Miese Betrugsmasche in Köln Er gaukelte Liebe vor, und wollte doch nur Geld

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Am Kölner Schokoladenmuseum sollte das Love-Scamming-Opfer das Geld an den Bekannten ihres „Verlobten“ übergeben. 

Köln/Celle – Er sprach von Liebe. Er machte ihr Komplimente, schmeichelte ihr. Kerstin L. (Name geändert) dachte, sie hätte im Internet ihren Traummann gefunden. Doch irgendwann bekam die 52-Jährige ernsthafte Zweifel an der Online-Romanze, schaltete sogar die Polizei ein.

Zum Glück, denn so ersparte sie sich viel Ärger, einen großen finanziellen Verlust  – ein gebrochenes Herz gab es trotzdem.   Die platonische Liebesbeziehung fand ihr Ende in einer Festnahme am Kölner Schokoladenmuseum. 

Falsche Liebe aus dem Netz

Fast wäre die einsame Frau aus Celle auf den miesen Betrüger reingefallen. Seine Masche nennt sich „Love Scamming“ oder „Romance Scamming“ (frei übersetzt: Liebesbetrug). Dabei nehmen die Täter via Sozialer Medien Kontakt zu ihren potenziellen Opfern auf. 

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In Kerstins Fall hatte der augenscheinlich smarte Amerikaner sie bereits im vergangenen November auf Facebook angeschrieben. Per Whatsapp- und Hangout-Messenger blieben beide über Monate in Kontakt. Beide lernten sich besser kennen. Schnell sprach Benjamin O. von  Gefühlen und Liebe.  Sogar heiraten wollte er seine Angebetete.  

Sie schaltete die Kripo ein

Doch dann wurde Kerstin misstrauisch und meldete sich bei der Polizei. Von da an war die Kölner Kripo Teil der „Liebesbeziehung“. „Die Melderin sagte uns, dass  der  Mann plötzlich um eine höhere Bargeldsumme gebeten habe. Angeblich für eine wichtige Operation seines Sohnes.“, berichtet eine Polizeisprecherin.

Für die Übergabe eines fünfstelligen Betrages sollte sich Kerstin L. am vergangenen Donnerstag mit einem angeblichen Bekannten ihres „Verlobten“ am Schokoladenmuseum in Köln treffen.  Kerstin kam bereits in Begleitung zur fingierten Übergabe. Sie hatte Kripobeamte dabei.

Haupttäter wohl unerreichbar

Die Ermittler nahmen den mutmaßlichen Komplizen von Benjamin O. fest und brachten den 24-Jährigen zur Vernehmung ins Präsidium in Kalk. Dort sollte er noch im Laufe des Freitagabends dem Haftrichter vorgeführt werden. 

Nun versuchen die Kommissare an den eigentlichen Täter, an Benjamin O. heranzukommen. Der sitzt aber vermutlich irgendwo im Ausland.

Kerstin L. hat gerade noch rechtzeitig die rosarote Brille wieder abgenommen. Aber immer häufiger fallen einsame Frauen in ganz Deutschland auf die perfide Liebesmasche rein.  

Weitere Opfer hatten mehr Pech

Vor wenigen Tagen wurde erst ein Fall aus Paderborn bekannt, bei dem eine Frau mehrere zehntausend Euro an ihre vermeintliche Liebe ins Ausland überwies, bevor ihr der Schwindel auffiel.

Deutschlandweit dürfte der jährlich so angerichtete Schaden in die Millionen gehen. Von den gebrochenen Herzen der ganzen geprellten Frauen ganz zu schweigen.

(exfo)

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