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Demo am HauptbahnhofKöln setzt Zeichen gegen Queer-Feindlichkeit: „Jeder Vorfall ist einer zu viel“

Rund 200 Menschen waren Mittwoch bei der Demo gegen Queerfeindlichkeit am Kölner Hauptbahnhof vor Ort.

Am Mittwoch (17. Mai 2023) fand in Köln eine Demo gegen Queerfeindlichkeit statt.

Zu Anlass des Internationalen Tages gegen Queerfeindlichkeit und Diskriminierung demonstrierte die LGBTQI+-Community am Mittwoch (17. Mai) in Köln. 

von Laura Wenzel (lwe)Alina Schurillis (asl)

Am 17. Mai 1990 beschloss die Weltgesundheitsorganisation (WHO), dass Queer sein nicht mehr als Krankheit bewertet wird. Die LGBTQI+-Community in NRW veranstaltete daher einen Aktionstag, an dem sich auch Köln beteiligt hat.

Zum internationalen Tag gab es am Mittwoch (17. Mai) eine Demo gegen Queerfeindlichkeit und Diskriminierung auf dem Vorplatz des Kölner Hauptbahnhofes. An der Kundgebung nahmen rund 200 Menschen teil, darunter auch Oberbürgermeisterin Henriette Reker und der Queerbeauftragte des Bundes Sven Lehmann.

LGBTQI+: Demo gegen Queerfeindlichkeit in Köln

Henriette Reker richtete folgende Worte an die Menschen: „Jeder queerfeindliche Vorfall ist einer zu viel. Wir wissen von den Beratungsstellen, dass es immer mehr dieser Vorfälle gibt. Auch in europäischen Ländern gibt es Verschlechterungen. Das ist für uns unvorstellbar. Unsere Stadt können wir besonders beeinflussen.“

Alles zum Thema Henriette Reker

Das erfordere Kraft, sagte Reker. Aber Köln engagiere sich auch über die Stadtgrenzen hinaus in Partnerstädten. Abschließend wünschte die Oberbürgermeisterin allen queeren Menschen und Organisationen Mut, Engagement und Stärke.

Sehen Sie hier unser EXPRESS.de-Video von der Demo:

Auch der Queerbeauftragte der Bundesregierung, Sven Lehmann, blickte besorgt auf die Entwicklung der Rechte queerer Menschen: „Ich stehe hier mit gemischten Gefühlen. Bis heute gibt es Länder, in denen z.B. Homosexualität unter Strafe steht, wo sogar die Todesstrafe droht - und die Situation verschlechtert sich.“ Hier nehmen Sie an unserer EXPRESS.de-Umfrage teil:

Er denke an Russland, leider an Ungarn innerhalb der Europäischen Union und auch an die USA. Aber dir LGBTQI+-Community sei mittlerweile sichtbar und werde es auch bleiben. „Wir wollen selber entscheiden über unseren Körper, unser Recht und unser Leben. Und das steht allen queeren Menschen zu“, so Lehmann.

Am 16. Mai vor 33 Jahren beschloss die WHO, die LGBTQI+-Community anzuerkennen. Aber auch heute ist die Idee, queere Identität sei eine Krankheit, leider oft noch weit verbreitet.

Kölner IDAHOBITA* stellt 16 Forderungen für eine verbesserte Lebenslage

Der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter*-, Trans*-, und Asexuellenfeindlichkeit (IDAHOBITA*) ist daher dazu da, verschiedene Menschen aus der Kölner LGBTQI+-Community während der Kundgebung über ihre Anliegen sprechen zu lassen.

Insgesamt gibt es nun 16 Forderungen seitens der Kölner Community, die zur Verbesserung der Lebenslagen in Sachen LGBTQI+ beitragen sollen.

Hier einige der Forderungen am Kölner IDAHOBITA*:

  • Prüfung aller Gesetzgebungen auf Queerfeindlichkeit und Diskriminierung.
  • Gesetzlicher Schutz und Anerkennung von trans*Elternschaften und Anpassung des Abstammungsrechts.
  • Landesweit queere Zentren, die staatlich anerkannt sind.
  • Schutzhäuser für gewaltbetroffene queere Menschen sowie bundesweit Schutzunterkünfte für queere Geflüchtete.
  • Forschung und Dokumentation der Gewalterfahrungen queerer Menschen und daraus folgende Gewalt-Schutzmaßnahmen.
  • Ausbau und Weiterentwicklung der LGBTQI+-Bildungsprojekte in Kitas, Schulen und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe.

Die Moderation der Kundgebung zum IDAHOBITA* übernahmen Shary Reeves und Maxx Laumann. Für Musik sorgte der Schwullesbische Chor Köln.

Vertreterinnen und Vertreter der Kölner Aidshilfe, von ColognePride, rubicon und dem anyway riefen alle Kölnerinnen und Kölner, egal ob Teil der Community oder nicht, dazu auf, an der Demo teilzunehmen und sich mit den Anliegen vertraut zu machen:

„Es ist ein wichtiges Zeichen, dass der IDAHOBITA* in Köln immer mehr Bedeutung bekommt und das auch in der Politik auf Anklang stößt. Denn nach wie vor gibt es in Köln wie auch bundesweit viel Queerfeindlichkeit und strukturelle Benachteiligung von queeren Menschen, die wir gemeinsam mit Politik und Zivilgesellschaft angehen müssen.“