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Minister macht AnsageEnergiepreisschock als großer Schub für den Klimaschutz

Klimaschutz

Copyright: Julian Stratenschulte/dpa

Der Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energien ist ein Thema beim Petersberger Klimadialog. (Archivbild)

Die hohen Preise tun weh. Doch ein Minister sieht darin eine große Möglichkeit für den Klimaschutz.

Umweltminister Karsten Schneider (SPD) sieht in der momentanen Energiepreiskrise eine Beschleunigung für den Schutz des Klimas. „Die Klimapolitik liefert die Lösungen, damit die nächste fossile Energiekrise weniger weh tut“, erklärte der Politiker unmittelbar vor dem Auftakt des Petersberger Klimadialogs in der Hauptstadt, wie die dpa meldet.

Bei diesem Treffen diskutieren ab dem heutigen Tag über 30 Nationen darüber, wie man die globale Erwärmung eindämmen kann. Ein Hauptaugenmerk, auch angesichts des Iran-Kriegs, liegt auf der Abkehr von umweltschädlichen Energien wie Kohle, Öl und Gas hin zu erneuerbaren Quellen. „Wir müssen unabhängiger werden von teurem und unsicherem Öl und Gas“, unterstrich Schneider.

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Der Wille, nicht mehr als Leidtragende der Geschehnisse an der Straße von Hormus dazustehen, sei ein gemeinsames Anliegen für den Großteil der Weltbevölkerung. Wirksame Alternativen wie regenerative Energien, E-Autos und Wärmepumpen seien schon lange verfügbar. „Die schwierige aktuelle Lage bietet daher auch eine Chance für klimapolitische Fortschritte“, so Schneider.

Der Klimadialog, den die Bundesrepublik seit 2010 ausrichtet, dient als Ergänzung zu den großen UN-Klimakonferenzen. In diesem Jahr rechnet man mit etwa 400 Teilnehmenden, darunter auch Vertreter aus der Industrie. Am Mittwoch wird eine Ansprache von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erwartet.

Die globalen Bemühungen für das Klima stagnieren schon seit einer Weile. Die bisherigen Zusagen der Nationen zur Reduzierung ihrer Emissionen sind bei weitem unzureichend, um die Erhitzung des Planeten wie im Pariser Abkommen von 2015 vereinbart auf 1,5 Grad zu beschränken. Auch der abermalige Rückzug der USA unter Präsident Donald Trump im Jahr 2025 hat die Situation nicht erleichtert.

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Deutschland selbst hat sich vorgenommen, seine Emissionen von Treibhausgasen bis 2030 um 65 Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu reduzieren und bis 2045 klimaneutral zu werden. Da die Nation bei diesem Vorhaben aber im Rückstand ist, hat Schneider vor Kurzem mit einem neuen Klimaschutzprogramm nachgebessert.

In der Regierungskoalition herrscht allerdings Streit. Während der SPD-Umweltminister auf die Tube drückt, plant Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) Kürzungen bei der Subventionierung kleinerer Solaranlagen und bei den Ausgleichszahlungen für ungenutzten grünen Strom. Naturschutzorganisationen schlagen Alarm und befürchten ein Ausbremsen der Energewende. Deswegen gingen am vergangenen Wochenende Tausende Menschen bundesweit auf die Straße.

Umweltorganisationen machen Dampf

„2026 ist der Moment zu handeln: Der Fossilausstieg ist keine Frage des Ob mehr, sondern des Wie schnell und wie gerecht“, erklärte Klima-Spezialistin Susann Scherbarth vom BUND. Die Organisation Germanwatch betrachtet den Klimadialog ebenfalls als mit besonders hohen Erwartungen verknüpft.(dpa/bearbeitet durch Gemini 2.5 Pro)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

Wolf

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