Die Karnevalsgesellschaft Grosse Braunsfelder krönte ihr 50-jähriges Bestehen mit einer großen Jubiläumsfeier im Gürzenich. Als Höhepunkt stimmte ein Kölner Legenden-Stammtisch zahlreiche Hits an.
Das gab’s noch nieLegenden-Stammtisch krönt Braunsfelder-Jubiläum
Wenn Kölns gute Stube mitten im Sommer leuchtet und sich die Karnevals-Familie dort trifft, muss es einen besonderen Grund geben. Die Grosse Braunsfelder KG feierte am Samstagabend (6. Juni 2026) mit einer großen Jubiläumsfeier ihr 50-jähriges Bestehen im Gürzenich.
Der Abend war typisch für die Gesellschaft: Lebendiges Brauchtum, Offenheit und ein starkes Miteinander im Kölner Karneval zeichnen sie seit fünf Jahrzehnten aus. Gekrönt wurde die Feier von einer absoluten kölschen Premiere.
Hans-Georg Haumann: „Köln kann stolz auf diese KG sein“
Moderator Freddy Braun begrüßte zum Auftakt JP Weber und Michael Kuhl auf der Bühne. Anschließend überreichte Bürgermeisterin Teresa De Bellis-Olinger die Glückwünsche der Stadt. „Es ist ein kostbares Gut, wenn Menschen füreinander und für etwas einstehen“, sagte sie. „Die Braunsfelder sind ein Verein mit Geschichte, Zukunft und Herz.“
Hans-Georg Haumann, Präsident der EhrenGarde der Stadt Köln, hielt eine begeisternde Laudatio auf den früheren Vorort-Sparverein. Er machte sich vor allem Gedanken um die Gesellschaftsfarben. „Blau-Orange, das hat weder etwas mit dem Zustand der Mitglieder zu tun. Noch geht es um die Bürgergarde Blau-Gold, die AWB oder die Nippeser Bürgerwehr. Mich erinnert die Farb-Kombination an das blaue Mittelmeer und im Vordergrund ein frisch servierter Aperol Spritz.“
Haumann wies in seiner Rede auch auf die Herausforderungen der Karnevalisten hin. „Die Kaufkraft der Menschen sinkt. Das spürt man im Karneval. Einige Vereine leiden so, dass ihre Existenzen bedroht sind. Die Braunsfelder zeigen mit ihrer gut aufgestellten Vereinsstruktur, dass man sich keine Sorgen machen muss. Nur so kann ein Verein in der heutigen Zeit bestehen.“

Copyright: Michael Ulbricht
Michael Kuhl (l.) und JP Weber sorgten für emotionale und auch nachdenkliche Töne bei der Jubiläumsfeier.
Rainer Tuchscherer, Präsident und 1. Vorsitzender, habe größten Anteil daran. Zusammen mit seinem Stellvertreter Manfred „Schubi“ Zender bilde er ein „Dream-Team“, das den Verein bestens organisiere. „Das Resultat sieht man bei dieser glänzenden Veranstaltung. Wir dürfen Zeuge davon sein, was aus dem Jubilar geworden ist. Auf die Gesellschaft können wir Kölner stolz sein.“
Unter den über 400 Gästen im Gürzenich waren viele Präsidenten wie Dino Massi (Prinzen-Garde), Gabriele Gerard (Kölsche Madämcher), Stefan Kühnapfel (Jan von Werth), Karl-Theo Franken (Große Junkersdorfer), Markus Petry (Straßenbahnsitzung), Marcus Schneider (Fidele Burggrafen), Rüya Gazes-Krengel (Schmuckstückchen), Tanja Spiegel (Goldmarie) und Gregor Berthold (Alt-Köllen).

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Bürgermeisterin Teresa De Bellis-Olinger überreichte Präsident Rainer Tuchscherer eine Urkunde der Stadt.
Auch Festkomitee-Präsident Lutz Schade gratulierte. „Man sieht, was möglich wird, wenn man mitwirkt und nicht nur zuschaut. Die Braunsfelder, seit 32 Jahren ordentliche Gesellschaft im Festkomitee, haben sich einen festen Platz erkämpft. Ihr seid tragendes Mauerwerk des Karnevals.“

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Der Gürzenich war prächtig in den Gesellschaftsfarben Blau-Orange dekoriert. Über 400 Gäste feierten das Jubiläum der Grosse Braunsfelder KG.
Passend zum 50-Jährigen hatte sich Präsident Tuchscherer eine Zeitreise durch 50 Jahre kölsche Musik gewünscht. Eventmanager Wolfgang Lutter von der Kölschagentur begann vor anderthalb Jahren mit der Planung und stellte mit Ex-Paveier-Kopf Micky Brühl einen einzigartigen Legenden-Stammtisch zusammen.

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Die Kinder- und Jugendtanzgruppe „De Pänz vum Rhing“ eröffnete das Programm auf der Bühne.
Die „Kölschen All-Stars“ versammelten sich an einer Theke auf der Bühne, um insgesamt 35 Hits anzustimmen. Erry Stoklosa und Bömmel Lückerath vertraten die Bläck Fööss, Micky und Bubi Brühl sangen Paveier-Hits, Marita Köllner stimmte ihre Songs sowie Evergreens von Marie-Luise Nikuta an. Julie Voyage verkörperte Renate Fuchs und Trude Herr. Peter Kempermann erinnerte an seine Zeit bei den Flamingos, den Kolibris und den Rabaue.

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Micky Brühl, Erry Stoklosa, Freddy Braun, Bömmel Lückerath, Bubi Brühl, Marita Köllner, Julie Voyage und Peter Kempermann (v.l.) sorgten mit ihren kölschen Evergreens für Stimmung.
Eigentlich sollte auch noch Franz Martin (FM) Willizil mit in der Runde sitzen, um Songs der Höhner zu singen. Doch der Künstler, bekannt als „Dä Hoot“, stürzte auf dem Weg vom Parkhaus zum Gürzenich so unglücklich, dass er sich einen Schulterbruch zuzog und ins Krankenhaus musste. Literat Lutter war zunächst am Boden zerstört, doch hektisch wurde improvisiert und die anderen Künstler übernahmen die Höhner-Hits.
Die Legenden stimmten etliche Evergreens wie „Drink doch eine met“, „Echte Fründe“, „Mir sin Kölsche Mädcher“, „Ich will keine Schokolade“, „Hände zum Himmel“, „Kaffebud“, „Leev Marie“, „Noch kein Loss noh Hus ze jonn“, „Am Dom zu Kölle“ und schließlich „Unsere Stammbaum“ an.
