Klima-Protest in Herne: Aktivisten entrollen Riesen-Banner
Wut-Aktion am KraftwerkRobin Wood rollt Banner gegen Gas-Strategie der Regierung aus

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Aktivisten der Gruppe Robin Wood haben am Morgen zwei Plakate zwischen zwei Kühltürmen des Kraftwerks Herne gespannt.
Klima-Aktivisten haben in Herne mit einer Protestaktion gegen die Gas-Strategie der Bundesregierung demonstriert. An einem Kraftwerk hissten Mitglieder der Organisation Robin Wood ein riesiges Banner.
Der Vorwurf ist deutlich: Inmitten der Klimakrise würde die Regierung den Bau neuer Gasanlagen vorantreiben und so „gefährliche fossile Abhängigkeiten“ schaffen. Laut den Initiatoren zielt ihre Kritik direkt auf Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU).
Robin Wood: Bekannt für aufsehenerregende Proteste
Die Umweltgruppe ist für ihre Aktionen berüchtigt. Laut eigener Aussage engagiert sich Robin Wood für eine saubere Energiewende, den Erhalt der Natur und soziale Fairness. Frühere Aktionen erregten bereits großes Aufsehen, darunter Baumbesetzungen gegen Abholzungen und unangemeldete Klettereinsätze an Fassaden, um riesige Spruchbänder zu entrollen.
Herner Kraftwerk: Zukunft mit Wasserstoff?
Der Schauplatz des Protests ist das Gas- und Dampfturbinenkraftwerk von Steag, das in Herne seit 2022 läuft. Nach Angaben des Energiekonzerns kann die dort erzeugte Wärme rechnerisch 275.000 Haushalte mit Fernwärme beliefern.
Zukünftig ist eine stufenweise Umstellung der Anlage auf den teilweisen Einsatz von Wasserstoff geplant. Das Unternehmen präsentiert das Kraftwerk auf seiner Webseite als ein Modellprojekt für den Bau weiterer wasserstofftauglicher Gasanlagen.
Plan der Regierung: Stromversorgung absichern
Die Regierung in Berlin unterstützt die Erweiterung solcher Kraftwerke und hat finanzielle Anreize versprochen. Diese Technologie soll die Stromversorgung während des schrittweisen Kohleausstiegs sicherstellen. Gedacht sind die Anlagen als Absicherung für Zeiten, in denen erneuerbare Energien nicht ausreichen – bei den sogenannten Dunkelflauten, wenn die Sonne nicht scheint und der Wind ausbleibt.
Umweltschutzorganisationen äußern sich jedoch kritisch zu diesen Plänen. Anstatt entschieden in den Ausbau von Stromnetzen und Batteriespeichern für grüne Energie zu investieren, würde die Subventionspolitik für Gaskraftwerke das Ende der fossilen Ära unnötig hinauszögern. Das ist die zentrale Kritik der Klimabewegung. (dpa/red)
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