Köln steht vor einem Hitzerekord. Doch die größte Gefahr ist unsichtbar und bedroht vor allem die Kleinsten.
Mega-Hitze in KölnExperte: „Nicht die Frage, ob Rekord übertroffen wird, sondern um wieviel“
Es wird heiß, brutal heiß in Köln und Umgebung! Aber es ist nicht nur die Temperatur, die Sorgen macht. Eine unsichtbare Bedrohung kommt von oben, vor der vor allem die Kleinsten bewahrt werden müssen.
Ganz Deutschland stöhnt unter der Hitze, der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt im Westen und Südwesten vor einer extremen Hitzewelle. Die Thermometer sollen auf 32 bis 39 Grad klettern. In der Domstadt und dem Umland könnten sogar Rekordwerte erreicht werden.
Unsere Pänz brauchen besonderen Schutz
Die extreme Hitze ist ein Punkt, doch richtig fies ist die trügerische UV-Strahlung, die man nicht sofort bemerkt. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) gab bekannt, dass für Mittwoch (24. Juni) und Donnerstag (25. Juni) die bisherigen Jahreshöchstwerte beim Index erwartet werden.
Für den Norden Deutschlands wird ein UV-Index von bis zu 8 prognostiziert. In der Mitte des Landes kann er auf 9 steigen, im Süden sind örtlich sogar 10 drin. Im Hochgebirge erreicht der Wert mit 11 ein „extremes“ Niveau. Dieser Index beschreibt die erwarteten Tageshöchstwerte der Strahlung am Boden, die einen Sonnenbrand auslösen kann. Die Abkürzung UV bedeutet ultraviolett.
Das BfS erläuterte, dass die Strahlen der Sonne momentan einen sehr direkten Weg durch die Atmosphäre nehmen. Hinzu kommt, dass die schützende Ozonschicht über Deutschland derzeit nur schwach ausgeprägt ist.
Schon bei einem Index von 3 wird UV-Schutz zur Notwendigkeit. Das gilt vor allem für die Kleinsten. Das Bundesamt mahnt eindringlich: „Sonnenbrände im Kinder- und Jugendalter erhöhen das Risiko für UV-bedingte Erkrankungen von Haut und Augen im späteren Leben“.
Appell: Wasser sparen, aber ausreichend trinken!
Wegen der enormen Temperaturen ist der Wasserverbrauch an vielen Orten explodiert. Aus diesem Grund appellieren Versorgungsunternehmen und Kommunen jetzt an die Bürger, sparsam zu sein. In etlichen Gegenden wird empfohlen, auf das Befüllen von Pools oder das Sprengen des Rasens zu verzichten. Solche öffentlichen Aufrufe gibt es beispielsweise in Nordrhein-Westfalen, aber auch in Hessen und Brandenburg.
Ganz anders ist die Lage bei der Flüssigkeitszufuhr für den eigenen Körper. Die Feuerwehr in Köln rät dringend dazu, reichlich zu trinken. Mit einem Augenzwinkern hieß es auf Facebook in einem Post: „Und nein, Kölsch allein zählt nicht“.
Dieser witzige Hinweis hat aber einen ernsten Kern. Angesichts der krassen Hitze herrscht in einigen Teilen von Frankreich, wie in der Metropole Paris, während der beliebten „Fête de la musique“ sogar ein Verbot von Alkohol auf öffentlichen Plätzen.
Die Kölner Einsatzkräfte gaben außerdem den Rat, sich bevorzugt im Schatten aufzuhalten und weite, helle Kleidung anzuziehen.
Feuerwehr Köln mahnt: „Das ist keine Bitte, das ist Pflicht“
Zugleich mahnt die Feuerwehr Köln mit Nachdruck, bei dieser Hitzewelle keine Kinder oder Tiere in abgestellten Fahrzeugen zu lassen. Im Inneren von Autos klettern die Temperaturen in kürzester Zeit extrem in die Höhe, was lebensgefährlich ist. „Das ist keine Bitte, das ist Pflicht“, betonten die Kölner Retter. Sie weisen auch auf das strikte Verbot hin, im Rhein zu baden. Eine sichere Erfrischung bieten die Freibäder und offiziellen Badeseen.
Während der Hitzetage sei auch Zusammenhalt wichtig, so die Feuerwehr. In dem Beitrag auf Facebook stand der Appell: „Schaut aufeinander – besonders auf ältere Menschen und Nachbarn“. Und weiter: „Kurz klingeln und fragen, ob alles passt, kann Leben retten.“
Fällt der Juni-Hitzerekord in Köln?
Der Gipfel dieser Hitzewelle wird zum Wochenende hin erwartet. Dann wird der Kölner Temperaturrekord für den Juni fallen. „Es ist aus meiner Sicht nun nicht mehr die Frage, ob der Juni-Temperaturrekord übertroffen wird, sondern um wieviel“, sagt Diplom-Meteorologe Thomas Kesseler-Lauterkorn auf EXPRESS.de-Nachfrage. Vorhersagen zufolge ist ein Anstieg auf bis zu 40 Grad möglich.
Ebenso warnt der Dienst Kachelmannwetter speziell für Freitag vor Spitzenwerten in der Kölner Region. Die Wetterexperten von Kachelmannwetter posteten am Mittwoch auf X: „Das deutsche EuropaHD-Modell sieht am Freitag die ersten 40 Grad in Deutschland im Raum Köln-Bonn“.
Damit könnte der neue Juni-Temperaturrekord tatsächlich in Köln fallen. Anschließend soll die krasse Hitze bis zum Sonntag auch den Osten Deutschlands heimsuchen. Kachelmannwetter alarmiert: „Dort werden am Sonntag laut dem Modell sogar bis zu 42 Grad vorhergesagt“.
Achtung: Am Wochenende drohen Unwetter in Köln
Die bisherige Rekordmarke für Juni liegt bei 39,6 Grad, aufgestellt in Bernburg (Sachsen-Anhalt) am 30. Juni 2019. Der absolute Hitzerekord seit Messbeginn wurde nur etwa vier Wochen danach mit 41,2 Grad am 25. Juli 2019 in Duisburg-Baerl und Tönisvorst verzeichnet.
Parallel dazu erhöht sich zum Wochenende hin das Gewitterrisiko. Schon am Freitag kann es laut den Meteorologen am Nachmittag und Abend im Westen und Südwesten einzelne Schauer und Gewitter geben. Örtlich besteht dann die Gefahr von Unwettern mit heftigem Regen und Hagel. Am Samstag sind ebenfalls im Westen und Nordwesten stellenweise starke Gewitter mit Potenzial für Unwetter denkbar. (das/dpa)
