Bei einem Produktaustritt im Chemiepark Dormagen sind mehrere Mitarbeitende verletzt worden. Jetzt ermittelt die Kripo.
Chemiepark DormagenMehrere Mitarbeiter bei Zwischenfall verletzt – Kripo ermittelt

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Im Chempark Dormagen.(Archivfoto) ist es am frühen Samstagmorgen (20. Juni 2026) zu einem Vorfall gekommen.
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Schwerer Zwischenfall im Chemiepark Dormagen: Am frühen Samstagmorgen (20. Juni) ist es zu einem Austritt einer phosgenhaltigen Lösung gekommen. Mehrere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wurden dabei verletzt.
Wie es zu dem Vorfall, der gegen 1.45 Uhr im Block B passierte, kommen konnte, ist noch unklar. Die für einen solchen Fall vorinstallierten Sicherheitsmaßnahmen haben sofort gegriffen, hieß es aber seitens des Chemparks. Gegenüber EXPRESS.de erklärte ein Sprecher am Morgen: „Die Kripo hat die Ermittlungen aufgenommen, die Polizei ist auch vor Ort.“
Chemiepark Dormagen: Messfahrzeuge unterwegs
Um das enthaltene Phosgen zu neutralisieren, sei eine Dampf-Ammoniak-Wand ausgelöst worden. Der Produktaustritt sei so schnell gestoppt worden. „Die Lage ist inzwischen durch“, so der Chempark-Sprecher. Die Verletzten seien versorgt, jetzt würden nur noch Nachbesprechungen laufen.
Phosgen wird unter anderem als Ausgangsstoff zur Herstellung von Vorprodukten für Pflanzenschutzmittelwirkstoffe und Pharmazeutika genutzt. Es handelt sich um ein farbloses, hochgiftiges Gas, welches in der Industrie nur in hermetisch geschlossenen Kreisläufen verwendet wird. Es hat einen süßlich-faulenden Geruch.
Die Werkfeuerwehr Chempark ist im Einsatz und wird von Kräften der Berufsfeuerwehren Dormagen sowie Köln unterstützt. Der Luftmesswagen des Chemparks kontrolliert die Umgebung.
Messfahrzeuge der Kölner Feuerwehr waren ebenfalls im Einsatz und kontrollierten angrenzende Wohngebiete. Es seien keine Auffälligkeiten festgestellt worden, so die aktuelle Information auf der Internetseite des Chemieparks.
Insgesamt 17 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wurden demnach bei dem Austritt der phosgenhaltigen Lösung verletzt. Sie wurden durch den Rettungsdienst behandelt und befinden sich zurzeit in ärztlicher Behandlung. „Man ist bei diesem Stoff sehr vorsichtig, wir gehen daher auf Nummer sicher“, erklärt der Sprecher des Chemparks. Zumal die Wirkung von Phosgen zeitversetzt erfolgen könne.
In einem Update um kurz nach 10 Uhr hieß es, dass sich im Einsatzverlauf weitere Mitarbeitende beim betrieblichen Gesundheitsschutz gemeldet hätten und behandelt worden seien. Insgesamt wurden so 25 Patienten und Patientinnen zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser gebracht. Der Einsatz im Chempark ist beendet. (iri)
