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„Große Beschwerdelage“Kölner OB vor Ort – Anwohner schlagen Alarm

Einsatzkräfte der Polizei patrouillieren am Friesenplatz.

Copyright: Alexander Schwaiger

Einsatzkräfte der Polizei patrouillieren am Friesenplatz.

Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester war zu einem Krisentermin am Friesenplatz. Dabei ging es um das Drogenproblem im Veedel.

Die Drogensituation am Neumarkt ist bekannt – ähnlich dramatisch ist es am Friesenplatz.

Jetzt hat sich Oberbürgermeister Torsten Burmester ein Bild von der Lage rund um den Friesenplatz gemacht. In einem auf Instagram veröffentlichten Video ist zu sehen, wie Burmester vor Ort unterwegs ist. Wie heftig die Lage dort ist, wird schnell deutlich.

Drogenkonsum: OB Burmeister informiert sich über die Lage am Friesenplatz

„Wir haben seit Neuem eine Beschwerdelage, eine große Beschwerdelage am Friesenplatz und hier auf dem Ring unmittelbar neben dem Friesenplatz und deswegen bin ich mit dem kommunalen Ordnungsdienst und mit der AWB unterwegs, um konkrete Verbesserungen zu besprechen, weil die Situation hier nicht okay ist für die Anwohnerinnen und Anwohner und für die Geschäftspartner“, beschreibt OB Burmester die Situation.

Deshalb sei es ihm wichtig gewesen, selbst vor Ort zu sein, zuzuhören und mit Anwohnerinnen und Anwohnern, Geschäftstreibenden und betroffenen Menschen ins Gespräch zu kommen.

Burmester zu den Hintergründen: „Die Beschwerden zur offenen Drogenszene haben zuletzt deutlich zugenommen.“

In unmittelbarer Nähe zum Friesenplatz befindet sich eine Arztpraxis, die unter anderem ein Methadon-Programm anbietet. Auch deshalb halten sich in dem Bereich viele suchtkranke Menschen auf.

Neben den Gesprächen vor Ort, kommentieren viele den Instagram-Beitrag des OBs – darunter Anwohner und Geschäftsleute, die von einer spürbaren Verschlechterung berichten.

Der Kölner Unternehmer Erhan Bektas (52), der seit 1999 im Einzelhandel in der Innenstadt tätig ist und aktuell ein Geschäft auf der Ehrenstraße betreibt, schreibt: „Vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, sich selbst ein Bild von der Gesamtsituation vor Ort zu machen.“

Zudem erklärt er gegenüber EXPRESS.de: Die Situation im Bereich Friesenplatz bereite ihm und vielen anderen Anwohnern, Kunden sowie Gewerbetreibenden zunehmend Sorgen.

Erhan Bektas (52) hat sein Geschäft in unmittelbarer Nähe zum Friesenplatz.

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Erhan Bektas (52) hat sein Geschäft in unmittelbarer Nähe zum Friesenplatz.

Auch sein Sohn, der die Königin-Luise-Schule besucht, sei betroffen. „Er hat mittlerweile Angst, am Friesenplatz aus der Bahn auszusteigen“, ist Bektas fassungslos: „Das zeigt, wie belastend und bedrohlich die Lage inzwischen wahrgenommen wird.“

Der 52-Jährige beschreibt auf Instagram einen konkreten Vorfall: „Zuletzt mussten wir am vergangenen Samstag die Behörden verständigen, nachdem sich vier Personen direkt vor unserer Filiale aufgehalten und dort Crack konsumiert hatten.“

Frust über ausbleibende Reaktionen

Ein weiterer Anwohner beschreibt vor allem Frust über ausbleibende Reaktionen in der Vergangenheit: „Als Anwohner des Friesenwalls kann ich sagen, dass es so schlimm geworden ist, dass man sich so machtlos fühlt, sodass ich sogar entschieden hatte, den Stadtkern zu verlassen, sogar die Stadt war in meiner Überlegung.“

Er berichtet von Versuchen, Verantwortliche zu erreichen: „Ich habe zigmal versucht, einen Verantwortlichen zu finden … Ich habe nie eine Antwort erhalten, einen Kontakt, oder zumindest das Gefühl, dass die Belange der Bürger einen beschäftigen.“ Der Nutzer schreibt, er habe Burmester persönlich angesprochen: „Danke, dass man Sie, Herr Burmester, einfach ansprechen konnte.“

Auch aus anderen Veedeln kommt Zuspruch – und Kritik an den Zuständen: „Mir geht es genauso in Ehrenfeld. Es ist nicht mehr aushaltbar an der Venloer Straße, Seitenstraßen und Richtung Stadtmitte über den Friesenplatz.“

Gleichzeitig wird betont, dass das Thema sehr komplex sei. „Aber es ist jede Grenze des Erträglichen überschritten“, heißt es in einem weiteren Kommentar.

Perspektive für suchtkranke Menschen

Und auch die Perspektive suchtkranker Menschen wird erwähnt: „Bei den notwendigen Maßnahmen sollten immer auch die betroffenen Obdachlosen und Süchtigen eingebunden werden.“ Der Nutzer schreibt: „Unter dem Status quo leiden die Obdachlosen, die Süchtigen und die Anwohner.“ Und kündigt an: „Ich und ganz viele andere werden den Bürgermeister daran bemessen, ob er diese Verbesserung für wirklich alle Betroffenen bewirkt.“

Burmester selbst spricht im Video davon, dass es um „konkrete Verbesserungen“ gehe und, dass die Situation „nicht okay“ sei. Wie es nun weitergeht und welche Maßnahmen konkret folgen sollen, bleibt offen.

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