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Nach fast 50 JahrenKölner FC-Kneipe schließt – Wirtin war damals die Jüngste

Das Schill-Eck mit Wirtin Monika schließt Ende März.

Das „Schill-Eck“ mit Wirtin Monika schließt Ende März.

Aktualisiert

Nach fast 50 Jahren! Leider muss die beliebte FC-Kneipe in Köln-Nippes Ende März schließen. 

Das Gastro-Sterben in Köln geht weiter: Erst das beliebte Restaurant „Rosenrot“ – jetzt erwischt es den nächsten Laden in Nippes!

Seit fast 50 Jahren ist das „Schill-Eck“ auf der Neusser Straße, Ecke Schillstraße in Köln-Nippes eine Institution – vor allem bei den FC-Fans im Veedel. In der Kneipe werden regelmäßig FC-Spiele gezeigt. Auch an Karneval geht hier die Post ab.

„Schill-Eck“ in Köln-Nippes schließt für immer

„Ein echtes Stück Köln – bodenständig, herzlich und immer mit guter Stimmung“, lobt ein Gast bei Google die urige Kölsch-Kneipe und ergänzt: „Besonders empfehlenswert sind die hausgemachten Frikadellen, die es regelmäßig gibt – richtig lecker und ehrlich gekocht!“

Ein anderer schreibt: „Siggi und Monika sind zwei Herzen von Menschen – ehrlich, herzlich, mit so viel Liebe für ihre Gäste, dass man sich schon beim Reinkommen umarmt fühlt.“

Doch Ende März ist Feierabend. Das „Schill-Eck“ muss schließen.

Das bestätigte die Schwiegertochter von Wirt Siggi Brendel (73) gegenüber EXPRESS.de. Der Mietvertrag wurde nicht verlängert. Der Zeitpunkt sei aber genau richtig, um in den Ruhestand zu gehen. Von daher sei man zwar etwas wehmütig, aber nicht traurig.

Das Schill-Eck in Köln-Nippes

Das „Schill-Eck“ in Köln-Nippes

Zusammen mit seiner Ehefrau Monika (68) betreiben die beiden kölschen Originale seit vielen Jahren das „Schill-Eck“.

Kurios: Monika gründete die Gastro am 7. November 1979. Damals, mit 21, war sie die jüngste Wirtin in Köln. Später kam ihr Mann Siggi mit hinter den Tresen.

Beide erinnern sich gerne an die alten Tage zurück. Eine Anekdote ist besonders kurios: Das „Schill-Eck“ war der erste Kölner Club der Kneipenraucher.

Am „Schill-Eck“ hängt eine FC-Fahne. Fans verfolgen hier gerne die Spiele ihres Klubs. Ende März ist dann aber Schluss – die Kneipe schließt.

Am „Schill-Eck“ hängt eine FC-Fahne. Fans verfolgen hier gerne die Spiele ihres Klubs. Ende März ist dann aber Schluss – die Kneipe schließt.

Als 2008 das Nichtrauchergesetz in NRW-Gaststätten in Kraft trat, hatte Siggi Brendel eine Lücke im Gesetz ausgenutzt. In geschlossenen Gesellschaften und Clubs durfte nämlich ab dem 1. Juli weiter gequalmt werden – auch in „Vereinen zur Förderung des Tabakkonsums“. Genau das hatte Siggi damals aus seinem Laden gemacht. Deshalb gründete Brendel den Club „Sportsfreunde rauchen“.

An die Kneipe wurde ein Vereinsschild befestigt, Gäste trugen sich in ein Club-Buch ein, bekamen einen Mitgliedsausweis und zahlten einen Jahresbeitrag von einem Euro.

Das waren noch Zeiten ...

Was nach der Schließung mit der Gastro passiert, ist derzeit noch unklar. Ob in die beliebte Eckkneipe ab April wieder eine Gastro einzieht, bleibt ungewiss.

Blick in den neuen Laden auf der Breite Straße.

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