In Köln-Lindenthal wurde ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg am Montag erfolgreich entschärft.
Blindgänger in KölnBombe entschärft – darum blieben einige Sperrungen bestehen
Aktualisiert:
Auf einer Baustelle in Köln-Lindenthal wurde am Freitagabend (8. Mai) im Bereich „Am Mönchshof“ eine amerikanische Zehn-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt.
Der Blindgänger wurde am Montag (11. Mai) erfolgreich entschärft. Hier die Liveticker von EXPRESS.de.
Bombenentschärfung in Köln-Lindenthal
Bombe erfolgreich entschärft - das müsst ihr wissen:
- Entschärfung: Um 14.19 Uhr war der Blindgänger entschärft.
- Sperrungen: Die Straßensperren wurden nach und nach aufgehoben. Damit die Patienten und Patientinnen zügig und sicher ins Krankenhaus zurückgebracht werden konnten, blieben zwei Sperren zunächst bestehen: Es betraf die Prälat-van-Acken-Straße/Dürener Straße und Werthmannstraße/Decksteiner Straße. Die KVB-Linien 7 und 136 fahren wieder nach Plan.
- Betroffene Anwohnende: 4.446 Personen mussten ihre Wohnungen und Häuser verlassen. 51 von ihnen nutzten für die Zeit der Evakuierung die Anlaufstelle in der Theodor-Heuss-Realschule in Sülz. Alle Anwohner und Anwohnerinnen können im Laufe des Nachmittags wieder zurück in ihre Häuser und Wohnungen.
- Auch das Krankenhaus Hohenlind wurde geräumt. Die Patienten und Patientinnen werden wieder zurückgebracht.
- Mitarbeitende: Das Ordnungsamt war mit 150 Kräften vor Ort, Feuerwehr und Hilfsorganisationen stellten 163 Personen. Auch die Polizei war im Einsatz. Insgesamt brachten Hilfsorganisationen 95 Personen aus dem Gefahrenbereich.
- Fundort: Baustelle „Am Mönchshof“ in Köln-Lindenthal
- Evakuierungsradius: 500 Meter rund um den Fundort (interaktive Karte)
- Bombe: amerikanischer Blindgänger mit Heckaufschlagzünder (zehn Zentner) aus dem Zweiten Weltkrieg
- Schulen und Kitas im Evakuierungsradius blieben am Montag geschlossen.

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Da ist das Ding: Johannes Brauns, der Einsatzleiter des Ordnungsamtes der Stadt Köln, mit den Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Rheinland der Bezirksregierung Düsseldorf Marcel Biewald und Michael Hilgers mit der in Lindenthal entschärften Bombe.
Bombe in Lindenthal: Alle Infos im ausführlichen Ticker
- Da rund 100 Krankentransporte freie Straßen benötigen, um die Patienten und Patientinnen des St.-Elisabeth-Krankenhauses und gehandicapte Anwohnende zurückzubringen, können noch nicht alle Sperrungen aufgehoben werden. Auch die KVB-Linien 7 und 136 können aktuell noch nicht über die Dürener Straße fahren.
- Der Blindgänger wird nun abtransportiert.
- Um 14.20 Uhr war alles erledigt, die Zehn-Zentner-Weltkriegsbombe in Köln-Lindenthal wurde durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst Rheinland der Bezirksregierung Düsseldorf entschärft.
- Köln ist in Sachen Bombenentschärfung extrem routiniert. Nirgendwo wurden mehr Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt und unschädlich gemacht als im Regierungsbezirk Köln.
- Der zweite Klingeldurchgang ist beendet. Die Freigabe zur Entschärfung der Bombe wurde erteilt. Jetzt geht alles ganz fix.
- 483 der 4.446 Anwohnenden sind 75 Jahre alt und älter. Insgesamt mussten für sie zehn Krankentransporte organisiert werden, weitere 86 wurden für Patienten und Patientinnen des St.-Elisabeth-Krankenhauses angefordert. Von den Krankentransporten stehen derzeit noch insgesamt 33 aus.
- Wie die Stadt Köln mitteilt, schreitet die Evakuierung zügig voran. Das liegt auch daran, dass sich die Anwohnenden sowie die Klinikleitung seit Freitag vorbereiten konnten.
- Der erste Klingeldurchgang ist beendet. Bevor die zweite Runde starten kann, werden zunächst die Menschen aus dem Krankenhaus evakuiert.

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Einsatzkräfte beim Klingeldurchgang an der Mommsenstraße.
- Die Bombe war am Freitag bei Baggerarbeiten entdeckt worden. Auf dem Gelände Am Mönchshof entsteht ein Neubau. Befragt, was sie denn am Montag bezüglich der Evakuierung planen, hatte ein Rentnerpaar aus der Bachemer Straße am Wochenende gescherzt, beim letzten Bombenfund in der Gegend seien sie einfach in den Wald gegangen. Aufgrund der heutigen Wetterverhältnisse werden die beiden diesmal wohl eine andere Lösung gefunden haben.

