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Wildpinkler und MüllKölner streiten über Straßenfest – „schnell wieder weg“

50.000 Feiernde, Müllberge und Wildpinkler in den Vorgärten – das Sülzer Straßenfest „Bunt im Carrée“ hat Köln gespalten.

Was als fröhliches Nachbarschaftsfest auf der Berrenrather Straße begann, sorgt jetzt für hitzige Diskussionen.

Das Straßenfest „Bunt im Carrée" zog am vergangenen Wochenende (25./26. April) rund 50.000 Besucher in den Kölner Süden. Mit Live-Musik, DJ-Sets, Food-Ständen und einer Kids-Area startete das Fest um 13.15 Uhr – sogar die stellvertretende Bürgermeisterin Derya Karadag eröffnete es persönlich. Doch was folgte, ließ Anwohner fassungslos zurück.

„Einfach asozial“ – Anwohner von Kölner Straßenfest ist sauer

Ein Anwohner aus der Einhardstraße macht seinem Ärger auf Facebook Luft und findet dabei klare Worte: „In der Einhardstraße haben in den Abendstunden Hundertschaften in unseren Vorgarten und an die Häuser und Hauseingänge gepinkelt – einfach asozial und organisatorisch eine Vollkatastrophe mit einem Toilettenwagen für gefühlt mehr als 10.000 Feierwütige. Von den ganzen Scherben hier in der Straße ganz zu schweigen.“

Und als er die Feiernden darauf ansprach, wurde er auch noch angepöbelt: „Wenn man die Leute darauf ansprechen wollte, wurden sie auch noch frech. Ich bin echt sprachlos.“

Dylan Stuka vom Mitveranstalter Deli Eventservice – selbst gebürtiger Sülzer und seit sechs Jahren Gastronom im Viertel – stellt sich der Kritik. „Ich bin wirklich sehr niedergeschlagen von der Kritik, und mein Team ist es auch“, sagt er gegenüber EXPRESS.de. Gleichzeitig betont er: Fast 50 der Aussteller seien Sülzer und Klettenberger Einzelhändler gewesen, die wirtschaftlich stark vom Fest profitierten.

Für die Zukunft fordert Stuka ein Glasverbot auf dem Gelände sowie städtische Zuschüsse für Toiletten, Security und Müllentsorgung.

Das Thema Wildpinkler und Müll beim Straßenfest wird auch unter dem Instagram-Beitrag von EXPRESS.de heftig diskutiert.

Der Kommentar mit den meisten Reaktionen bringt es auf den Punkt – und relativiert erstmal die Empörung:

„Sieht für mich eher nach zu wenig Toiletten und zu wenig Mülleimern aus als nach ‚50.000 Leute wissen nicht, wie man sich benimmt‘.“

Ähnlich sieht es eine weitere Nutzerin, die einen internationalen Vergleich zieht:

„Nächstes Jahr mehr Toiletten und mehr Mülleimer und dann ist doch alles Tutti.“

Jemand, der selbst dabei war, bestätigt das Problem:

„Also, wir waren mit einer Gruppe von fünf Leuten da, wir haben ständig nach freien Mülleimern gesucht! Wir haben wirklich versucht, wenig Müll zu machen. Aber in dem Moment, als man auf 100 Metern nur einen Mülleimer für gefühlt 1000 Leute finden konnte, plus diese/r auch komplett übergequollen war, dachten wir uns am Ende: Okay, ist wohl scheinbar egal.“

Lob für die AWB gibt es ebenfalls – ein Nutzer, der selbst bei der Mülheimer Nacht war, schreibt:

„Respekt und Dankbarkeit geht an alle AWB-Mitarbeitenden, die es wieder gerichtet haben.“

„Da ging's nur noch ums Partymachen“

Andere sind deutlich kritischer – besonders Anwohner und Eltern:

„Wir waren mit Kindern da und sind schnell wieder weg. Das Publikum kam definitiv nicht nur aus Sülz, das kam aus der ganzen Stadt und war auch eher ‚jung‘. Es war völlig überfüllt.“

„Es war anfangs ganz nett, aber spätestens ab nachmittags artete es aus und hatte für mich mit ‚Bunt im Carrée‘ und einem Sülzer Veedelfest nichts mehr zu tun. Da ging's nur noch ums Partymachen. Der Müll beschränkte sich ja auch nicht nur auf die Berrenrather und Sülzburgstraße, sondern wurde Straßen weiter auch noch hingeschmissen. Es muss besser organisiert werden. Es ist und bleibt Sülz, ein Familienviertel.“

Eine Stimme fordert grundsätzliche Konsequenzen auf städtischer Ebene:

„Wie wäre es, wenn jedes Straßenfest und jede öffentliche Veranstaltung ein Abfallkonzept vorlegen muss? In München gibt es schon lange verpflichtende Mehrwegvorgaben für Speisen und Getränke. Da sieht das dann auch nicht so aus.“

Zum Abschluss fasst ein Kölner die Gemütslage vielleicht am besten zusammen:

„Lasst uns das Konzept für 2027 verbessern, denn nichts ist mehr echt Kölsch als gemeinsam zu feiern und eine gute Zeit zu haben. Köln ist bunt und laut und manchmal etwas dreckig. Et is wie et is.“

Pressekonferenz zu Jeck im Sunnesching för Pänz mit Juri Rother und Benni Landmann.

Kölsche Ecke

Dritte Ausgabe von Jeck im Sunnesching för Pänz noch größer