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Löwen-Drama in KölnHatten die Babys überhaupt eine Chance? Zoo äußert sich nach Kritik

Löwen-Mama Gina im Kölner Zoo (Archivfoto)

Löwen-Mama Gina im Kölner Zoo (Archivfoto)

Im Kölner Zoo mussten zwei Löwenjungen eingeschläfert werden. Jetzt äußert sich der Zoo zu den Umständen.

Das Löwen-Drama im Kölner Zoo! Am Dienstag (15. Juli 2025) hat der Tierpark die umstrittene Einschläferung von zwei Löwenjungen verteidigt.

Es sei nichts unversucht gelassen worden, Mutter Gina an die erst in der vergangenen Woche geborenen Jungtiere zu gewöhnen, teilte der Zoo mit. Auch nach mehreren Tagen habe sie diese aber nicht richtig angenommen und versorgt. Deswegen seien die beiden neu geborenen Asiatischen Löwen eingeschläfert worden.

Das männliche und das weibliche Tier waren Anfang vergangener Woche geboren worden. Um Ruhe für ihren neuen Wurf Ruhe zu haben, sei Gina von ihren älteren Jungtieren getrennt worden.

Die Situation in der Wurfbox sei beobachtet worden. Zwischenzeitlich habe eines der Jungtiere bei Gina Milch trinken können, was zunächst Hoffnung gegeben habe. Jedoch habe sie sich nicht ausreichend um ihren Nachwuchs gekümmert.


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Gina habe immer wieder zu ihren älteren Jungtieren gewollt, die ebenfalls noch nicht selbstständig seien. Aus ihrer Sicht habe sie rational gehandelt, erklärte der Zoo. Sie habe den fast ausgereiften Nachwuchs von 2024 aufziehen wollen. Die Überlebenschancen des sehr früh geborenen Wurfs von vergangener Woche seien von Anfang an ausgesprochen gering gewesen.

Kölner Zoo: Bei der Löwin Gina wurde bewusst auf Verhütung verzichtet

Zudem sei bewusst bei der Löwin Gina auf Verhütung zu verzichten worden. Hormonelle Eingriffe könnten ihre Fruchtbarkeit dauerhaft beeinträchtigen. „Wir haben bei ihr nicht verhütet, da Gina genetisch sehr wichtig ist und wieder züchten soll“, so ein Sprecher des Kölner Zoos. Auch auf der Facebookseite des Zoos gibt es ein Update.

Schließlich habe der Zoo entschieden, die bereits stark entkräfteten Jungtiere einzuschläfern, um ihnen unnötiges Leid zu ersparen. Auf eine Handaufzucht sei verzichtet worden, um eine Fehlprägung auf Menschen zu verhindern. „Es ist für uns eine belastende Entscheidung gewesen“, erklärte Zoodirektor Theo Pagel. Die Einschläferung wurde am Montag (14. Juli) mitgeteilt.

Dass sich eine Löwenmutter nur um die Jungtiere kümmert, welche die größten Chancen haben, durchzukommen, sei evolutionär bedingt. Zwei der älteren Löwenjungen, die bereits 2024 geboren wurden, sollen den Kölner Zoo im Herbst verlassen.

Männliche Junglöwen verlassen die Mutter in der Natur mit etwa 24 Monaten, während junge Löwinnen oft im Rudel bleiben. Im ersten Jahr gibt es eine hohe Sterblichkeit. Im Schnitt kommt nur ein Wurf im Leben einer erwachsenen Löwin durch. Die Überlebenschancen von Würfen im Zoo sei insgesamt deutlich höher. (red/afp)