana sei, da er dort eine Firma habe. Um in eine gemeinsame Zukunft zu investieren, wollte er Gold kaufen und bat die 71-Jährige, die Hälfte der Kosten zu übernehmen. 

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„Daraufhin überwies die Seniorin zunächst 40.000 Euro“, so eine Polizeisprecherin. Doch das angebliche Gold der Dame aus NRW landete erst in den Niederlanden, dann in Polen und es wurden weitere „Transport- und Lieferkosten“ in Höhe von über 10.000 Euro fällig, die die 71-Jährige ebenfalls überwies. Dabei hatte sie „den Liebsten“ noch nie persönlich zu Gesicht bekommen. 

Liebesbetrüger aus Singlebörse behauptete, im Sterben zu liegen

Auf weitere Geldforderungen ging die Frau aus Windeck laut Polizei nicht mehr ein. Nachdem ihre Bekanntschaft schließlich behauptete, im Sterben zu liegen und weitere 600 Euro für lebensrettenden Sauerstoff zu benötigen, erstattete sie Anzeige bei der Polizei.

Die Polizei gibt zum Schutz vor dieser Betrugsmasche folgende Hinweise und Tipps:

  • Die Kontaktaufnahme erfolgt in der Regel über Soziale Netzwerke oder Partnerbörsen mit einer Einladung zum Chat. Die Täter sprechen meist gutes Englisch, oder aber auch Deutsch.
  • Spricht ihr „Flirt“ schon nach kurzer Zeit von der großen Liebe, Hochzeitsplänen und überhäuft Sie mit Liebesbekundungen, sollten Sie hellhörig werden.
  • Falls Sie bereits ein mulmiges Gefühl haben, geben Sie den Namen Ihres Chatpartners in Verbindung mit dem Wort „scammer“ in einer Suchmaschine ein. Manchmal kann sich der Verdacht schon bestätigen.
  • Überweisen Sie auf keinen Fall Geld, lösen Sie keine Schecks ein oder leiten Briefe und Päckchen weiter. Machen Sie geleistete Zahlungen umgehend rückgängig.
  • Erstatten Sie im Zweifelsfall Anzeige bei der Polizei.

Auf Nachfrage von EXPRESS.de erklärte eine Ermittlerin, dass sich Betrüger bei weiblichen Opfern in der Regel fünf Jahre jünger oder älter ausgeben. Ist das Opfer ein Mann, sind die Lockvögel oft deutlich jünger. (iri)

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