Nach jedem FC-Heimspiel dasselbe Bild: E-Scooter und Leihräder türmen sich zu einem wilden Haufen. Fußgänger müssen teilweise auf die Straße ausweichen. Aber nicht nur in Stadionnähe gibt es die Probleme.
Wut nach FC-SpielenAber wehe, „wenn ich mein Auto 30 cm über der Parkzone parke“

Copyright: Leserin-Foto Anka Kloiber
Parkende E-Scooter und Leihfahrräder am Rhein-Energie-Stadion

Es reicht. Wer nach einem Heimspiel des 1. FC Köln zu Fuß nach Hause will, braucht vor allem eines: gute Nerven.
Denn rund ums Rhein-Energie-Stadion verwandeln sich Gehwege nach dem Abpfiff regelmäßig in ein Chaos aus E-Scootern und Leihrädern – wild durcheinandergeworfen, ohne Rücksicht auf andere.
E-Scooter blockieren Fußweg am Rhein-Energie-Stadion
EXPRESS.de-Leserin Anka Kloiber schickte jetzt ein Foto vom Ausgang Süd an der Junkersdorfer Straße, Ecke Guts-Muths-Weg – und ihr Kommentar trifft den Nerv vieler Kölner: „Wenn ich mein Auto 30 cm über der Parkzone parke, kostet mich das an Spieltagen 20 Euro. So sieht es nach jedem Spiel am Ausgang Süd aus – man muss als Fußgänger über die Straße gehen. Da sollten mal Politessen Knöllchen verteilen, finde ich.“
Ihr Foto zeigt ein Gewirr aus Dutzenden Rollern und Rädern, das den kompletten Gehwegbereich blockiert. Ein Durchkommen ist hier nicht mehr möglich.
Auf der anderen Seite des Stadions, an der Aachener Straße (Höhe 608a bis zur Brücke über den Militärring), ist die Lage nicht besser. Fußgänger oder Rollstuhlfahrer müssen auf den Radweg ausweichen.
Am Montagmorgen (23. März) nach einem Heimspiel dokumentierten Vertreter der Fraktion FDP/Volt in der Bezirksvertretung Köln-Lindenthal das Chaos – um 9 Uhr morgens (siehe Video).
Sie meldeten die Blockade sofort dem Ordnungsamt. Doch was passierte? Drei Stunden später standen immer noch mehr als 80 Roller im Weg.
Was die Politiker selbst beobachteten, macht fassungslos: Eine ältere Frau mit Krücken musste auf den Radweg ausweichen und sagte, sie habe Angst, dort von hinten angefahren zu werden. Ein Rollstuhlfahrer musste ebenfalls auf den Radweg ausweichen. Kurz darauf zog eine Grundschulklasse an der Stelle vorbei – die Kinder wurden von Radfahrern weggeklingelt.
E-Scooter-Problem: So geht die Stadt gegen Falschparker vor
Auf Anfrage erklärte ein Sprecher der Stadt, dass E-Scooter-Hotspots in Köln „insbesondere bei großen Veranstaltungen, etwa bei Veranstaltungen an den Stadien oder in der Lanxess-Arena“ entstünden. Die Mitarbeitenden des Verkehrsdienstes seien dafür zuständig, falsch abgestellte Fahrzeuge zu dokumentieren und die Anbieter zu benachrichtigen. Ein Abschleppen oder Umstellen der Roller durch städtisches Personal erfolge jedoch nicht.
Die Verantwortung liegt also bei den Anbietern – die sich offenbar wenig darum scheren.
Das E-Scooter-Chaos beschränkt sich längst nicht mehr aufs Stadionviertel. Und es geht nicht nur ums Parken.
„E-Scooter-Fahrer jagen über die Parkwege oder die Gehwege, auch über den Melaten Friedhof – oft zu zweit auf einem Roller, teilweise in Gruppen mit mehreren Rollern. Völlig rücksichtslos!“, schreibt ein EXPRESS.de-Leser. Als Fußgänger sei man mittlerweile leider Freiwild, körperlich gefährdet und auch noch Pöbeleien und Drohungen ausgesetzt.
„E-Scooter müssen abgeschafft werden! Die fahren an Menschen vorbei, dicht an Haustüren – ohne Rücksicht auf Verluste“, beklagt sich ein weiterer Leser.
Und Gabriele H. schreibt: „Ich gehe häufig über den Griechenmarkt zum Neumarkt und bin immer froh, die Strecke überlebt zu haben. Ständig überholen mich die E-Scooter auf dem Bürgersteig. Es ist lebensgefährlich als Fußgänger.“

