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Ungeklärte Gewalttat in KölnNils' Mutter: „Wünsche mir so sehr, dass jemand den Mut hat“

Ein junger Mann liegt in einem Krankenhausbett.

Copyright: Melanie H. 

Nils (21) lag nach der Attacke wochenlang im Krankenhaus. 

Aktualisiert

Der Fall sorgte für Fassungslosigkeit: Nils (21) wurde nach einem Disco-Besuch in Köln so brutal attackiert, dass er ein Schädel-Hirn-Trauma erlitt. Jetzt richtet seine Mutter einen Appell an die noch immer unbekannten Täter sowie mögliche Zeugen und Zeuginnen. 

Er wollte in Köln feiern und musste am Ende um sein Leben kämpfen: Mehr als vier Monate ist die brutale Attacke auf den 21-Jährigen Nils her, doch noch immer leidet er unter den Folgen. In Kürze steht für den Kaufmann-Azubi, der ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten hatte, die zweite Reha an. 

„Wir sind dankbar, dass Nils überlebt hat. Physisch hat er überlebt, seelisch jedoch sind die Folgen tiefgreifend. Diese Tat hat unser Leben verändert...“, erzählt seine Mutter Melanie gegenüber EXPRESS.de. Was sie zudem quält: Die Tat ist bis heute nicht aufgeklärt. „Ich wünsche mir so sehr, dass jemand den Mut hat, die entscheidenden Hinweise zu geben“, sagt sie.

Nils (21) nach Besuch von Kölner Diskothek brutal attackiert

In der Nacht zum 11. Oktober zwischen 3 und 3.30 Uhr wurde Nils nach einem Besuch in der Kölner Diskothek Roonburg von Unbekannten zusammengetreten. Der 21-jährige Koblenzer lag anschließend wochenlang im Krankenhaus. Durch die Gewalt war es zu Einblutungen und einer Mittellinien-Verschiebung seines Gehirns gekommen, sein Wesen veränderte sich, er litt unter Gedächtnisverlust.

„Er muss mit Einschränkungen leben“, erklärt seine Mutter. Wie einer deutlichen Verringerung des Kurzzeitgedächtnisses. Verdienstausfälle, Therapie- und Gesundheitskosten, Ängste und seelische Wunden würden sie weiterhin begleiten.

„Wir leben in einer Zeit, in der Sensibilität, Verantwortung und ein Wertekompass offenbar verloren gehen. Früher gab es klare Grenzen, rote Linien, die nicht überschritten wurden. Heute scheint Gewalt zunehmend normalisiert zu werden“, meint sie. 

Nils' Mutter appelliert an alle: „Sehen, handeln, sensibel bleiben, die eigenen Taten reflektieren. Nur so können wir verhindern, dass weitere Menschen Opfer von Gewalt werden.“ Sie hofft unter anderem, dass sich ein Paar meldet, das ihren Sohn und dessen Begleiterin nach dem brutalen Vorfall zum Bahnhof gefahren hat. 

An diesen letzten Strohhalm hatte sich die Mutter geklammert

Die Polizei hatte die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung aufgenommen und einen Zeugenaufruf gestartet. Leider vergeblich. Auch eine hohe Belohnung, die zwei Privatleute in Absprache mit der Polizei für sachdienliche Hinweise in Aussicht stellten, brachte nicht den erhofften Durchbruch.

Mittlerweile liegen die Akten bei der Kölner Staatsanwaltschaft. „Bislang ist es nicht gelungen, den oder die Täter zu identifizieren“, erklärt Sprecher Ulrich Bremer auf EXPRESS.de-Nachfrage. Geeignetes Bildmaterial für eine Öffentlichkeitsfahndung sei bislang nicht vorhanden. Dies war der letzte Strohhalm, an den sich Nils' Mutter geklammert hat.

Hinweise nimmt die Polizei Köln weiterhin unter der Telefonnummer 0221 229-0 oder per E-Mail an poststelle.koeln@polizei.nrw.de entgegen. 

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