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Viel Lob für Kölner LichterGroße Debatte um Neuauflage 2026

Das Comeback der Kölner Lichter nach sechs Jahren Pause wurde begeistert aufgenommen. Die Stimmung am Rheinufer war friedlich und fröhlich. Dennoch steht die Zukunft des Events in den Sternen.

Sechs Jahre und ein Monat hat es gedauert, ehe die 20. Ausgabe der Kölner Lichter stattfinden konnte. Das größte musiksynchrone Feuerwerk Europas lockte am Samstagabend (30. August 2025) schätzungsweise 150.000 Menschen zum Rheinufer.

Die wichtigste Nachricht vermeldete anschließend die Kölner Polizei. Der Einsatz sei absolut friedlich verlaufen. „Abgesehen von Verkehrsbeeinträchtigungen gab es nach bisherigen polizeilichen Erkenntnissen keine besonderen Vorkommnisse“, hieß es.

20. Kölner Lichter: Rund 150.000 Menschen bewundern Feuerwerk

Die Sicherheitsvorkehrungen anlässlich des Großereignisses waren enorm. Sowohl am Deutzer Bahnhof als auch am Hauptbahnhof waren zahlreiche Zäune, Gitter und Schleusen aufgebaut worden, um den Ansturm der Menschen zu regulieren.

An beiden Rheinufern blieb die Atmosphäre dafür herrlich entspannt. Die Menschen saßen auf Decken und Stühlen, genossen den fast wolkenfreien Himmel und stimmten sich mit Getränken und Snacks auf das Highlight ein.

Der 90. Stadtachter – der Neusser Ruderverein siegte vor der Bonner Ruder-Gesellschaft und dem Kölner Ruderverein – sorgte für sportliches Flair. Das Leuchten der Handys bei der Ankunft des Konvois samt Feuerschiff Doris bot ein tolles Bild.

Weil die 25 Schiffe bei ihrer Fahrt von Porz zur Innenstadt etwas in Verzug gekommen waren, startete das Feuerwerksspektakel mit achtminütiger Verspätung. Nach der langen Zwangspause sollte unter dem Motto „Das Phönix-Projekt“ das Zeichen zum Neubeginn gesetzt werden.

Chef-Feuerwerker Georg Alef hatte mit seinem Team fast fünf Tonnen Feuerwerk präpariert. Erneut gab es spektakuläre Effekte am Himmel und auf dem Rhein vor der Kölner Stadt-Silhouette zu bewundern. Sein „Feuertheater“ hatte der 64-Jährige in elf Abteilungen gegliedert. Dirigent Sebastian Hässy hatte mit ihm die Musik zusammengestellt und sich den Queen-Hit „Who wants to live forever“ gewünscht.

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Für die kölschen Töne sorgte Wolfgang Niedecken mit seinem BAP-Klassiker „Do kanns zaubre“. Die Musik orientierte sich am Thema Phönix und bot auch Pausen sowie ruhigere Passagen. „Es war ein tolles Gefühl“, sagte Alef am nächsten Morgen zu EXPRESS.de. „Wir hatten ein Riesenglück mit dem Wetter. Alles ist wie geplant abgelaufen“.

Kölner Lichter 2025 über dem Rhein.

Die Kölner Lichter, das größte musiksynchrone Feuerwerk Europas, boten wieder tolle Effekte.

Zum Finale erklang „Mir singe Alaaf“ von Brings, um an die Corona-Pandemie zu erinnern. Deshalb wurde der Song auch nicht von einem Feuerwerk untermalt. Als der letzte Ton verklungen war, die Schiffe gehupt hatten und die Menschen sich auf den Heimweg machten, atmete Werner Nolden tief durch.

Der Veranstaltungsprofi aus Leverkusen hatte monatelang das Ereignis vorbereitet und musste dabei viele Hürden nehmen. „Die letzten acht Monate waren die größte Herausforderung für unsere Firma“, sagte er zu EXPRESS.de. Da sich Anton Mertens mit seiner Firma Osmab als Präsentator bereiterklärt hatte, das Loch im Budget zu stopfen, war die Finanzierung der 20. Ausgabe gesichert.

