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Hier herrscht Lebensgefahr!Schock-Demo: Selbst die Kölner Feuerwehr hat keine Chance

Eine dramatische Demo von Feuerwehr und DLRG zeigt: Selbst Profis haben im Rhein keine Chance gegen die brutale Strömung.

Ein Sprung in den kühlen Rhein? Lebensgefährlich! Eine eindrückliche Vorführung von Feuerwehr und DLRG zeigt: Gegen die Strömung ist jeder machtlos.

Am Mittwochnachmittag treiben am Rodenkirchener Ufer plötzlich Menschen im Rhein. Doch es ist kein Notfall, sondern soll eine Warnung darstellen: Bei einem Pressetermin demonstrieren die Feuerwehr Köln und die DLRG die tödlichen Gefahren des Flusses. Die Aktion soll jedem klarmachen, warum das Badeverbot, das seit vergangenem September besteht, absolut notwendig ist.

Viele Kölner können das Verbot nicht nachvollziehen, der Rhein wirkt an vielen Uferstellen so friedlich. Ein fataler Irrtum. Feuerwehrsprecher Ulrich Laschet findet klare Worte: „Der Rhein ist gefährlich!“

Er warnt eindringlich davor, die Übung als Anreiz zum Nachahmen zu sehen. Alle Teilnehmer waren speziell geschulte Rettungsprofis und umfassend gesichert.

Kampf gegen den Strom ist aussichtslos

um Beispiel der Mann in Neoprenanzug und Weste, der sich als Erster von einem motorisierten Schlauchboot aus in den Rhein gleiten und sich zunächst auf dem Rücken treiben ließ. Dann drehte er sich um und schwamm mit kräftigen Zügen gegen die Strömung an.

Schien es zunächst, als ob er sich zumindest auf der Stelle halten könnte, zeigte sich schnell, dass selbst dieser erfahrene Schwimmer, der die Zusatzqualifikation eines Strömungsretters hat, nichts gegen die starke Fließgeschwindigkeit ausrichten konnte und mitgerissen wurde. Schließlich ließ er sich wieder in Rückenlage treiben, mit den Füßen voran, bis ihn DLRG-Kollegen wieder in das weitergefahrene Boot aufnahmen.

Ein Schwimmer der DLRG treibt neben einem Rettungsboot in Rückenlage auf dem Rhein.

Copyright: Alexander Schwaiger

Auch ein Schwimmer mit der Zusatzqualifikation eines Strömungsretters kommt nicht gegen die Strömung an.

Kian Shahbodaghi, Sprecher der DLRG Köln, hat einen dringenden Rat: „Wir empfehlen immer, nie gegen die Strömung zu schwimmen, weil das zu kräfteraubend ist.“

Wer in diese lebensgefährliche Situation gerät, soll sich treiben lassen. Dann langsam versuchen, in einem 45-Grad-Winkel zum Ufer zu schwimmen. „Das ist die einzige Chance, selber rauszukommen – wenn man es überhaupt schafft.“ Gleichzeitig muss man laut um Hilfe schreien und auf die Retter warten.

Sog von Schiffen reißt selbst Stehende um

Ein normaler Badegast kann die Strömungsverhältnisse unmöglich einschätzen, so Shahbodaghi. Es lauern unsichtbare Gefahren wie Strudel und sogenannte „Kehrwasser“, wo sich die Fließrichtung plötzlich ändert.

Selbst wer nur bis zu den Knien im Wasser steht, ist nicht sicher: Der Sog vorbeifahrender Schiffe kann einen von den Füßen reißen. Aus diesem Grund erlaubt die Stadt nur, bis zu den Knöcheln im Rhein zu stehen.

Rettungskräfte demonstrieren die Rettung eines Schwimmers mithilfe einer Leine am Rhein

Copyright: Alexander Schwaiger

Bei dieser Übung wurde ein Mann von einem mit einer Leine gesicherten Schwimmer geborgen.

Zusätzliche Übungen demonstrierten die Rettung aus dem Strom. In einem Szenario zogen zwei Retter einen im Wasser treibenden Mann, den „Patienten“ im Fachjargon, in ihr Boot.

Im realen Einsatz würde er an Bord nur erstversorgt und dann an Land dem Notarzt übergeben. Eine weitere Rettung erfolgte durch einen Feuerwehrmann, der mit einer Leine gesichert von einer Buhne sprang, auf der die Pressevertreter standen.

Wer trotzdem badet, zahlt bis zu 1000 Euro

Jeder Alarm „Person im Rhein“ geht parallel an die Feuerwehr und die Kölner DLRG. Wenn die ehrenamtlichen DLRG-Helfer Dienst haben, fahren sie sofort mit raus. Sämtliche Rettungsboote liegen am Deutzer Hafen bereit.

Laut Laschet sind im Extremfall mehr als 35 Personen an der Suche beteiligt – auf dem Wasser, an Land und aus der Luft mit einem Helikopter. Vergangenes Jahr gab es 36 solcher Einsätze. Die gute Nachricht: Alle gemeldeten Personen wurden lebend gerettet, darunter auch „ein bis zwei Hunde“.

Boote von Feuerwehr und DLRG auf dem Rhein

Copyright: Arton Krasniqi

Wer im Rhein badet, bringt nicht nur sich selbst in Gefahr, sondern bindet auch Rettungskräfte, die an anderer Stelle fehlen könnten.

Die DLRG-Statistik ist alarmierend: 48 Menschen ertranken 2025 in NRW, 57 waren es im Vorjahr. Die meisten Todesfälle ereigneten sich in Flüssen und Seen. Dirk Käsbach, Chef des Ordnungsamtes, bestätigt, dass es auch in Köln wiederholt Badeunfälle gab. Die Stadt sah sich daher gezwungen, das uneingeschränkte Badeverbot zu erlassen. „So können wir Verstöße ahnden, wohl wissend, dass wir nicht zu jeder Zeit überall sein können.“ Wer erwischt wird, dem droht eine Strafe von bis zu 1000 Euro.

Käsbach nannte auch Zahlen: Bis zum 24. Juni wurden bereits 38 Verfahren wegen illegalen Badens eröffnet. Allein am Mittwoch waren es sieben. Wenn die Ertappten sich einsichtig zeigen, lassen die Mitarbeiter des Ordnungsamtes manchmal Milde walten.

Täglich führen die Ordnungskräfte zwischen 50 und 100 Aufklärungsgespräche. Der Appell an alle, die das Verbot für unsinnig halten: Man riskiert nicht nur das eigene Leben. Man gefährdet auch die Helfer, die zur Rettung eilen. Diese Einsatzkräfte sind dann gebunden und stehen für andere Notfälle nicht zur Verfügung. (red)

Kurze Atempause für die Retter

Immerhin eine gute Nachricht zum Schluss von Feuerwehr-Sprecher Laschet: In den vergangenen drei Wochen gab es keinen einzigen Alarm wegen einer Person im Rhein. Doch er gibt zu bedenken: Die heiße Jahreszeit und damit die Badesaison fängt gerade erst an.

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