80 Jahre danach Kölner Volksgarten wird zum Geschichtsmuseum – das ist der Grund

Die Gedenktafeln im Volksgarten wurden am 29. Oktober enthüllt.

Die Gedenktafeln im Rosengarten im Volksgarten erinnern an die Edelweisspiraten.

Protest wird wieder erlebbar: Rund achtzig Jahre danach hängen nun schwarz-weiße Gedenktafeln dort, wo die Kölner „Edelweisspiraten“ zur Zeit des Nazi-Terrors zusammenkamen.

Köln. Gesagt, getan. Was die Teilnehmer der Bezirksvertretung Innenstadt Anfang Mai ohne Gegenstimme einstimmig beschlossen hatten, wurde nun in die Tat umgesetzt: Ein Mahnmal für die Edelweisspiraten im Kölner Volksgarten.

Köln: NS-Dok-Leiter und Andreas Hupke stellen Gedenkstelen vor

Mit zwei stählernen Stelen am Eingang des Rosengartens wird ab jetzt der unangepassten Jugendgruppierung gedacht, die sich in der düsteren Periode des Dritten Reichs an dieser Stelle zumeist traf.

„Es ist der Ort, wo sich die jungen Leute damals getroffen haben. Mädchen und Jungen sehr verschiedener Art, zumeist ohne politisches Konzept, einfach getrieben von dem jugendlichen Drang, frei zu sein und nicht im Gleichschritt marschieren oder mit 17 an die Ostfront zu müssen“, hatte Experte Rolly Brings EXPRESS.de dazu erklärt.

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Der Kölner Musiker, der sich seit Jahrzehnten gegen Rechts engagiert und in bestem Austausch mit der jüdischen Gemeinde und Zeitzeugen der Edelweisspiraten steht, weiter: „Andererseits hören wir in Zeiten wie diesen im Bundestag, dass wir unsere Gedenkkultur überdenken müssten. Daher ist es wichtig, die Geschichten weiterzuerzählen. Es freut mich, dass gewählte Vertreter der Stadt solche Gedenkmomente in die Südstadt reinpflanzen.“

Zeremonie als Erinnerung an die Edelweisspiraten im Kölner Volksgarten

Andreas Hupke und Dr. Werner Jung bei der Enthüllung am Freitag (29.10.2021)

Denn es ist auch ein trauriger Ort. Am 4. Dezember 1942 verhaftete die Gestapo ca. 40 Jugendliche in der Nähe des Rosengartens. Sie wurden bei einer Razzia in einer unweiten Kneipe festgenommen, und im EL-DE-Haus (Zentrale der Kölner Gestapo) von den Schergen des Systems gequält und anschließend in Haft gebracht. Ein knappes Jahr später brachten die Nazis in Ehrenfeld 13 Menschen, darunter sechs Edelweißpiraten, um. Der öffentlichen Hinrichtung ging keinerlei Gerichtsverhandlung voraus.

Für einen war die Zeremonie im Rosengarten eine, die er nicht vergessen dürfte: Am Freitag (29. Oktober) stellte Dr. Werner Jung bei seiner letzten Amtshandlung als langjähriger Leiter des NS-Dok (30 Mitarbeiter) nun die Gedenktafeln der Öffentlichkeit vor.

Auch Bezirksbürgermeiser Andreas Hupke und der unermüdliche Vorstand Hajo Leib, der nun ebenfalls seine Tätigkeit beendet, waren im Rosengarten dabei.

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