Zum 20. Mal ist das Feuerwerk-Spektakel Kölner Lichter über die Bühne gegangen. Tausende schauten sich die knapp 30-minütige Pyroshow an. Der Sicherheitsaufwand im Umfeld war enorm.
Gänsehaut und JubelKölner Lichter: Folgt nach dem Comeback keine Fortsetzung?
30.08.2025, 23:39
Das Comeback des Jahres – es war ein Traum aus Funkenregen und Himmelsleuchten bei fast wolkenlosem Himmel und angenehmen Temperaturen.
Die 20. Kölner Lichter haben am Samstagabend (30. August 2025) schätzungsweise 150.000 Menschen am Rheinufer begeistert.
Das größte musiksynchrone Feuerwerk Europas ging erstmals seit sechs Jahren wieder über die Bühne.
Zwischen Hohenzollernbrücke und Bastei brandete mehrmals Jubel auf, als die fast fünf Tonnen Feuerwerk vom Rhein in den Abendhimmel geschossen wurden.
20. Kölner Lichter standen für Neubeginn, Hoffnung und Zuversicht
Die Kölner Show stand für Neubeginn, Hoffnung und Zuversicht. „Das Phönix-Projekt“ war eine Inspiration aus Japan, wo die Stadt Nagaoka 2004 einem Erdbeben zum Opfer fiel.
Jährlich wird dort mit einer Feuershow an den mythischen Vogel Phönix, der in verschiedenen Kulturen für Wiedergeburt und Unsterblichkeit bekannt ist, erinnert.
„Ich habe ein Buch über Heiterkeit in schwierigen Zeiten gelesen. Da passt dieses Event wie die Faust aufs Auge“, sagte Chef-Pyrotechniker Georg Alef (64) zu EXPRESS.de. Mit seinem Team präsentierte er wieder die neuesten Effekte, die die Feuerwerks-Kunst derzeit hergibt.
Einige Highlights hatten es ihm besonders angetan. „Der Stroboskop-Effekt, wenn das Licht wie Sterntaler fällt, und die Trauerweiden waren meine Lieblinge. Und: Der Anteil an Feuerwerk aus Deutschland war in diesem Jahr höher als früher.“

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Die Menschen begrüßten die Schiffe mit ihren Handylichtern.
Von zwei 120 Meter langen Schiffen auf dem Rhein wurde das Spektakel abgefeuert. Bei „Do kanns zaubre“ von BAP leuchteten Herzen am Himmel. „Zu Asche, zu Staub“, der Titelsong der Fernsehserie „Babylon Berlin“ war ebenso dabei wie „Who wants to live forever“ von Queen.
Insgesamt dominierten bei der Rückkehr die melancholischen und emotionalen Töne. Und beendet wurden die Kölner Lichter ganz ohne Feuerwerk. „Mir singe Alaaf“ von Brings erinnerte zum Finale an die schwere Corona-Pandemie. Die Schiffe hupten traditionell.
„Da hat sich Georg selbst übertroffen. Ich hatte mehrmals Gänsehaut“, sagte Moderator Henning Krautmacher. Veranstalter Werner Nolden ergänzte: „Ich bin heute erst mal ein glücklicher Mensch, weil alles reibungslos funktioniert hat.“

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Hunderttausende schauten sich am Rheinufer das Feuerwerk an.
Schon vier Stunden vor dem großen Moment hatte er tief durchgeatmet. „Ich bin schon ein paar Kilogramm leichter, so viele Steine sind bereits von mir abgefallen“, sagte er glücklich zu EXPRESS.de. „Die letzten fünf, sechs Monate haben wir echt einige Überstunden gemacht“.
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Auch die Kölner Polizei zog ein zufriedenes Zwischenfazit. „Die Stimmung ist friedlich und fröhlich“, hieß es. Die weitaus größere Herausforderung am Samstag waren die Demonstrationen des Antikriegs-Bündnisses „Rheinmetall entwaffnen“.
Der Andrang Richtung Rhein wurde unmittelbar vor Beginn des Feuerwerks besonders groß. „Viele hatten wohl nicht richtig mitbekommen, dass wir eine Stunde früher abschießen als früher. Der Druck war stellenweise schon enorm“, sagte Nolden.

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Das Polizeiaufgebot rund um das Großfeuerwerk war enorm. Die Brücken wurden phasenweise gesperrt.
Die Vorbereitung auf das Großereignis erforderte Planung bis ins kleinste Detail. Zufahrtsperren, Zäune, Gitter, Glasflaschenverbot, Einbahnstraßenführung – schon am Deutzer Bahnhof wurde deutlich, wie groß die Anforderungen inzwischen sind.

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Tausende warteten bei herrlichem Wetter auf den Beginn des Feuerwerks.
Dafür entwickelte sich am Rheinufer ein wunderbares Festival-Feeling. Die Menschen hatten es sich auf Campingstühlen oder Decken gemütlich gemacht. Die Fotofans warteten an ihren Stativen, um möglichst spektakuläre Bilder zu schießen. Kölsch (4 Euro für 0,3 Liter) floss aus dem Plastikbecher.
Vor dem Feuerwerk-Spektakel wurde der 90. Kölner Stadtachter ausgetragen. Erstmalig in der über 100-jährigen Geschichte wurde die Regatta als Mixed-Rennen durchgeführt.
In jedem der sieben Achter saßen je vier Ruderinnen und Ruderer und bewältigten die 2500 Meter lange Strecke auf dem Rhein. Am Ende siegte der Neusser Ruderverein vor der Bonner Ruder-Gesellschaft. Der Kölner Ruderverein schaffte es auf Platz drei.

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Moderator Henning Krautmacher (l.) mit Veranstalter Werner Nolden. Beide waren glücklich über das gelungene Comeback der Kölner Lichter.
Neu war der Empfang des Schiffs-Konvois. Die Menschen am Rheinufer hielten ihre leuchtenden Handys in die Höhe, Feuerschiff Doris fuhr hinterher und schoss Pyrotechnik ab. Da die Schiffe jedoch etwas versetzt ankamen und ein wenig trödelten, kam der Zeitplan ein wenig durcheinander. Mit acht Minuten Verspätung ging es dann los.
Auch wenn deutlich weniger Schiffe im Konvoi dabei waren als früher und es auch kein musikalisches Rahmenprogramm gab, entwickelte der Abend wieder seinen besonderen Zauber. Nach dem erfolgreichen Comeback könnten nun die Planungen für die Fortführung in Angriff genommen werden.
Wenn die Stadt sie denn überhaupt will. „Grundsätzlich sage ich niemals nie. Aber ich warte erst einmal die Wahlen ab und suche dann das Gespräch. Es bleibt abzuwarten, ob eine 21. Ausgabe politisch überhaupt noch gewünscht ist“, sagte Nolden nach dem Schlussapplaus.