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Rolltreppe voller ExkrementeKölner Anwalt erlebt täglichen Horror

Copyright: Ralf Höcker 

Die Rolltreppe zur U-Bahn am Friesenplatz war am Mittwoch (10. Juni 2026) voller Exkremente.

Die Situation an den Kölner Drogenplätze ist schlimm. Ein Kölner Anwalt, der seine Kanzlei am Friesenplatz hat, sagt: „Inzwischen geht es einfach zu weit.“ 

Offener Drogenkonsum, Gewalt, Fäkalien und ständiges aggressives Gebrüll – was Anwalt Ralf Höcker (55) schildert, erlebt er täglich. Seine Kanzlei liegt seit fast 20 Jahren am Friesenplatz, einem der Kölner Drogen-Hotspots.  

„Ich habe eigentlich ein dickes Fell, aber ich merke an mir selbst, wie mein Aggressionslevel steigt“, gesteht er am Donnerstag (11. Juni) offen gegenüber EXPRESS.de. Erst einen Tag zuvor war am Friesenplatz die Rolltreppe zur U-Bahn vollgekotete worden. Wohl zum dritten Mal in dieser Woche. 

Kölner Platz: „Zustände seit letztem Jahr katastrophal“

Was dort abgeht, sei nicht mehr tragbar, sagt Höcker. „Die Zustände werden immer schlimmer, seit letztem Jahr sind sie katastrophal.“ Es würde stinken, es werde rumgebrüllt, Passanten würden angebettelt oder angepöbelt. 

„Wenn das Rolltor unserer Tiefgarage ausnahmsweise funktioniert, weil gerade einmal niemand gegen die Elektronik uriniert hat, fallen einem Abhängige entgegen, sobald es sich öffnet“, schildert der Kölner Anwalt. Die Abhängigen würden dort sitzen, mit Bier, zum Teil neben ihrem Drogenbesteck.

Andere stehen dort in der typischen Körperhaltung nach Fentanyl-Konsum mit extrem nach vorne gebeugtem Oberkörper, wirken wie eingefroren und sind über Minuten bis zu Stunden nicht ansprechbar. Auch würden Junkies laut Höcker ihre Drogen in dem Bereich der Tiefgarage verstecken. 

„Zum Glück haben wir kaum Mandantenverkehr, aber es gibt junge Mitarbeiterinnen, die da durch müssen“, schildert Ralf Höcker. So werde auch nicht nur die U-Bahn-Rolltreppe zur Darmentleerung genutzt. Der Anwalt gefrustet: „Auch unser Aufzug wurde schon einmal entsprechend ‚umfunktioniert‘.“ 

Nicht nur bei ihm würden langsam die Nerven blank liegen. „Wenn man jeden Tag da durch muss, resignieren einige, andere werden selbst aggressiv – aber auf jeden Fall macht das mit jedem was“, sagt er. Er wisse, dass hinter den Abhängigen oft auch Schicksale, Dramen stehen, dass die Menschen Hilfe bräuchten. „Aber“, so erklärt er, „inzwischen geht es einfach zu weit.“ 

Zwar sei Ende Mai Oberbürgermeister Torsten Burmester am Friesenplatz gewesen und habe sich selbst ein Bild gemacht – aber auf lange Sicht habe sich nichts geändert.

Höcker, der seinen Bericht in den Sozialen Medien geteilt hat, erhält viel Resonanz, alleine bislang rund 570 Kommentare auf Facebook. 

„Da steige ich morgens auch aus. Unterirdische Zustände dort“, schreibt Finn M. Jörg L. schildert sein Erlebnis, als er in einem Parkhaus am Friesenplatz war: „Hund biegt angeleint ins Treppenhaus und plötzlich stehen wir vor einer Gruppe Junkies, die sich einen Schuss setzen. Hautnah. Wir mussten über die Leute steigen (...) Wir waren fassungslos. Meine Frau schob ich versteinert vor mir her (...) Ich werde dort nie wieder einen Fuß reinsetzen.“ 

Auch Florian W. hat sein Büro am Friesenplatz und bestätigt die Schilderungen von Anwalt Höcker. „Es ist kaum noch zu ertragen“, erzählt er. David W. kommentiert: „Szenen wie aus einem Zombiefilm.“

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