Die Regierung plant eine Zuckersteuer, doch die Kölner Brauer laufen Sturm. Ihre Kritik: Mittelständische Unternehmen würden zusätzlich belastet.
Heftige Kritik aus KölnBrauer schreiben Brandbrief: „Falscher Weg“

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Christian Kerner, Geschäftsführer des Kölner Brauerei-Verbandes, steht neben Bürgermeisterin Teresa de Bellis beim Neujahrsempfang des Wirtschaftsclubs. (Archivbild)
Die Regierung will eine Zuckersteuer, doch in Köln regt sich heftiger Widerstand. Die Brauer halten die Pläne für den komplett falschen Weg.
Der Kölner Brauerei-Verband und die deutsche Getränkewirtschaft laufen Sturm gegen die geplante Steuer auf Zucker. In einem Brandbrief an acht Bundestagsabgeordnete aus Köln fordert der Verband unmissverständlich, die Abgabe zu stoppen.
Was ist geplant? Nachdem das Bundeskabinett im Frühjahr 2026 erst eine Herstellerabgabe beschlossen hatte, soll es jetzt eine echte Verbrauchsteuer für zuckerhaltige Getränke werden. Minister Lars Klingbeil (SPD) verteidigt den Schritt: „Alles das dient auch dem Gesundheitsschutz. Was krank macht, wird also teurer.“
Konkrete Details zur Höhe oder zum Startdatum der Steuer gibt es noch nicht. Klar ist aber: Auch Steuern auf Tabak, Spirituosen und Alkoholmischgetränke sollen steigen. Hochprozentiges wie Korn oder Rum könnte ab 2027 sogar um rund 20 Prozent teurer werden.
Kölner Brauer: „Falscher Weg“
Für den Kölner Brauerei-Verband ist die Steuer ein Schlag ins Gesicht. Sie hätte massive wirtschaftliche Folgen, während der gesundheitliche Nutzen wissenschaftlich umstritten sei. Getroffen würden vor allem mittelständische Familienbetriebe wie Brauereien, Mineralbrunnen oder die Produzenten von Erfrischungsgetränken.
Die Branche ächzt ohnehin schon seit Jahren unter dem enormen Druck durch höhere Kosten für Energie, Logistik, Verpackungen und Personal.
Christian Kerner, der Geschäftsführer vom Kölner Brauerei-Verband, betont, dass die Industrie bereits freiwillig handle. „Die Getränkewirtschaft hat in den vergangenen Jahren Verantwortung übernommen und den Zuckergehalt vieler Produkte spürbar reduziert“, erklärt er. Sein Fazit ist eindeutig: „Eine Zuckersteuer wäre deshalb der falsche Weg“. (red/dpa)

