Liebe dein Brauchtum Mer losse d’r Dom en Kölle! Wozu sind eigentlich die goldenen Stöcke? 

Der Kölner Dom von oben.

Kölns Wahrzeichen. Dieser spektakuläre Schnappschuss aus einem Gyrocopter gelang dem „Sichtflug“-Team.

Werden Sie mit EXPRESS zum Brauchtumsretter oder zur Braumtumsretterin! In einer neuen Serie stellen wir Ihnen das kölsche Brauchtum vor. Im zweiten Teil geht es um den Dom.

Köln. Denn do jehööt hä hin! Köln und sein Brauchtum. Es ist Heimat, Gemeinschaft, Identität. Doch durch Corona, Krisen und den schnellen Wandel der Gesellschaft schlafen viele Traditionen, die  uns Eltern und Großeltern „met Hätz und Siel“ vermittelten, langsam ein. Jetzt aber kommt der Weckruf: Liebe Dein Brauchtum! Heute: Unser Dom.

Tja, was soll man über das Wahrzeichen Kölns, das UNESCO-Weltkulturerbe, die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Deutschlands, über die seit Jahrhunderten ausführlichst beschriebene Kathedrale mit ihrer eminenten spirituellen Sogwirkung noch sagen?

Brauchtum in Köln: Der Dom ist „DAS Symbol“ von Kölle

Dr. Philipp Hoffmann vom Verein der „Freunde und Förderer des Kölnischen Brauchtums“ formuliert es so: „Er ist DAS Symbol unserer Stadt. Keine andere „Kirche“ - der Begriff erscheint viel zu profan - steht so für ein Lebensgefühl wie der Dom.“ Und weiter: „Der Dom ist der Fels in der Brandung, ein Monument und gleichzeitig Sinnbild für das Festhalten an Traditionen. Er verändert mit jedem neuen Stein ein bisschen sein Erscheinungsbild, und bleibt doch derselbe. Der Dom ist das emotionalste Gebäude von allen.“

Dompropst Msgr. Guido Assmann stellt neues Dom-Logo vor.

Dompropst Assmann mit dem neuem Dom-Logo. Erklärung des Signets aus sieben  Dreiecken: Oben Domspitzen, darunter (quasi im Rhein) gespiegelt. Unten eine goldene Krone für die Heiligen Drei Könige.

Das sich besonders nach dem Zweiten Weltkrieg gezeigt: „Trotz zahlreicher Bombentreffer steht der Dom inmitten der zerstörten Stadt. Für viele Heimkehrer ein steinernes Hoffnungszeichen. Der Dom gebe den Kölnerinnen und Kölnern im wahrsten Sinne Orientierung.“

Motto: Home is where the Dom is!

Brauchtum in Köln: Der Dom in Zahlen 

Erst recht, wenn noch der Dicke Pitter erschallt. Allein die XXL-Glocke läutet eine Pyramide an Zahlen ein, die den Dom, Grundsteinlegung des gotischen Baus war am 15. August 1248 so monumental machen: Der dicke Pitter wiegt 24 Tonnen, der gesamte Dom etwa 300.000 Tonnen. Allein die Fensterflächen nehmen 10.000 Quadratmeter ein - so viel wie zwei Fußballfelder. Noch größer, 12.000 Quadratmeter, ist die Dachfläche.

Mitarbeiter der Dombauhütte reinigen den historischen Sandsteinboden und den Mosaikboden im Kölner Dom.

Großes Reinemachen: Mit einer Fläche von 1300 Quadratmetern ist der prächtige Mosaikfußboden in Chor und Vierung das größte Kunstwerk im Dom. Er entstand erst kurz nach der Vollendung der Kathedrale in den späten 1880er- und 1890er-Jahren. 

In den Kölner Himmel ragen drei Türme: Der Südturm mit 157,22 Metern, der vier Zentimeter kleinere Nordturm und der 109,12 Meter hohe Vierungsturm. Und ja, das lag  vielen in den Beinen: Bis zur 97 Meter hohen Aussichtsplattform im Südturm sind es exakt 533 Stufen.

Sechs Millionen Besucher jährlich zählt der Dom, viele fasziniert das 43 Meter hohe Kirchenschiff, das 14 Jahre alte pixelige „Richter-Fenster“ und natürlich der goldene Dreikönigenschrein aus dem 12. Jahrhundert.

Brauchtum in Köln: Was bedeuten die goldenen Stöcke?

Dabei übersehen die Massen ein berühmtes Brauchtum im Dom, das seit rund 400 Jahren und nun wieder in wenigen Wochen gepflegt wird: Im Nordquerhaus wird in fünf Metern Höhe ein goldener Stock aufgehängt. Die sogenannten „Baculi“ (lat. Stöcke, Stäbe) zeigen seit jeher die Amtsjahre des aktuellen Bischofs an.

Goldene Holzstöcke hängen im Kölner Dom.

400 Jahre altes Brauchtum im Dom: Goldene Holzstöcke zeigen die Amtszeit des aktuellen Kölner Bischofs an. Hier ein Foto, als Woelki am 20.September 2019 fünf Jahre im Amt war.

Am 20. September werden die Küster dann den siebten Stab für Rainer Maria Kardinal Woelki (wird morgen 65 Jahre alt) anbringen. Zum ganz persönlichen Brauchtum gehört auch der Lieblingsplatz vieler Kirchenoberhäupter. Dompropst Guido Assmann  sitzt gerne im Binnenchor, mit 104 Sitzen eines der größten erhaltenen mittelalterlichen Chorgestühle. „Zum Runterkommen und Krafttanken“ sagt er. „Trotz der Größe des Raumes komme ich mir nicht verloren vor, vielmehr fühle ich mich geborgen.“

Morgen in der großen Brauchtums-Serie: Verzälle, müffele un süffele! Alles über Kölsch und Kölns Brauereien.

So viel Spaß macht der neue EXPRESS-Brauchtums-Pass

Der Brauchtums-Pass steckt im nächsten gedruckten Sonntag-EXPRESS. In ihm findet jeder Inhaber 16 Aufgaben, Zeit dafür ist bis 22.Oktober. Wer elf Stück gelöst hat, wird zum Brauchtumsretter und Gast eines tollen Treffens. Alle Aufgaben und der Pass werden noch einmal im EXPRESS am 24. August veröffentlicht.

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