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2140 Bomben im Jahr 2025Köln ist Spitzenreiter: „Unsichtbares Risiko in unseren Böden“

Nach dem Fund einer Weltkriegsbombe in Lindenthal muss das St.-Elisabeth-Krankenhaus Hohenlind geräumt werden.

Copyright: Alexander Schwaiger

Nach dem Fund einer Weltkriegsbombe in Lindenthal muss das St.-Elisabeth-Krankenhaus Hohenlind geräumt werden.

Köln ist Spitzenreiter, was die gefährlichen Überreste des Zweiten Weltkriegs betrifft.

Köln ist Spitzenreiter: Mit 915 Munitionsfunden aus dem Zweiten Weltkrieg liegt der Regierungsbezirk landesweit an der Spitze.

Auch über acht Jahrzehnte nach Kriegsende lauert im Boden von Nordrhein-Westfalen eine ständige Bedrohung. Beinahe jeden Tag werden dort Relikte von Munition aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Die Fachleute der Kampfmittelräumdienste machten im abgelaufenen Jahr 2140 Bomben unschädlich, eine deutliche Zunahme im Vergleich zu 2024 (1606). Die Funde umfassen nicht nur schwere Sprengkörper über 50 Kilogramm, sondern ebenso Nebel-, Brand- und Splitterbomben.

Köln ist der absolute Hotspot

An der Spitze dieser Statistik für 2025 steht der Regierungsbezirk Köln. Nach der Bearbeitung von 12.161 Anträgen rückten die Entschärfungsteams zu 3104 Einsätzen aus. Dabei wurden insgesamt 915 gefährliche Kampfmittel entdeckt.

Darunter befanden sich im letzten Jahr 282 Sprengkörper, die 50 Kilogramm oder mehr wogen (2024: 182). Eine kontrollierte Sprengung direkt am Fundort war bei 19 dieser Bomben unumgänglich.

Zudem wurden 52 „Lochbomben“, also Sprengkörper ohne Zündvorrichtung, sowie zehn Bomben mit tückischen chemisch-mechanischen Langzeitzündern aufgespürt und neutralisiert. Das ist ein massiver Anstieg gegenüber 2024, als nur zwei solcher Funde verzeichnet wurden.

Minister warnt: „Unsichtbares Risiko in unseren Böden“

„Blindgänger sind ein unsichtbares Risiko in unseren Böden und können auch mehr als 80 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg noch gefährlich sein. Evakuierungen oder Verkehrsumleitungen wegen einer Bombenentschärfung lästig sein – sie sind aber wichtig und richtig“, betont NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). Er zollt den Einsatzkräften Anerkennung: „Unsere Expertenteams arbeiten mit Hochdruck daran, jede gefundene Bombe, Granate und jedes Sprengmittel unschädlich zu machen. Dabei leisten sie täglich hochprofessionelle und oft gefährliche Arbeit, die großen Respekt und Dank verdient.“

Für den markanten Anstieg bei den Sprengbombenfunden gibt es mehrere Ursachen. Einerseits sorgt die rege Bautätigkeit für mehr Entdeckungen, andererseits trug eine gezielte Räumungsaktion im Zuständigkeitsbereich der Bezirksregierung Arnsberg dazu bei. Auf einem Areal des früheren Wehrmachtsfliegerhorsts Störmede konnten allein 47 scharfe Sprengbomben mit Zündern geborgen werden, zusätzlich zu anderer Munition.

Die Arbeit der Kampfmittelräumer ist vor allem präventiv, denn die Blindgänger werden meist bei gezielten Suchen vor Baubeginn aufgespürt. Im Kontext von Bauvorhaben wurden die Spezialisten im Jahr 2025 zu 35.681 Einsätzen gerufen. Das stellt eine Zunahme von etwa 100 Einsätzen gegenüber dem Vorjahr dar.

Immer mehr Zufallsfunde – Köln wieder vorn

Diese Einsatzzahl ergibt sich aus Anfragen für Luftbildanalysen und die anschließende Räumung vor Ort. Aber auch Meldungen von Bürgern über zufällig entdeckte Munition häufen sich. Im Jahr 2025 gab es 1770 solcher Fälle, was einem Plus von circa 250 im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Mit 704 Zufallsfunden ist der Regierungsbezirk Köln auch hier trauriger Spitzenreiter. Die Experten sind aber nicht nur im Baugewerbe aktiv, sondern sichern vermehrt auch Infrastrukturprojekte ab, beispielsweise beim Ausbau von Glasfasernetzen oder bei Vorhaben der Energiebranche. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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