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Evakuierung in LindenthalVierte Bombe für Kölner Familie – auch Promi muss raus

Jan und Carola aus Köln-Lindenthal

Copyright: Ayhan Demirci

Jan und Carola wohnen in Lindenthal und sind das vierte Mal von einem Bombenfund betroffen.

Aktualisiert:

Weltkriegsbombe, die nächste! Eine schier endlose Reihe von Funden und Entschärfungen von Blindgängern setzt sich fort. Schauplatz diesmal: das beschauliche Lindenthal.

Über 4000 Menschen sind betroffen. Das Krankenhaus Hohenlind wird ab 9 Uhr morgens geräumt. Sämtliche Schulen und Kindergärten im Evakuierungsradius bleiben geschlossen.

Für Carola und Jan, Eltern eines kleinen Jungen, ist es schon das vierte Mal, dass sie wegen einer Bombe das Feld räumen müssen. Die bisherigen Blindgänger wurden allesamt auf einer Großbaustelle am Ende der Bachemer Straße in Richtung Militärring entdeckt. „Beim letzten Mal sind wir zu Ikea gefahren und haben dort gegessen“, erzählt Carola.

Bombe wurde in einer kleinen Stichstraße entdeckt

Der Fundort der aktuellen Bombe liegt etwas näher. Sie wurde bei Bauarbeiten in der kleinen Stichstraße „Am Mönchshof“ entdeckt.

Die Baustelle, auf der sich ein Bagger befindet, ist umzäunt. Am Wochenende war eine Securitymitarbeiterin vor Ort und achtete darauf, dass man sich nicht zu sehr nähert.

Beim Blindgänger handelt es sich um eine US-amerikanische Zehn-Zentner-Bombe mit Heckaufschlagzünder. Die Entschärfung ist für Montag geplant. Über die genaue Uhrzeit konnten die Behörden noch keine Angaben machen.

Die Stadt richtet einen großräumigen Gefahrenbereich mit einem Radius von 500 Metern rund um den Fundort ein, den Anwohner während der Entschärfung verlassen müssen.

Fundort Weltkriegsbombe in Köln-Lindenthal

Copyright: Ayhan Demirci

Auf diesem Grundstück an der Straße „Am Mönchshof“ wurde bei Bauarbeiten der Bombenblindgänger entdeckt.

Von der Absperrung und der Evakuierung betroffen sind unter anderem das St.-Elisabeth-Krankenhaus Hohenlind sowie zahlreiche Wohnungen. Insgesamt müssen rund 4100 Menschen den Gefahrenbereich verlassen.

Das Ordnungsamt hat am Wochenende Maßnahmen zur Evakuierung vorbereitet und koordiniert die Arbeiten mit dem Kampfmittelbeseitigungsdienst.

„Die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger hat oberste Priorität“, betont ein Sprecher der Stadt. „Wir bitten alle Anwohnerinnen und Anwohner, die Anweisungen der Behörden genau zu befolgen und sich rechtzeitig auf die Evakuierung vorzubereiten.“

St.-Elisabeth-Krankenhaus Hohenlind

Copyright: Ayhan Demirci

Von der Absperrung und der Evakuierung betroffen ist auch das St.-Elisabeth-Krankenhaus Hohenlind.

Für Betroffene wird in der Theodor-Heuss-Realschule eine zentrale Anlaufstelle eingerichtet. Die Einsatzleitstelle befindet sich im Dienstgebäude des Ordnungsamtes an der Aachener Straße 1042 in Junkersdorf, wo Einsatzleiter Johannes Brauns die Maßnahmen führt.

Einer der prominenten Betroffenen aus Lindenthal ist der Kanzlerenkel und Notar Konrad Adenauer: „Wir müssen sehen, wo wir den Tag verbringen“, sagte er gegenüber EXPRESS.de. Seine Frau verreise am Nachmittag, also müsse er das Auto am Morgen erstmal aus der Gefahrenzone bringen.

Notar Konrad Adenauer

Copyright: Alexander Schwaiger

Kanzlerenkel Konrad Adenauer ist von der Bombe ebenfalls betroffen.

Der ehemalige Vorsitzende des Haus- und Grundbesitzervereins nimm die Sache mit Humor: „Vielleicht schaue ich in meinem alten Büro vorbei, sehe die Mitarbeiter wieder und kann mich etwas ausruhen.“

Bei Adenauer hat die Bombe außerdem Kindheitserinnerungen geweckt: „In der Straße, wo der Blindgänger gefunden wurde, hat in den 1950er Jahren mein bester Freund gewohnt. Wir haben dort sehr viel gespielt. “

Gehört ihr zu den Kölnerinnen oder Kölnern, die bereits mehrfach von Bombenfunden betroffen waren? Erzählt uns Eure Geschichte – wir freuen uns, wenn Ihr euch bei uns in der Redaktion meldet!

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