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Paukenschlag bei AppleNach 15 Jahren tritt Tim Cook ab, das ist sein Nachfolger

John Ternus

Copyright: Christoph Dernbach/dpa

John Ternus war lange Hardware-Chef von Apple. (Archivbild)

Eine Ära bei Apple ist vorbei: Tim Cook räumt seinen Stuhl.

Ein neues Gesicht an der Spitze von Apple nach eineinhalb Jahrzehnten! John Ternus, der bisherige Hardware-Verantwortliche, übernimmt das Ruder. Sein Vorgänger Tim Cook, welcher 2011 die Leitung vom ikonischen Mitgründer Steve Jobs erhielt, wechselt auf den Posten des Verwaltungsratsvorsitzenden. Stichtag für diesen Tausch ist der 1. September.

Schon länger wurde der 50-jährige Ternus als möglicher Erbe von Cook gehandelt, doch über das genaue Datum des Führungswechsels herrschte Unklarheit. Berichte über einen baldigen Rücktritt Cooks machten bereits vor Monaten die Runde. Die jetzige Planung ist brisant: Ternus könnte schon im September als neuer Boss ein faltbares iPhone enthüllen, um das seit langer Zeit Gerüchte kursieren.

Strategische Neuausrichtung mit Tech-Fokus

Die Ernennung von Ternus markiert auch einen strategischen Kurswechsel in der Führungsetage. Jobs hatte Cook Ende der 90er Jahre als Spezialist für Lieferketten ins Unternehmen geholt, der für den reibungslosen Ablauf im Riesenkonzern zuständig war. Im Gegensatz dazu ist Ternus ein Technik-Experte, der tief in die Konzeption diverser Apple-Produkte eingebunden war.

Dass Ternus den Vorzug vor Software-Chef Craig Federighi erhielt, ist ein klares Signal: Apple will auch im kommenden KI-Zeitalter seinen Hardware-Ursprüngen treu bleiben. Konkurrenten wie Google und Samsung preisen ihre Smartphones mit ständig neuen KI-Anwendungen an, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) meldet. Apple selbst hatte Mühe, eine für 2024 versprochene, verbesserte Siri-Version mit künstlicher Intelligenz zu veröffentlichen. Den Käufern scheint das aber egal zu sein: Mit dem iPhone hat Apple im letzten Jahr den ewigen Spitzenreiter Samsung vom Smartphone-Thron verdrängt.

Dass Cook in dieser Situation bereit war, die Zügel zu übergeben, zeuge davon, dass Apple die KI-Probleme aus seiner Sicht im Griff habe, sagte Branchenanalyst Dan Ives im Wirtschaftssender CNBC. Zumal an der Börse verstärkt gefordert werde, eine KI-Strategie zu präsentieren.

Cooks unfassbare Erfolgs-Ära

Unter Cooks Führung stieß Apple unter anderem ins Geschäft mit Computer-Uhren und einer Datenbrille vor und verdiente immer mehr Geld mit Geräten wie iPhones und Mac-Computern. Zugleich zog er Apples Elektroauto-Projekt nach Milliarden-Investitionen den Stecker.

Das Wachstum des Apple-Geschäfts unter Cook war enorm. Im Geschäftsjahr 2011, in dem er wenige Wochen vor Jobs' Krebstod an die Spitze rückte, machte Apple knapp 26 Milliarden Dollar Gewinn bei gut 108 Milliarden Dollar Umsatz. Im vergangenen Geschäftsjahr blieben in der Kasse 112 Milliarden Dollar Gewinn bei Erlösen von rund 416 Milliarden Dollar. An der Börse ist Apple mehr als vier Billionen Dollar wert.

Apple-Neuheitenevent

Copyright: Godofredo A. Vásquez/AP/dpa

Unter Tim Cook als Konzernchef trieb das iPhone maßgeblich das Apple-Geschäft an. (Archivbild)

Ives prognostizierte, dass Ternus auf „etwas Skepsis“ stoßen werde, weil er in die großen Fußstapfen „eines der besten Konzernchefs unserer Zeit“ trete. Gleichzeitig rief er die Bedenken in Erinnerung, die es früher gegenüber Cook gab: Er galt weder als Erneuerer noch als charismatische Figur wie Jobs – „aber er hat einen fantastischen Job gemacht, um das Geschäft wachsen zu lassen“.

Apples heikler Draht zur Politik

Zuletzt fiel es dem 65-jährigen Cook zu, Kontakte zu US-Präsident Donald Trump zu pflegen. Unter anderem gab es einen gemeinsamen Auftritt, bei dem Cook dem US-Präsidenten eine Glas-Plakette mit einem Ständer aus Gold überreichte. Unter den oft liberal eingestellten Apple-Fans - und auch in Teilen der Belegschaft - gab es einige Kritik dafür.

US-Regierung - Apple

Copyright: Alex Brandon/AP/dpa

Zu den Aufgaben von Tim Cook als Apple-Chef gehörte es in den vergangenen Monaten, Kontakte zum Weißen Haus von US-Präsident Donald Trump zu pflegen. (Archivbild)

Allerdings zeigte sich insbesondere in Trumps zweiter Amtszeit - mit zum Teil erratisch wirkenden Entscheidungen etwa über Importzölle und Ausnahmen davon - wie unerlässlich für ein US-Unternehmen ein freundliches Verhältnis zum Weißen Haus und zum Präsidenten ist. Cook gelang es unter anderem, anfängliche Forderungen nach einer schnellen iPhone-Produktion in den USA wieder verstummen zu lassen. Wie es aussieht, wird Cook Ternus den heiklen Umgang mit dem Weißen Haus auch weiterhin abnehmen: Er werde mit Politikern rund um die Welt interagieren, teilte Apple mit.

„Kandidat der Kontinuität“

Mit Ternus entschied sich Apple erneut für einen Nachfolger aus den eigenen Reihen. Unter seiner Führung schaffte es Apple in den vergangenen Jahren unter anderem, ultrakompakte Technik wie die AirPods-Ohrhörer zu bauen und mehr Rechenleistung in Geräte zu integrieren. Er sei ein „Kandidat der Kontinuität“, sagte Technologie-Analyst Patrick Moorhead. Die Apple-Aktie reagierte auf die Ankündigung mit einem hauchdünnen Minus von 0,5 Prozent im nachbörslichen Handel. (dpa/bearbeitet durch Gemini 2.5 Pro)

Ternus' Nachfolger als Hardware-Chef wird Johny Srouji, der bisher die Chipentwicklung führte. Dank der Entwicklung eigener Halbleiter konnte Apple Intel-Chips aus seinen Mac-Computern verbannen. Die Macs bekamen mit den eigenen Chips längere Laufzeiten und konnten auf einer gemeinsamen Plattform mit den iPhones laufen. Dass für Srouji die neue Job-Bezeichnung Chief Hardware Officer geschaffen wurde, dürfte darauf hinweisen, dass er die bisherige Verantwortung für die Chip-Entwicklung behält, während er nun auch für andere Aspekte der Geräte-Technik zuständig sein wird.

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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