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Die ersten Behördenkräfte vom Kölner Ordnungsamt hatten sich am Freitag am Fundort der Bombe einen ersten Überblick verschafft.
Aufwendige Transporte von Intensivpatienten
- Wie die Stadt Köln inzwischen mitteilte, müssen exakt 4.446 Anwohner und Anwohnerinnen ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Viele haben dies bereits getan – das liegt wohl auch daran, dass sie sich seit Freitagabend (8. Mai) auf die Evakuierung vorbereiten konnten.
- Aktuell sind 96 Krankentransporte angemeldet. Damit die Krankentransport- und Rettungswagen zügig vorankommen, ist die Kitschburger Straße für ihre Aufstellung gesperrt. Die Stadt greift auch auf Einsatzkräfte aus umliegenden Kreisen zurück. So sind vor Ort Fahrzeuge aus dem Rhein-Sieg-Kreis oder der Stadt Hürth zu sehen.
- Besonders aufwendig wird der Transport von elf Patienten und Patientinnen, die auf der Intensivstation liegen und beatmet werden müssen.

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An der Kitschburger Straße warten die Krankenwagen für die Evakuierung des St.-Elisabeth-Krankenhaus Hohenlind.
- Werdende Mütter, bei denen die Wehen bereits eingesetzt haben oder bei denen sich Wehen abzeichnen, bittet das Krankenhaus, eine andere Klinik anzufahren. Hier die aktuellen Hinweise des St. Elisabeth-Krankenhauses.
- Mehr als 100 Krankenfahrten sind nötig, um Patienten und Patientinnen aus dem Krankenhaus Hohenlind in umliegende Kliniken zu bringen, sagte ein Sprecher der Stadt.
- Die Evakuierung wird voraussichtlich noch mehrere Stunden dauern. Erst gegen 16 Uhr am Nachmittag soll diese abgeschlossen sein. Ansonsten meldet die Einsatzleitung im Lagenzentrum: Alles läuft bislang nach Plan.
- Auf der Dürener Straße stehen die Autos Schlange. Die Straße ist zwischen Militärringstraße und Mommsenstraße gesperrt. Vom Stadtwaldgürtel aus kann die Dürener Straße nur bis zur Sperre an der Kitschburger Straße befahren werden. Ein Abbiegen in die Mommsen- oder Kitschburger Straße ist nicht möglich. Seit 9.20 Uhr sind die Mitarbeitenden unterwegs und evakuieren den Gefahrenbereich.
- Die Stadt hatte angekündigt, ab circa 9 Uhr mit der offiziellen Evakuierung im 500-Meter-Radius um den Fundort zu beginnen. Wer eine Anlaufstelle benötigt: Die Notunterkunft in der Theodor-Heuss-Realschule, Euskirchener Straße 50, in Köln-Sülz ist ebenfalls seit 9 Uhr geöffnet.

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Die Karte zeigt den Evakuierungsbereich in Köln-Lindenthal.
Krankenhaus muss evakuiert werden
Das St.-Elisabeth-Krankenhaus Hohenlind liegt mitten im Evakuierungsbereich. Mehrere Krankentransporte – darunter auch Intensivpatienten – müssen verlegt werden. Die Planung dafür erforderte einen hohen logistischen und personellen Aufwand.
Schulen und Kitas bleiben geschlossen
Alle Kitas und Schulen im Evakuierungsbereich sind geschlossen.
Mehrere Straßen sind gesperrt. Auch die Dürener Straße ist betroffen. Zudem kommt es zu Einschränkungen im Bahn- und Busverkehr der KVB.

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Die Kreuzung Ecke Kitschburger Straße/ Dürener Straße ist gesperrt.
- 🚗 Dürener Straße: Zwischen Militärring und Mommsenstraße seit kurz nach 9 Uhr gesperrt!
- 🚋 Linie 7: Aus Richtung Porz fährt die Bahn bis zur Haltestelle „Dürener Straße/Gürtel“ normal, dann Umleitung nach Sülz (Hermeskeiler Platz). Aus Richtung Frechen verkehrt die Linie 7 nur noch zwischen Frechen und der Haltestelle „Stüttgenhof“.
- 🚌 Buslinie 136: Ab der Haltestelle „Dürener Straße/Gürtel“ Umleitung über Lindenthalgürtel, Gleueler Straße und Militärringstraße Richtung Else-Lang-Straße. Fahrten, die nur bis zum St.-Elisabeth-Krankenhaus führen sollten, enden an der Endhaltestelle „Deckstein“ (Linie 146).
Wann wird entschärft?
Einen genauen Zeitplan für die Entschärfung gibt es bislang nicht. Wann der Blindgänger tatsächlich unschädlich gemacht werden kann, ist noch offen. (red)
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