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Lokal erstrahlt in neuem GlanzAltstadt-Wirt lässt Wut über die Stadt Köln ab

Frank Markus, Bettina Hass und Georg Schäfer stoßen an.

Copyright: Daniela Decker

Ein Prost auf die gelungene Renovierung und den neuen Kölsch-Partner. Stapelhaus-Geschäftsführer Frank Markus, Objektgestalterin Bettina Hass und Georg Schäfer (v.l.), Geschäftsführer der Sion Brauerei, stoßen an.

Das historische Stapelhaus in der Kölner Altstadt erstrahlt nach Renovierung im neuen Glanz. Der Geschäftsführer ist jedoch nicht gut auf die Kölner Stadtverwaltung zu sprechen.

Das Stapelhaus am Fischmarkt in der Kölner Altstadt erstrahlt in neuem Glanz. Zudem fließt mit Sion Kölsch jetzt eine neue Biersorte aus dem Zapfhahn. Renoviert wurde das geschichtsträchtige Brauhaus bei laufendem Betrieb.

Doch bei aller Freude über die gelungene Renovierung bleibt bei Geschäftsführer Frank Markus der Frust über die Stadt Köln und die bis heute verweigerte Genehmigung für eine Außengastronomie.

Stapelhaus wurde vom Kellergewölbe bis zur Decke renoviert

Das neue Erscheinungsbild des bekannten Lokals ist moderner und heller geworden und wirkt dadurch offener. Liebgewonnene Exponate und Sammelstücke kommen dadurch gezielter zur Geltung.

In Zusammenarbeit mit der Objektgestalterin Bettina Hass erhielt unter anderem die Decke ein neues Lichtkonzept. Neue Tisch- und Hängelampen sowie hell gebürstete Brauhaus-Tische unterstreichen das gemütliche Ambiente. Die Fenster wurden mit Milchglasfolien veredelt. Auch die Außenbeschriftung signalisiert den Neuanfang.

Nach 20 Jahren schlägt das Stapelhaus ein neues Kapitel auf. „Ich feiere im Spätsommer meinen 60. Geburtstag. Ein guter Zeitpunkt, um nach vorn zu schauen. Dabei wollte ich einerseits, dass sich das Stapelhaus neu erfindet, andererseits wollte ich mir aber auch zu 100 Prozent treu bleiben“, betont Frank Markus, der seit 2009 die Location im Herzen der Altstadt betreibt.

Blick in das Stapelhaus in der Altstadt.

Copyright: Daniela Decker

Die Fenster des Lokals wurden mit Milchglasfolien veredelt.

Indem man die Trennwände herausnehmen kann, ist das Lokal sehr attraktiv für Vereine und Karnevalsgesellschaften. „Wir sind komplett flexibel in der Raumgestaltung und können dadurch Veranstaltungen von 100 bis 500 Personen verwirklichen“, erklärt der Inhaber. Obwohl die kommende Session extrem kurz ist, finden dort zwölf Kneipensitzungen statt. Weitere Karnevalsgesellschaften haben sich bereits für November einen Platz gesichert.

Zwar bietet das Stapelhaus neben seinen 240 Plätzen im Innenbereich auch eine Terrasse mit Rheinblick im ersten Stock, doch die bereits 2009 genehmigte Terrasse auf der Rheinseite kann bis heute nicht genutzt werden. „Die Stadt Köln hat uns 2009 die Terrasse genehmigt, doch leider wurde uns diese ohne Angabe von Gründen wieder entzogen. Damit sind wir der einzige Altstadt-Betrieb an dieser Seite ohne Terrasse“, sagt Frank Markus. „Man kann es einfach nicht begreifen.“

So sieht es auch Georg Schäfer, Geschäftsführer der Sion Brauerei und neuer Kölsch-Partner: „Überall ist eine Außengastronomie erlaubt, nur beim Stapelhaus sagt man ohne Begründung Nein. Jede Stadt in Deutschland oder Europa würde garantiert an solch einer Stelle Außengastronomie genehmigen.“

Blick in das neu gestaltete Stapelhaus.

Copyright: Daniela Decker

Die neu gestaltete Prinzen-Stube im Stapelhaus. Der Karneval spielt im Lokal eine wichtige Rolle.

Als „absolut touristische Zone“ beschreibt Frank Markus die Fläche an der Frankenwerft. Im EXPRESS.de-Gespräch machte er seinem Frust Luft: „Wir bekommen keine Genehmigung für 40 Plätze, aber wenn Leute hier grillen, nachts schlafen oder ihre Notdurft mitten auf der Wiese oder direkt an unseren Fenstern verrichten, ist das okay. Das ist nicht gerade ein Aushängeschild für die Stadt Köln.“

Georg Schäfer geht noch einen Schritt weiter: „Gerade in Zeiten, in denen es für die Gastronomie nicht gerade rosig aussieht, sollte man doch Unterstützung der Stadt Köln erwarten dürfen. Es wird doch immer schwerer. Früher gab es das nur auf dem Dorf, dass Kneipen geschlossen wurden. Mittlerweile hat das Kneipensterben auch Köln erreicht. Sonntags, montags oder dienstags ist einfach nicht genug los, doch der komplette Kostenapparat läuft weiter.“

Stapelhaus-Geschäftsführer Frank Markus zeigt Fotos an den Wänden.

Copyright: Daniela Decker

Stolz präsentiert Frank Markus die Aufnahme seiner Oma Anna (l.) und seiner Mutter Margarete mit Tante Monika.

Als weiteres Problem führt Schäfer die verstärkte Zurückhaltung bei den Gästen an. „Früher wurden zehn Kölsch getrunken, heute sind es vielleicht noch drei oder vier. Es wird die Vorspeise weggelassen oder nur ein Glas anstatt eine Flasche Wein bestellt.“

Nicht nur die Touristen seien für Köln wichtig, sondern gerade die Kölschen. „Das Wichtigste ist, dass die Kölner wieder in die Altstadt zurückkommen. Wir freuen uns über alle Touristen, aber was machen wir, wenn das Wetter nicht mitspielt oder eben gerade keine Urlaubssaison ist? Unser wichtigstes Ziel muss es sein, den Kölnern zu zeigen, wie attraktiv die Altstadt ist, ansonsten bekommen wir alle eines Tages die Quittung. Daher werde ich weiter für eine Außenterrasse, die definitiv das Stapelhaus aufwertet, kämpfen.“

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