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Kölner Südstadt „Riesen-Aktion“: Auf dieses Fest wäre Karate Jacky stolz gewesen

Schnappschuss zu Lebzeiten: Jakob Franzen 2015 vor seiner früheren Wirkungsstätte auf der Merowinger Straße.

Karate Jacky war in der Südstadt beliebt.

Glückliche Gesichter im Obdachlosenheim in der Kölner Südstadt. Das hatten die Bewohner am Samstag (13.11.) auch „Karate Jacky“ zu verdanken.

Köln. Sein Tod kurz vor Ostern ist nun mehr als ein halbes Jahr her, doch am Samstagvormittag war die Erinnerung an ihn im sogenannten „Annoheim“ in der Südstadt lebendiger denn je.

Die Rede ist von der früheren Milieu-Größe Jakob Franzen, besser in Köln bekannt als „Karate Jacky“. Der frühere Kampfsportler, Türsteher und Bodyguard des zwielichtigen Spielhallenbesitzers Hans „Glucke“ Geuer lebte bis zu seinem überraschend frühen Tod in der Obdachlosen-Einrichtung im Veedel.

Köln: Rote Funken und Tafelrunde machen Versprechen für Karate Jacky wahr

Freunde und Weggefährten von einst hatten sich zusammengetan und für die Beerdigung des mittellos dahingeschiedenen „Weltmeisters der Straße“ eigeninitiativ gespendet.

Da diese vom Beerdigungsinstitut „Paulinenhof“ großzügigerweiser unentgeltlich umgesetzt wurde, fanden die Initiatoren eine neue Lösung, um die vielen Spendenmittel sinnvoll einzusetzen, und taten sich dafür mit den Roten Funken zusammen.

Wochenlang wurde überlegt und organisiert: Am Samstag dann wurde der Hilfstag in Form eines „Herbstfestes“ für die Bewohner des „Annoheims“, das eigentlich „Johanneshaus“ heißt, tatsächlich umgesetzt.

Mitarbeiter bei der Kleiderspende im Kölner Annoheim (13.11.2021)

Die Kleiderspenden für die Bedürftigen des Kölner „Annoheims“.

Und wer Karate Jacky kannte, weiß, dass ihm das gefallen hätte: Für die Bedürftigen wurden Bierbänke und Pavillons im Innenhof der Anlage aufgebaut. Leckeres Chili con Carne von Chefkoch Sammy (Burgermanufaktur am Frankenbad aus Bonn) gekocht, dazu konnten sie sich am usseligen Tag drinnen mit Kleiderspenden eindecken.

Und: Damit die sanitären Anlagen der Einrichtung aufgepeppt werden können, gab es obendrauf eine Scheckübergabe. Satte 10.000 Euro an Spenden kamen so durch die Tafelrunde und Roten Funken für die Bedürftigen in der Kölner Südstadt zusammen.

Überdies gab es auch noch ein kleines Unterhaltungs-Programm: Die angesagte Karnevalsgröße JP Weber war gekommen, spielte für die Zuhörer. Jackys jahrzehntelanger Kumpel Anton Claassen (76), alias „Der Lange Tünn“, erinnerte mit einer kurzen einfühlsamen Rede an ihn und die Zeiten des berüchtigen „Chicago am Rhein“. Im Innenbereich wurde mit einer Bildergalerie an Jacky gedacht.

Scheckübergabe für das Annoheim in der Kölner Südstadt

Die Roten Funken und Initiatoren der Tafelrunde bei der Scheckübergabe an das Johanneshaus.

Herbstfest im Kölner Annoheim: Das sagen die Roten Funken

„Das Angebot wurde angenommen. Wir sind sehr froh, dass diese Lösung geklappt und dieser Tag so funktioniert hat“, so Mit-Initiator Roland Bebak von der Tafelrunde, „ein großes Danke schön an die Roten Funken, die wieder einmal durch Taten bewiesen haben, dass sie das Herz am richtigen Fleck haben“.

Bilder von Karate Jacky im Inneren des Annoheims

Mit einer Bildergalerie wurde Jakob Franzen im Innern des Annoheims gedacht.

Jürgen Zumbé von den Funken lobt zurück: „Über dieses Herbstfest mit dem Johanneshaus und der Tafelrunde kann man sagen: Gesucht und gefunden. Es ist eine Riesenaktion geworden, auch, was die Kleiderspende angeht. “

Der Rote Funke weiter: „Wir haben das Geld von beiden Seiten gesammelt und es ist verbrieft, dass es für die Renovierung eingesetzt wird. Die Geschichten, die die Menschen, die hier wohnen, erzählen, zeigen, dass der Zusammenhalt enorm ist. Sie sind dankbar.“

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