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No-Show-Quote beim Köln MarathonStartnummern auf Kleinanzeigen-Portalen angeboten – Disqualifikation droht

Tausende Läufer zahlen für den Köln-Marathon, tauchen aber nie am Start auf. Ein Viertel der Marathon-Teilnehmer erscheint nicht am Start. Die Veranstalter suchen nach Lösungen für dieses Phänomen.

Die Organisatoren des Kölner Lauf-Events gönnen sich nach der Rekord-Veranstaltung am Sonntag (4. Oktober) eine kurze Atempause.

Die Anmeldung für den 29. Klassiker, der am 3. Oktober 2027 stattfindet, wird erst zum 25. November geöffnet.

Köln Marathon: „No-Show-Quote“ soll verringert werden

Markus Frisch, der Geschäftsführer der Kölner Ausdauersport GmbH, begründet die spätere Freischaltung so: „Wir lassen uns diesmal etwas mehr Zeit, weil nach den Erfahrungen der beiden letzten Veranstaltungen wohl auch diesmal sofort ein Run auf die Startplätze für den Halbmarathon einsetzen wird“.

Er fügt hinzu: „Das wollen wir etwas besser kanalisieren. In der ersten Euphorie nach dem Lauf bucht man schnell fürs nächste Jahr. Es macht schon Sinn, diese Entscheidung mit etwas zeitlichem Abstand zu treffen.“

Mit diesem Vorgehen soll die sogenannte „No-Show-Quote“ verringert werden, die seit Jahren bei ungefähr 25 Prozent stagniert. Die Zahlen für 2026 belegen das Dilemma: Für die komplette Strecke von 42,195 Kilometern hatten sich 13.790 Menschen registriert, aber nur 10.345 traten an. Ein Schwund von exakt 24,98 Prozent. Auf der halben Distanz war die Situation besser, hier sagten 16,4 Prozent der 20.589 Gemeldeten ab. Über alle Disziplinen hinweg betrug die Nicht-Starter-Rate 19,8 Prozent.

„Natürlich kalkulieren wir einen gewissen Schwund ein“, räumt Markus Frisch ein. „Wir haben schließlich unsere Erfahrungswerte. Die decken sich auch mit anderen großen Laufveranstaltungen in Deutschland.“

Die häufigsten Gründe für einen Nicht-Antritt sind Trainingsdefizite, Verletzungen oder Erkrankungen. Für diese Situationen wurde vor zwei Jahren beim Köln-Marathon eine offizielle Startplatz-Tauschbörse eingeführt, die bisher vier Wochen vor dem Event endete. Zukünftig möchte Frisch diesen Zeitraum auf nur noch zwei Wochen verkürzen. Dadurch soll mehr Leuten von der Warteliste eine legale Teilnahme ermöglicht und der Schwarzmarkt ausgetrocknet werden.

Startplätze auf Kleinanzeigen illegitim

Dass etliche Startplätze erst kurz vor dem Termin auf Kleinanzeigen-Portalen im Internet offeriert werden, ist den Veranstaltern ein Dorn im Auge, weil dadurch die Ergebnislisten verfälscht werden. Das ist vor allem bei der Altersklassenwertung ärgerlich.

„Das ärgert uns und wir gehen solchen Fällen auch nach. Wer dabei erwischt wird, dass er mit einer illegal erworbenen Startnummer läuft, wird sofort disqualifiziert und aus der Wertung genommen“, macht Frisch klar. Er schildert weiter: „Es gibt immer wieder Fälle, da posten Teilnehmer mit illegalen Startnummern ihre Fotos und Videos sogar im Netz.“

Eine erfreuliche Nachricht gibt es aber auch: Die überwiegende Zahl der Athleten geht hervorragend präpariert ins Rennen. So kamen am Sonntag bei der vollen Distanz 93,7 Prozent der Gestarteten an der Komödienstraße ins Ziel. Bei der halben Strecke schafften es sogar beeindruckende 99 Prozent. Auch bei den Staffel-Wettkämpfen gab es so gut wie keine Abbrüche. (red)