Es ist eine Vision, die etablierten bayerischen Bierbrauern vielleicht nicht passt. Was ist, wenn Brauer aus anderen Teilen Deutschlands, gar Europas, im Geschäft mitmischen können? Die Klage eines Gastronomen könnte entsprechende Folgen haben.
Zoff um Zelt-VergabeKölsch auf dem Oktoberfest? Anfeindungen gegen Wirt

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Christian Scharpf (SPD), Wirtschaftsreferent Münchens, hält den offiziellen Bierkrug der Wiesn-Wirte für das Jahr 2026 in den Händen.
Nach seiner Klage gegen die Vergabe von Festzelten auf dem Oktoberfest hat der Gastronom Alexander Egger nach eigenen Angaben mit Anfeindungen zu kämpfen.
„Die Aufregung hat ein Ausmaß angenommen, das ich mir nie hätte ausmalen können und bei dem es auch um die Sicherheit von Menschen geht“, sagte Egger der „Süddeutschen Zeitung“.
Gastronom sorgt sich um Familie und seine Mitarbeiter
Auch seine Familie, Mitarbeiter und Lieferanten seien betroffen. Deshalb werde er dieses Jahr auch nicht die „Münchner Stubn“ auf der Wiesn betreiben. „Das tut uns natürlich weh, besonders wegen unseres tollen Teams und unserer Gäste – aber Sicherheit geht vor.“, sagt der Gastronom.
Der Streit um die Zulassung zur Wiesn hatte wochenlang für Wirbel gesorgt, zwischendurch war sogar befürchtet worden, der Aufbau der Zelte könnte nicht pünktlich beginnen.
Egger will auf gerichtlichem Weg erreichen, dass die Zuteilung zweier großer Wiesn-Zelte nach europäischem Vergaberecht erfolgt. Es handelt sich dabei um das berühmte Anzapfzelt Schottenhamel und das Paulaner-Festzelt. Nach einem gescheiterten Eilantrag folgt nun im September das Hauptsacheverfahren, das auf die diesjährige Wiesn keinen Einfluss hat.
Im September wird das brisante Verfahren eröffnet
Egger will auf gerichtlichem Weg erreichen, dass die Zuteilung zweier großer Wiesn-Zelte nach europäischem Vergaberecht erfolgt. Nach einem gescheiterten Eilantrag folgt nun im September das Hauptsacheverfahren, das auf die diesjährige Wiesn keinen Einfluss hat.
Egger, der sich schon öfter für Wiesn-Zelte beworben hat, erläuterte seine Beweggründe für sein juristisches Vorgehen und sprach auch die Punktevergabe im Rahmen des Vergabeverfahrens an.

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Gäste feiern im Hofbräu-Zelt auf der Theresienwiese.
Hier habe er eine „hohe Spannbreite in den Interpretationsmöglichkeiten der Bewertungsmöglichkeiten“ gesehen, sagte Egger. „Bei unseren vielen Bewerbungen, die über die Jahre zusammengekommen sind, haben wir immer wieder Widersprüche festgestellt, die uns keiner erklären konnte oder wollte.“
Die Sorge vor Veränderungen auf der Wiesn bei einer europäischen Vergabe kann Egger nicht nachvollziehen. „Die gezielt geschürte Angst vor Kölsch und Guinness auf der Wiesn ist völliger Humbug.“
Die Stadt könne auch bei einer öffentlichen Ausschreibung vorgeben, welches Bier verkauft werden dürfe. Und sie habe „Dutzende Einflussmöglichkeiten“, um zu verhindern, „dass Hendl und Haxn von Döner und Dürüm verdrängt werden“, so Egger in der „SZ“.
Kölner Gaffel-Brauerei hat sich bereits in München beworben
Für den Fall, dass Eggers Klage erfolgreich ist, hatte die Kölner Gaffel-Brauerei bereits ihr Interesse an einem Festzelt-Ausschank angemeldet und eine Bewerbung abgegeben.
Im Schreiben bekundet die Kölner Traditionsbrauerei (gegr. 1908) ihr „grundsätzliches Interesse an einer zukünftigen Teilnahme am Oktoberfest in München“. Als traditionsreiche Familienbrauerei mit jahrzehntelanger Erfahrung verfüge das Unternehmen „über umfangreiche Kompetenz im Bereich Volksfeste, Großevents und Festivalformate mit hohen Besucherzahlen.“
Dazu zählt die Privatbrauerei „unter anderem langjährige Erfahrungen bei sehr großen Volksfesten wie dem Kölner Oktoberfest“. (dpa, ade)
