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Kölsche Sprache Warum gibt es kein kölsches Wort für Liebe?

Stefan und Karoline sagen wie alle Kölner „Ich liebe dich“ nur auf Hochdeutsch.

Stefan und Karoline sagen wie alle Kölner „Ich liebe dich“ nur auf Hochdeutsch.

Köln – „Oh, oh, Katrin, ich han mich verlore, verlore an dich...“ So besangen die Bläck Fööss ihre große Liebe.

„Ich han dich jän“, „ich maach dich“ – so klingt es op kölsch, wenn ein Herz zum anderen spricht. Aber eine kölsche Variante von „Ich liebe dich“? Fehlanzeige!

Aber wie kommt’s? Ausgerechnet hier in Kölle, wo Hätz und Jeföhl so groß geschrieben wird, fehlen „Liebe“ und „lieben“.

„Im 14., 15. Jahrhundert gab’s »lieben« noch als Verb“, erzählt Rolly Brings. „Aber seit dem 17. Jahrhundert gibt’s nur noch das Hauptwort »Levde« – aber das wird heute nicht mehr im Alltag verwendet.“ Grund: Kölsch als Dialekt kennt keine abstrakten Begriffe. „Da nimmt man lieber Bilder und Beschreibungen wie »ich han dich zum fresse jän«“, so Brings.

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Hans Knipp, der den Text zu „Katrin“ schrieb, hat noch eine andere Erklärung: „Die Kölsche Sprache ist herzlich, aber ihr fehlt das Pathos. Dadurch gibt es aber auch in den Liedern diese gewisse Schnulzigkeit nicht, die man sonst in Schlagern findet.“

So deuten die Sprach-Experten das Phänomen. Aber auch ein Psychologe wie Stephan Grünewald hat eine Erklärung, warum der Kölner nicht „ich liebe dich“ sagt.

„Mit so einem so endgültigen Bekenntnis hat der Kölner es schwer“, erzählt der Autor des Buches "Köln auf der Couch". „Sie lieben das Flirtspiel: Bützen ja, aber bitte nicht festlegen! Lieber gekonnt alles offen halten, sonst kommt man wieder in die Bredouille.“

Und wie sagen Sie "Ich liebe Dich" op Kölsch? Mitreden hier im Artikelforum oder auf express.de/facebook.

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