Geißbockheim Baupläne gestoppt: Kölns Politik reagiert auf Urteil aus Münster

Das Kölner Geißbockheim von außen.

Das Kölner Geißbockheim soll um Trainingsflächen erweitert werden. Doch das NRW-Oberverwaltungsgericht Münster hat den Planungen einen Riegel vorgeschoben. Das Foto ist vom 8. Juni 2022.

Die potenzielle Erweiterung des Geißbockheims liegt auf Eis. Das hat ein Gericht in Münster entschieden. Kölns Politikerinnen und Politiker haben sich nun zu dem Urteil positioniert.

Das NRW-Oberverwaltungsgericht in Münster hat den Plänen des 1. FC Köln am Donnerstag (24. November 2022) einen Riegel vorgeschoben! Der Bebauungsplan der Gleueler Wiese, der 2020 vom Rat der Stadt Köln beschlossen worden war, sei teilweise fehlerhaft und damit insgesamt unwirksam.

Eine Revision wurde nicht zugelassen, dagegen kann jedoch noch Beschwerde eingelegt werden. Nun haben sich Kölner Politikerinnen und Politiker zu der Entscheidung des OVG Münster geäußert.

1. FC Köln: Politik nimmt Stellung zum Geißbockheim

Der Grund für das Einschreiten des Gerichts: Naturschutzorganisationen und Initiativen hatten gegen den beschlossenen Bebauungsplan des Äußeren Grüngürtels geklagt.

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Sven Lehmann (Grüne) sitzt als direkt gewählter Abgeordneter für den Kölner Südwesten im Bundestag. Er meint: „Das Urteil ist ein Riesenerfolg für den Erhalt unserer Grün- und Naherholungsflächen in Köln. Dafür haben viele Engagierte wie die Initiative ‚Grüngürtel für alle‘ und der NABU-Landesverband NRW jahrelang gekämpft.“

„Die Stadt Köln und der 1. FC Köln sollten dem Urteil des Oberverwaltungsgerichts folgen, damit endlich Klarheit herrscht. Denn der Schutz von Natur und Landschaft im äußeren Grüngürtel ist essenziell für die Lebensqualität der Kölner*innen. Jetzt müssen die Stadt und der 1. FC Köln gemeinsam Alternativen ausloten, um dem Verein zeitnah Planungssicherheit zu geben“, erklärt Lehmann weiter.

Ähnlich sieht es Katja Trompeter, die Vorsitzende der Kölner Grünen: „Unsere Partei hat eine weitere Bebauung und Fragmentierung des Grüngürtels immer vehement abgelehnt. Deshalb sind wir froh, dass das Gericht der Klage stattgegeben hat. Das gibt Rückenwind für den Schutz der Gleueler Wiese. Insbesondere im Hinblick auf die Anpassung an den Klimawandel dürfen kostbare 36.000 m² unseres Kölner Grüngürtels nicht weiter versiegelt werden.“

Dennoch hat auch Trompeter Verständnis für die Interessen des FC: „Nichtsdestotrotz braucht der 1. FC Köln erstklassige Trainingsbedingungen und wir unterstützten sein Vorhaben, moderne Trainingsanlagen zu bauen, allerdings nicht auf der Gleueler Wiese.“

Geißbockheim: Kölner CDU priorisiert alternativen Standort

Bernd Petelkau, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Köln und Parteivorsitzender der Kölner CDU, sagt: „Da der festgestellte Planungsfehler grundsätzlich behebbar ist, gleichzeitig aber auch unklar ist, ob und in welcher Form es eine juristische Fortsetzung gibt, wird dieses Urteil vermutlich nur ein Zwischenschritt bleiben.“

„Es ist deshalb sinnvoll, dass die zwischen dem 1. FC Köln und der Stadtverwaltung begonnenen Gespräche über einen alternativen Standort in Marsdorf fortgesetzt werden. Die CDU wird den FC weiterhin in seinen Bemühungen unterstützen, erstklassige und zukunftsfähige Trainingsflächen in Köln zeitnah zu realisieren“, macht Petelkau klar.

Friedmund Skorzenski von „Grüngürtel für alle“ ist mit dem Gerichtsurteil zufrieden: „Wir kämpfen seit 2016 zusammen mit unseren Unterstützern gegen das Erweiterungsvorhaben. Darum sind wir heute zufrieden. Für uns zählt das Ergebnis.“

Seine Hoffnung ist, „dass dieses Urteil ein Signal ist und bei der Stadt Köln und beim 1. FC Köln zu einem grundsätzlichen Umdenken und zu einem endgültigen Verzicht auf diese Flächen führt. Die Erweiterung im denkmal- und landschaftsgeschützten Grüngürtel wird von Tausenden Kölner Bürgerinnen und Bürgern nicht mitgetragen.“

Franz Philippi (SPD): „Eigentor macht Köln zur Lachnummer“

Auch Franz Philippi, sportpolitischer Sprecher der SPD-Ratsfraktion, hat sich in der Causa Geißbockheim geäußert. Er spricht von einem „grotesken Eigentor von Ratsbündnis und Stadtverwaltung vor dem Oberverwaltungsgericht“. Dies mache „Köln zur Lachnummer“. 

„Wir unterstützen den FC weiterhin dabei, endlich konkurrenzfähige, bundesligataugliche Strukturen zu schaffen. An welcher Stelle das geschehen soll, muss nun in enger Abstimmung mit dem FC entschieden werden. Ein weiteres, jahrelanges Querpassspiel von Grünen, CDU und Stadtspitze zulasten des FC darf es nicht geben“, fordert Sozialdemokrat Philippi.

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