Die Gluthitze in Köln bringt die Rettungsdienste an ihre Grenzen. Die Feuerwehr stockt wegen der vielen Einsätze auf.
Hitze-Kollaps in KölnNotrufleitungen glühen – Retter im Dauerstress

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Ein Rettungswagen der Kölner Feuerwehr: Die Behörde meldet einen starken Anstieg der Einsätze wegen Hitze. (Archivbild)
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Die Einsatzzahlen explodieren förmlich. Wegen der Gluthitze und kommender Groß-Events muss die Kölner Feuerwehr jetzt sogar ihre Kapazitäten erweitern.
Während die Domstadt unter der Hitzewelle stöhnt, schlägt sich das Wetter in den Statistiken der Feuerwehr nieder. Der Kölner Rettungsdienst ist erheblich stärker gefordert als gewöhnlich, wie die Pressestelle auf Anfrage mitteilt. Am Donnerstagvormittag kletterte die Auslastung nach 10 Uhr auf einen Wert von fast 90 Prozent. Eine Sprecherin erklärte, dass dieser Wert normalerweise zwischen 60 und 70 Prozent liegt.
Mega-Wochenende stellt Köln vor Zerreißprobe
Am 12. Juni, als es in Köln noch 20 Grad kühl war, zählte man 401 Einsätze des Rettungsdienstes. Im Gegensatz dazu gab es am 19. Juni bei heißen 35 Grad schon 506 Alarmierungen. Die Feuerwehr erkennt hier einen klaren Zusammenhang zwischen den ansteigenden Temperaturen und der wachsenden Zahl an Notfällen.
Die Feuerwehr Köln rät in den sozialen Medien, bei Symptomen eines lebensgefährlichen Hitzschlags die 112 zu alarmieren. Dazu zählen Bewusstlosigkeit, starke Verwirrtheit, Krampfanfälle, extreme Übelkeit oder Erbrechen und ein heißer, trockener Körper ohne Schweiß. Bei leichteren Beschwerden wie vorübergehenden Kreislaufproblemen sollten sich Betroffene jedoch zuerst an ihren Hausarzt oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der 116 117 wenden.
Um auf diese Belastung vorbereitet zu sein, wird die Einsatzplanung an die Meldungen des Deutschen Wetterdienstes angepasst. Schon bei einer starken Hitzewarnung (Stufe 1) wird ein Rettungswagen zusätzlich bereitgehalten. Bei extremer Hitze (Stufe 2) sind es sogar zwei weitere Fahrzeuge. Der DWD warnt für Köln aktuell vor extremer Hitze.
Das Wochenende bedeutet eine ganz besondere Herausforderung: Zusätzlich zu den prognostizierten hohen Temperaturen sind mehrere Großveranstaltungen geplant. Darunter fällt ein Konzert von Helene Fischer, das Rainbow-Festival, Events in der Lanxess-Arena und auch Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft. Daher werden zusätzlich elf Rettungswagen, drei Notarzteinsatzfahrzeuge sowie ein Telenotarzt in Köln im Einsatz sein.

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Ein Radfahrer fährt bei Hitze durch eine vertrocknete Wiese im Rheinpark.
Ein erhöhtes Risiko besteht für ältere Menschen, Kinder sowie Personen mit Erkrankungen des Kreislaufs. Die Feuerwehr empfiehlt, die direkte Sonne zu meiden, viel zu trinken, feuchte Tücher auf Stirn, Nacken und Handgelenke zu legen, luftige Kleidung mit Kopfbedeckung zu tragen und sich an kühlen Orten aufzuhalten. Sport sollte man laut der Empfehlung nur in den frühen Morgenstunden oder am späten Abend treiben.
Ein dringlicher Aufruf geht außerdem an alle Autofahrer: Menschen und Tiere dürfen niemals unbeaufsichtigt in einem Fahrzeug gelassen werden, selbst wenn die Fenster geöffnet sind. Im Inneren eines Autos können sich in kürzester Zeit Temperaturen entwickeln, die lebensgefährlich sind.
Das Risiko wächst nicht nur für Menschen. Die fortdauernde Trockenheit steigert auch die Gefahr für Wald- und Vegetationsbrände. Die Waldbrandstufe liegt momentan bei 3 von 5, die für Vegetationsbrände sogar schon bei 4 von 5. Für das kommende Wochenende erwarten die Behörden eine weitere Zuspitzung der Lage.
Die Feuerwehr mahnt daher zur Vorsicht mit offenen Flammen jenseits ausgewiesener Bereiche. Bereits eine achtlos weggeworfene Zigarette, ein Grill mit Kontakt zum Boden oder eine heiße Auspuffanlage genügen, um trockenes Gras oder Wiesen zu entzünden. Kleinere Brände, die gerade erst entstehen, müssen sofort über den Notruf 112 gemeldet werden.