Besucher schauen vom Rheinufer auf die ankommenden Schiffe beim Festival Kölner Lichter.

Die Menschen schauten sich vom Rheinufer die ankommenden Schiffe an. Dabei hielten viele zur Begrüßung ihre Handylichter hoch.

Entscheidend für die Durchführung war jedoch auch, dass Oberbürgermeisterin Henriette Reker die Schirmherrschaft für den Abend übernommen und somit den Weg für das Pyro-Spektakel freigemacht hatte. Für diese Entscheidung musste sich die scheidende OB allerdings auch viel Kritik anhören. Das Feuerwerk sei nicht mehr zeitgemäß, es belaste die Umwelt und verschrecke Tiere und Kinder, lauteten einige Kritikpunkte.

Kölner Lichter: Menschen am Rheinufer vor dem Feuerwerk.

Auf Decken hatten es sich die Besucherinnen und Besucher am Rhein gemütlich gemacht, um auf das Feuerwerk der Kölner Lichter zu warten.

Ähnlich fielen auch die Reaktionen nach dem Comeback der Kölner Lichter in den sozialen Netzwerken aus. „Das war ein ganzer Tag voller glücklicher Menschen, die einfach das Leben genießen und mit Kindern, Freunden und Familie einen schönen Tag haben wollten“ oder „Eine seltene Gelegenheit, wo Köln noch schön ist“, lauteten einige Urteile.

Andere klagten: „Unglaublich, dass diese Tierquälerei immer noch so gefeiert wird“ und „Umweltverschmutzung und Tierquälerei vom Feinsten. Braucht kein Mensch“.

Aufgrund der hitzigen Debatten wartet Nolden auch erst mal ab, ob es zu einer Fortsetzung des musiksynchronen Spektakels kommt. Der 1. August 2026 steht zwar als möglicher Termin im Raum, aber vorher verändert sich durch die Kommunalwahlen einiges. „Ich warte zunächst die Wahlen ab und werde dann im Oktober das Gespräch mit der Stadt suchen“, sagte er zu EXPRESS.de.

Lust auf eine 21. Ausgabe habe er zwar schon, aber dazu sei auch eine politische Einigkeit vonnöten. „Grundsätzlich sage ich niemals nie. Aber dazu braucht es auch eine klare Entscheidung der Stadt.“ Und noch ein Detail nervt den Veranstalter. Die Luxushotels auf beiden Rheinseiten hatten am Samstag zu „Feuerwerk-Partys“ geladen, kassierten stolze Eintrittsgelder, beteiligten sich aber nicht an den Kosten der Feuershow.

Henning Krautmacher und Werner Nolden bei den Kölner Lichtern.

Henning Krautmacher (l.) führte als Moderator durch den Abend der Kölner Lichter. Werner Nolden veranstaltet das Großereignis.

Den immer lauter werdenden Rufen, dass die Kölner Lichter statt auf Feuerwerk lieber auf eine Drohnenshow setzen solle, entgegnete Nolden mit dem Verweis auf die Kosten. „Die Veranstaltung ist mit ihrem Sicherheitskonzept jetzt schon sehr teuer. Eine Drohnenshow würde noch viel mehr Geld kosten. Wer diese sehen will, soll sie auch bezahlen.“

Pyro-Experte Alef hat bereits eine Idee und ein Thema für eine Neuauflage 2026. „Ich bin in gespannter Vorfreude, wie es mit den Kölner Lichtern weitergeht. Eine Drohnenshow ist nicht preiswert, zudem braucht man dazu eine Firma, die das sicher durchführen kann. Ich hatte am Samstag zumindest das Gefühl, dass die Leute das Feuerwerk richtig gefeiert haben und es gut fanden, so wie es war.“