Autofahren in Köln Zoff um Verkehr auf Parkgürtel – Politiker spricht von „Schikane“

Der Parkgürtel in Köln aus der Luft.

Auf dem Parkgürtel soll von der Auffahrt zur A 57 bis zur Merheimer Straße eine Fahrspur wegfallen. 

Der Verkehr auf dem Parkgürtel soll auf einer Länge von rund zwei Kilometern neu geregelt werden. Mehr Platz für Radfahrer, drastische Einschränkungen für Autofahrer. Die FDP spricht von Schikane.

Köln. Nach den Vorstellungen der Grünen, Klimafreunden, der Wählergruppe Gut sowie der Linken soll auf dem Nippeser Teil des Parkgürtels (ab der Autobahn-57-Auffahrt) sowie dem Mauenheimer Gürtel jeweils eine Richtungsfahrspur in einen Fahrradweg umgebaut werden.

Damit stünde für Autos und andere Kraftfahrzeuge auf dem 1,9 Kilometer langen Abschnitt bis zum Ausbau-Ende Merheimer Straße ebenfalls nur noch eine Spur zur Verfügung. Dort soll dann ein Höchsttempo von 30 km/h gelten. Die heute schon bestehenden Fahrradwege würde im Gegenzug dem Bürgersteig zugeschlagen. Alle noch bestehenden Rechtsabbieger, so etwa an der Escher Straße, sollen zurückgebaut werden.

Für den Antrag hat sich nach einer heftigen Debatte eine Mehrheit gefunden. Diese Umnutzung ist Teil des Projekts „Kölner Fahrradgürtel“. Auf knapp 30 Kilometern soll demnach eine durchgehende Fahrrad-Ringstraße durch die Kölner Veedel führen.

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Kölner Parkgürtel: Polit-Debatte entbrannt

Mandatsträgerin Inga Feuser (Klimafreunde) verwies auf das Beispiel der dänischen Hauptstadt Kopenhagen, wo schon heute 50 Prozent des innerstädtischen Verkehrsaufkommens aufs Rad entfiele. „Aber dafür braucht es gute Radwege“, betonte sie. Tempo 30 für den motorisierten Verkehr brauche man, damit gerade Kinder und Jugendliche gefahrlos den Gürtel nutzen könnten. CDU-Politikerin Kerstin Preuß warnte generell vor voreiligen Schritten. „Wir sollten lieber das gesamtstädtische Radverkehrskonzept abwarten, bevor wir hier wieder Einzelsachen beschließen.“

Bereits Ende 2018 hatte die Bezirksvertretung Ehrenfeld einen gleichlautenden Antrag für „ihren“ Gürtelabschnitt zwischen dem Melaten-, Ehrenfeld- und den Parkgürtel bis zur A 57 beschlossen. Der Gürtel sei eine optimale Strecke, um auch für Fahrräder die Veedel außerhalb der City zu verbinden, argumentieren die Unterstützer.

Ralph Sterck (FDP Köln) im Interview vor der Kommunalwahl 2020.

Auf dem Parkgürtel soll von der Auffahrt zur A 57 bis zur Merheimer Straße eine Fahrspur wegfallen. FDP-Fraktionschef Ralph Sterck hält dagegen.

Die FDP im Rat hält dagegen. Fraktionschef Ralph Sterck meint: „Gerade auf dem Parkgürtel gibt es keinen beachtlichen Radverkehr. Auch die Anzahl an Fußgängerinnen und Fußgängern hält sich auf dem Abschnitt in Grenzen. Anders als bei den Kraftfahrzeugen, die – auch wegen der dortigen Autobahnabfahrt – nach wie vor das dominante Verkehrsmittel sind.“

Ralph Sterck: „Weniger Platz führt zu mehr Staus“

Die Radfahrinfrastruktur sei hier auch für noch wachsenden Radverkehr vollkommen ausreichend, auch wenn der ein oder andere Kreuzungsbereich optimiert werden könne, so der liberale Politiker. Ralph Sterck weiter: „Dementsprechend können wir nicht nachvollziehen, warum Autofahrerinnen und Autofahrern eine Spur genommen werden soll. Wir glauben, dass dieser Beschluss eine erneute Maßnahme darstellt, um Autofahrerinnen und Autofahrer zu schikanieren. Weniger Platz für sie führt schlicht zu einem dichteren Verkehr und dementsprechend zu mehr Staus. Wir als FDP fragen uns, ob dies im Interesse des Kölner Klimas ist.“ (red)

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