Zum 62. Mal fand in Köln die Deepejasser Kirmes statt. Beim Veedelsfest steht die Geselligkeit bei kölscher Musik im Mittelpunkt. Der ausrichtende Verein hat sich zuletzt stark verjüngt.
Generationswechsel bei KirmesFrischer Wind, damit eine Kölner Tradition nicht stirbt

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Zum 62. Mal ging am Wochenende an der Mauritiuskirche die Deepejasser Kirmes über die Bühne.

Jedes Jahr nach Fronleichnam heißt es in Köln: „Op d’r Deepejass es Kirmes.“ Ursprünglich war damit die Thieboldsgasse ganz in der Nähe des Mauritiuskirchplatzes gemeint. Zum 62. Mal fand an diesem Wochenende das familiäre Fest in der Innenstadt statt.
Auf der Kirmes finden sich keine klassischen Fahrgeschäfte. Stattdessen stehen im Biergarten, am Weinstand, im Tombola-Zelt und an den verschiedenen Essensständen die Geselligkeit im Vordergrund.
Deepejasser Kirmes: Programm mit Marita Köllner, Aluis und Julie Voyage
Insbesondere geht es bei der Deepejasser Kirmes immer herrlich kölsch zu. Am Freitag (5. Juni 2026) fand bereits zum 25. Mal der Blues-Abend zum Auftakt statt. Am Samstag standen Torben Klein, Marita Köllner, Aluis, Domhätzje Nadine, Frisch vom Bass und viele andere auf der Bühne.
Der Frühschoppen am Sonntag wurde von JP Weber, Bel Air, Julie Voyage, den Funky Marys und weiteren Künstlern begleitet. Verantwortlich für das dreitägige Kirmes-Treiben war wieder der Veedelsausschuss Deepejass. Und in dem hat es einen Generationswechsel gegeben.
Maurice Reuß ist mit 27 Jahren der neue Vorsitzende. „Unser ältestes Vorstandsmitglied ist 42“, sagt er zu EXPRESS.de. „Wir versuchen, etwas frischen Wind hereinzubekommen, hauptsächlich im Hinblick auf Außendarstellung. Die Kirmes und die Tradition sollen aber beibehalten werden.“
Er selbst wohnt in Ossendorf, sein Vater ist jedoch früher im Veedel großgeworden. „Die meisten unserer 70 Mitglieder wohnen gar nicht mehr hier, hängen aber an der Gegend. Und deshalb soll dieses Brauchtum nicht sterben. Doch das ist herausfordernd. Wir finanzieren das ganze Musikprogramm nur durch den Getränkeverkauf.“ Und die Preise sind mit 2 Euro pro Kölsch moderat.

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Typisch für die Deepejasser Kirmes ist immer das kölsche Musikprogramm. Am Sonntag (7. Juni 2026) stand unter anderem die Bordkapelle der StattGarde Colonia Ahoj auf der Bühne.
Klaus Sadler ist eines der Urgesteine, die den Verein schon seit der Gründung 1962 kennen. „Es wird immer schwieriger, dieses Wochenende auf die Beine zu stellen“, sagt er. „Unterstützung können wir immer gebrauchen. Aber inzwischen gibt es kaum mehr Firmen, die uns etwas für die Tombola zur Verfügung stellen.“

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Maurice Reuß ist der Vorsitzende beim Veedelsausschuss Deepejass.
Eine Tradition soll auch aufrechterhalten bleiben. Alle Menschen über 70 Jahre, die im Bereich rund um die Mauritiuskirche wohnen, erhalten eine Einladung zur Altenehrung. „Für die gibt es Kaffee und Kuchen, später Reibekuchen und kalte Getränke“, sagt Sadler. „Einen Geldgeber haben wir dafür nicht. Das läuft komplett über Eigenfinanzierung.“
Während viele andere Veedel in Köln inzwischen kapituliert und ihre Kirmes-Wochenenden eingestellt haben, soll im Mauritiusviertel noch viele Jahre das kölsche Brauchtum gefeiert werden.
