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132 Tiere totNach Feuer im Kölner Zoo: Brandursache scheint endlich geklärt

Nach dem folgenschweren Feuer im Kölner Zoo sind die Ermittlungen zur Brandursache so gut wie abgeschlossen.

von Iris Klingelhöfer (iri)

Nach dem folgenschweren Feuer vor zehn Tagen ist das Regenwaldhaus weiterhin für Besucher geschlossen. 132 Tiere waren verendet. Zwar dauern die Ermittlungen der Polizei weiter an, doch die Brandursache steht inzwischen so gut wie fest.

„Eine technische Ursache gilt als wahrscheinlich“, erklärt Polizeisprecherin Annemarie Schott am Freitag (25. März 2022) auf Nachfrage von EXPRESS.de. Ein abschließendes Gutachten nach einem Ortstermin in dieser Woche stehe noch aus, aber man erwarte keine Abweichungen von dieser Einschätzung.

Feuer brach in Mehrzweckhalle des Tropenhauses aus, Fenster zerbarst

Am Dienstag (15. März) war in der Mehrzweckhalle des Tropenhauses ein Feuer ausgebrochen. Durch die Hitze wurde ein Fenster zerstört, so dass Rauch in die angrenzende Freiflughalle dringen konnte. Der nach oben ziehende Qualm wurde besonders den Tieren zum Verhängnis, die oben in den Bäumen schliefen.

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Theo Pagel (Direktor) und Christopher Landsberg (Finanzchef) vom Kölner Zoo

Theo Pagel (Direktor) und Christopher Landsberg (Finanzchef) vom Kölner Zoo sprachen bei einer Pressekonferenz am Freitag (18. März 2022).

„Wir stehen noch alle unter Schock“, sagte Zoodirektor Theo Pagel, als er am Freitag (18. März) erstmals seit dem tragischen Vorfall vor die Presse trat. Alle seien niedergeschlagen und emotional aufgewühlt. An dem Tag hing noch immer Brandgeruch in der Freiflughalle. Ein Weg in die hinteren Bereiche war mit rot-weißem Flatterband abgesperrt.

Feuer im Zoo Köln: Unter Opfern sind vom Aussterben bedrohte Vogelarten

Emotional berichtete Theo Pagel von dem Brandabend. „Gegen 18 Uhr hatten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Tropenhaus verlassen. Da war noch alles in Ordnung“, erzählte er. Etwa 20 Minuten später habe es eine Rauchentwicklung gegeben. Er selbst sei um 18.40 Uhr vor Ort gewesen, habe noch aus dem Auto heraus mit der Nachtwache und der Feuerwehr telefoniert.

„Die Feuerwehr war sehr schnell vor Ort, wie auch das Team des Zoos“, so Pagel. Darunter seien auch mehr als 30 weitere Beschäftigte aus anderen Bereichen gewesen. Sie alle wollten helfen. Pagel: „Nachdem wir die Freigabe hatten, dass so wenig Rauch in der Halle ist, dass wir da reingehen konnten, haben wir angefangen, die Tiere aus dem Haus zu holen, die aus dem Haus geholt werden mussten.“

Palmen und andere Pflanzen wachsen in einer Halle.

Die Freiflughalle des Kölner Zoos am Freitag (18. März 2022): In der darunterliegenden Mehrzweckhalle war am Dienstag ein Feuer ausgebrochen.

Unter anderem konnten 163 hochseltene Vögel gerettet werden, auch rund 150 Amphibien und alle 150 Reptilien leben. Doch erst am nächsten Morgen, als es hell war, konnten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Tierbestand richtig sichten. „Wir mussten feststellen, dass 21 Prozent der 617 dort lebenden Wirbeltiere verstorben sind“, erklärte der Direktor. Unter anderem vier Flughunde, alle 28 Großfische und insgesamt 99 Vögel, darunter das Helmhornvogel-Männchen. Die Vogelart steht auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Ebenso Balistare, die vom Aussterben bedroht sind.

Zoodirektor Pagel: Brandstiftung kann demnach ausgeschlossen werden

Laut der Brandermittler der Polizei Köln war das Feuer in der Zwischendecke der Mehrzweckhalle entstanden. Dort verlaufen Kabel- und Lüftungskanäle. Pagel: „Brandstiftung kann demnach ausgeschlossen werden.“ Warum das Fenster zerstört wurde: unklar. „Das können wir uns nicht erklären“, so der Zoodirektor. Der Zoo verfüge über ein Brandschutzkonzept, das regelmäßig überprüft werde. Auch gebe es einen Brandschutzbeauftragten und Brandschutzhelfer.

Die letzte Begehung mit DEKRA und Feuerwehr habe im November 2021 stattgefunden. Theo Pagel: „Alle geforderten Brandschutzmaßnahmen wurden erfüllt.“ Er bedankte sich nochmal bei allen Einsatzkräften der Feuerwehr und Zoo-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern. Man sei sehr stolz, solche Solidarität und Einsatzbereitschaft erfahren zu haben. (iri)