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Getötet für ihre FotosAusstellung ehrt Pulitzer-Preisträgerin Anja Niedringhaus.

Ausstellung über Fotografin Anja Niedringhaus

Copyright: Fabian Strauch/dpa

Die Ausstellung beginnt am Sonntag.

Ihre Fotos zeigten Krieg und Lebenslust – sie starb dafür.

Kindergesichter im Krieg, flüchtende Zivilisten, Trauer und Verzweiflung: Die Pulitzer-Preisträgerin Anja Niedringhaus hielt mit ihrer Kamera Menschen in Extremsituationen fest. Ihre Bilder sind intensive Porträts, die den Alltag mitten in der Verwüstung zeigen. Mit der Ausstellung „An vorderster Front“ würdigt die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen nun die Bildjournalistin. Für ihre Arbeit riskierte sie alles und kam am 4. April 2014 bei einem Attentat in Afghanistan ums Leben.

Ihre Aufnahmen zeigen Verwüstung und Elend, aber sie fing auch zahlreiche Augenblicke purer Lebenslust ein. Da ist das Mädchen in Bagdad, das einen bewaffneten Mann anlächelt. Oder der irakische Junge, der vor der Ruine des Rot-Kreuz-Hauptquartiers eine Schüssel mit Sesamkringeln auf dem Kopf jongliert. In Kabul werfen Mädchen Körbe beim Basketball, während sich an anderer Stelle sechs Kinder lachend auf einen einzigen Motorroller quetschen.

„Wenn ich es nicht fotografiere, wird es nicht bekannt“

Niedringhaus, die aus Höxter in Westfalen kam, wollte klarmachen, dass es keinen „sauberen Krieg gibt“, erläutert Museumsdirektorin Christine Vogt. Eine Botschaft des Friedens sei die treibende Kraft hinter ihren Fotografien gewesen. Ihr Grundsatz „wenn ich es nicht fotografiere, wird es nicht bekannt“ brachte sie immer wieder an abgelegene Orte, wo sie mehrfach Verwundungen erlitt.

Die Bildjournalistin habe die Zivilisten im Kriegsgeschehen beobachtet, Humanität sichtbar gemacht und selbst den Soldaten mit einem „menschlichen Blick“ begegnet, hebt Vogt hervor. Furcht und Pein werden greifbar, zum Beispiel wenn ein bosnischer Kämpfer mit seinen Schwestern den Verlust der Eltern beweint oder UN-Truppen in Sarajewo vor Heckenschützen in Deckung gehen.

Ausstellung über Fotografin Anja Niedringhaus

Copyright: Fabian Strauch/dpa

Blauhelm und Schutzweste der Fotografin gehören zu den Exponaten.

Als erste Deutsche den Pulitzerpreis gewonnen

Im Jahr 2005 wurde Niedringhaus als erste deutsche Bildjournalistin mit dem Pulitzerpreis für ihre Reportagen aus dem Irak ausgezeichnet. Ihre berufliche Laufbahn startete 1990 bei der EPA (European Pressphoto Agency). Ab 2002 war sie für die amerikanische Nachrichtenagentur AP im Nahen Osten, in Libyen, im Irak, Pakistan sowie Afghanistan im Einsatz.

Die Bezeichnung „Kriegsfotografin“ lehnte sie laut Vogt ab. Afghanistan wurde zu ihrem „Schicksalsland“: Das Land nannte Niedringhaus ihre große Liebe – und es war auch der Ort, an dem sie starb.

Der krasse Kontrast: Olympia und Wimbledon

Ein überraschender Einblick: In Oberhausen werden auch ihre kaum bekannten Sportaufnahmen gezeigt. Sie zeigen etwa US-Superstar Serena Williams in Wimbledon oder Usain Bolt bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking, als er Gold über 200 Meter gewann. Nach Angaben des Museums zählten Tennis und Leichtathletik zu den favorisierten Sportarten für ihre fotografische Arbeit.

Ausstellung über Fotografin Anja Niedringhaus

Copyright: Fabian Strauch/dpa

Schautafeln vor dem Museum mit Fotos von Anja Niedringhaus.

Private Gegenstände machen ihr Schicksal greifbar

Die Ausstellung ist ab Sonntag bis zum 13. September geöffnet. Ein Großteil der Fotografien wurde von ihrer Schwester Gide Niedringhaus zur Verfügung gestellt. Zwölf Jahre nach dem Ableben der Bildjournalistin besitzt die Schau eine enorme emotionale Wucht. Besonders nah kommt man ihrem Schicksal durch private Objekte, die ebenfalls ausgestellt sind – wie ihr Blauhelm und ihre kugelsichere Weste. Auf dieser haftet noch, leicht vergilbt, das Namensschild „Anja“. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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